Martin Häusler geht in seinem Roman Gezählte Tage – Als John Lennon seine Seele verkaufte* der Frage nach, ob der Beatle in dem Song „Come Together“ mit der Zeile „Shoot me!“ quasi dazu aufgefordert hat, ihn zu erschießen. In seinem gut recherchierten Buch hat der Journalist unter anderem Aussagen von Paul McCartney und Yoko Ono verarbeitet und aus Sicht von John, der in der Ich-Form berichtet, dessen Leben Revue passieren lassen:
Alles beginnt im von Bruno Koschmider geleiteten Kaiserkeller in Hamburg, wo Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Pete Best mit John Lennon im Wechsel mit den Hurricanes auftreten und auf Ringo Starr treffen. Sie sind froh, als sie von dem Lokal mit „Siff-Faktor“ zum Top Ten Club aufsteigen. In dieser Phase begegnet John dem Teufel, der ihm ein verlockendes Angebot macht: Aus ihm und den Beatles will dieser die größte Band der Welt machen, doch John muss ihm dafür seine Seele verkaufen.
weiterlesenGezählte Tage – Als John Lennon seine Seele verkaufte von Martin Häusler
Immer häufiger gibt es in unseren Breiten heiße Sommer, zuletzt in den Jahren 2003, 2018, 2019 und auch das Jahr 2022 hat uns wieder einen Hitzerekord beschert. Extreme Trockenheit auf der einen Seite, auf der anderen verheerende, todbringende Flutkatastrophen wie in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Nach Aussage von Andreas Becker, Leiter der Abteilung Klimaüberwachung des Deutschen Wetterdienstes, ist der „Klimawandel in Deutschland voll angekommen“. Dabei spüren ausgerechnet die ärmsten Länder der Welt, die nicht einmal zur Erderwärmung beitragen, die Folgen in ungeahntem Ausmaß. Noch will kaum jemand auf liebgewonnene Gewohnheiten wie Reisen, stromabhängige Haushaltsgeräte oder aus fernen Ländern importierte Lebensmittel verzichten. Doch die Proteste von Klimaaktivisten wie in Lützerath mehren sich, wenn auch ihre Forderungen erfolglos sind, und was geschieht, wenn die Erderwärmung weiter fortschreitet und die nächsten Sommer uns noch schlimmere Naturkatastrophen bescheren? Dieses Szenario hat Thore D. Hansen in seinem Klimaroman
Neun Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg lebt Margot Frei mit ihrer Mutter in einem Behelfsheim in Hamburg. Nachdem ihr in einem Kaffeehaus fristlos gekündigt wurde, nur weil sie sich gegen eine Aufdringlichkeit zur Wehr gesetzt hat, besorgt ihr ihre Schwester einen Job im Büro. Zufällig liest Margot in einer Illustrierten, dass die neu gegründete Deutsche Lufthansa Luftstewardessen sucht. Wenn auch Gewicht und Größe den Voraussetzungen entsprechen und sie mit zwanzig Jahren fast das gewünschte Alter hat, so ist Margot klar, dass sie mit ihrem Lebenslauf keine Chancen hat. Kurzerhand fälscht sie ihre Schulzeugnisse, leiht sich von ihrer Schwester ein Kostüm, ihre Mutter gibt ihr Geld für echte Nylonstrümpfe, und so fährt sie mit neuer Frisur zum Vorstellungstermin. Als auf dem Weg die Fahrradkette reißt, ist der gut aussehende Claus Sturm mit seinem Cabriolet ihre letzte Rettung.
Auch nach über einem Jahr hat Katharina Hammes das Unglück noch nicht überwunden, bei dem ihr Vater, Bruder und Verlobter bei einem privaten Rennen am Nürburgring tödlich verunglückten. Ihrem Vater hat sie am Sterbebett versprochen, das Weingut in Rebenach im Ahrtal weiterzuführen, wobei sie sich auf die Unterstützung des Kellermeisters Hermann verlassen kann. Als sie bei der Arbeit im Weinberg ihren Schlüssel verliert und verzweifelt nach ihm sucht, ist sie auf Anhieb von dem Finder, einem südländisch aussehenden jungen Mann angetan. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um den aus Sizilien stammenden Luciano, der zur Aushilfe für seinen Vetter bei seinem Onkel im Eissalon arbeitet. Dank seines Freundes, einen Professor, der Luciano die deutsche Sprache gelehrt hat, gibt es keine Verständigungsschwierigkeiten zwischen ihm und Katharina. Die beiden verabreden sich spontan für ein Wiedersehen in Bad Neuenahr.
Emma Laakmann arbeitet als Dolmetscherin in West-Berlin und ist mit dem Dozenten Julius verheiratet. Sie leidet unter den Folgen einer Fehlgeburt und wünscht sich sehnlichst ein Kind. Nachdem sie in einem Waisenhaus übersetzt hat und nach Hause fahren will, hat sich ein verängstigter Junge in ihrem Auto versteckt. Emma kann Luca immerhin zur Rückkehr ins Heim überreden und verspricht ihm, ihn wieder zu besuchen. Ihre in einem Heim aufgewachsene Zwillingsschwester Alice Weiß, von der Emma nach der Flucht aus Ostpreußen lange getrennt war, hat mit Rechtsanwalt Max die achtjährige Tochter Lisa. Um ihr ein Familieneben zu ermöglichen, haben sie geheiratet, allerdings nicht aus Liebe.
Der zweite Band
Zu ihrem zweiunddreißigsten Geburtstag bekommt Lucille von ihrer geliebten Granny Sylvie zwei Nächte in einem Pariser Hotel geschenkt. Allerdings knüpft die fast Neunzigjährige daran die Bedingung, dass ihre Enkelin schon morgen aufbricht und das von Dior entworfene Kleid Maxim mitbringt, das sie einer alten, inzwischen gestorbenen Freundin geliehen hatte. Deren Tochter Véronique würde Lucille bereits erwarten.
Nachdem der in Berlin von der Kriminalpolizei gesuchte Léon Saint Clair von seiner Freundin Konstanze Geld entwendet hat und in den „Untergrund verschwinden“ muss, hat es ihn nach Chur verschlagen, wo er im Hotel Schneeleopard unterkommt. Auf Léon, der eine Vorliebe für Kaschmir Pullover hat, übt der Herrenausstatter Tomasz Wrobel eine „unerklärliche Anziehungskraft“ aus. Als er ihn zufällig in einem Restaurant trifft, freut er sich über die Zusage, bei Wrobel ein Praktikum machen zu dürfen. Allerdings muss er sich eine neue Bleibe suchen, da ihm die Suite im Hotel gekündigt wird.
Sandra ist gerade einmal achtzehn, im ersten Jahr in der Ausbildung zur Physiotherapeutin und immer knapp bei Kasse, als sie den fünfundzwanzigjährigen Ronnie Renner kennenlernt. Ronnie betreibt einen Zweite-Hand-Laden, in dem er ausgemusterte, von ihm reparierte und wieder auf Vordermann gebrachte elektrische Geräte, hauptsächlich Unterhaltungselektronik und Computer, verkauft. Sein Laden gilt als Geheimtipp in der Stadt und Sandra, die auf der Suche nach einem preiswerten Plattenspieler ist, den sie ihrem Vater zum Geburtstag schenken möchte, besucht auf Empfehlung ihrer Schwägerin seinen Laden. Allerdings hat Ronnie im Moment keinen Plattenspieler in seinem Angebot, und Sandra kommt in den darauffolgenden Tagen nicht dazu, noch einmal nachzufragen.
Im zweiten Band