Valentina fährt nach einem Besuch bei ihren Eltern, wo sie ihren dreißigsten Geburtstag gefeiert hat, mit dem Zug nach Hause. Aus dem Fenster beobachtet sie einen Mann auf dem Bahnsteig, dessen Blicke sie treffen. Weil ihr dieser Mann nicht mehr aus dem Kopf geht, steigt sie an der nächsten Station aus und kehrt zurück. Doch der Unbekannte ist nicht mehr da. Auf der Suche nach ihm spricht sie eine Frau an und zeigt ihr eine Portraitzeichnung, die sie während der Zugfahrt von dem Mann angefertigt hat. Schnell freundet sie sich mit Vanessa an, die den Mann wiedererkannt hat und Valentina bei der Suche behilflich ist.
Seit der Begegnung auf dem Bahnsteig fühlt sich Valentina verändert. Ihren Traum und ihre Hoffnung, eines Tages den Richtigen und damit die Liebe zu finden, hatte sie schon aufgegeben. Doch durch den Blick des Fremden kann sie wieder Freude am Leben empfinden, wofür sie sich bei ihm bedanken will. Mit Steckbriefen und einem Inserat will sie den Unbekannten finden. Tatsächlich meldet sich einen Tag später ein freundlicher Herr bei ihr und gibt ihr einen Tipp, in welchem Restaurant er den Gesuchten gesehen hat.
Unter einem Podcast versteht man einen Audiobeitrag, den man sich aus dem Internet herunterladen kann. In dem Roman „Schläfst du noch?“ von Kathleen Barber bedient sich die Enthüllungsjournalistin Poppy Parnell dieses Mediums, um eine Wiederaufnahme des Mordes an Prof. Charles Buhrmann anzuregen, der in seiner Küche erschossen wurde. Zu dem Zeitpunkt waren seine beiden Töchter, die Zwillinge Josie und Lanie im Hause, wobei Lanie als Augenzeugin den siebzehnjährigen Nachbarn Warren Cave gesehen haben will. In dem folgenden Indizienprozess wurde er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, obwohl er immer wieder seine Unschuld beteuerte.
Nina Altmann ist eine gefeierte Pianistin, doch kann sie sich nicht verzeihen, ihre Freundin und Professorin, der sie ihre Karriere zu verdanken hat, mit dessen Ehemann Johannes betrogen zu haben. Seit jener Nacht verkrampfen sich ihre Finger beim Anblick eines Klaviers und sie kann nicht mehr spielen. Umso dankbarer ist sie, ihrem Wohnort Dortmund entfliehen zu können, als sie das Landhaus Stone Abbey in England von ihrer Urgroßtante Ernestine erbt. Doch mit diesem Erbe ist die Verpflichtung verknüpft, dass sie die Unschuld ihrer Vorfahrin Anna Stone beweist, die vor einhundertachtundfünfzig Jahren vier Menschen ermordet haben soll und gehängt wurde.
Anais und ihr Bruder Bruno leben zwar bei ihrer Mutter, doch verbringt Maria, die als Tänzerin in der Bar von Fred arbeitet, wo sie von Männern an der Stange bewundert wird, nur wenig Zeit mit ihren beiden Kindern. Bei Bedarf kümmert sich die Nachbarin Frau Wendeburg um sie. Während Anais, die für ihren Mitschüler Peter schwärmt, alles hinterfragt, führt Bruno dauernd ein großes Buch über die Brücken der Welt mit sich, ist wortkarg und antwortet nur einsilbig. Von Zeit zu Zeit erkundigt sich ein Mitarbeiter des Jugendamtes, ob es ihnen gut geht und sich ihre Mutter um sie kümmert. Denn in der Schule macht man sich Sorgen, weil die Kinder nicht zum Unterricht erscheinen.
Ambroise Larnier ist Thanatopraktiker und somit als Leichenpräparator nicht nur für die hygienische Versorgung der Toten zuständig, sondern möchte vor allem den Hinterbliebenen Trost spenden, indem er die Leichen einer ästhetischen Behandlung unterzieht. Seit einem Zerwürfnis mit seinem Vater Prof. Henri Larnier, der einen Nobelpreis in Medizin erhalten hat, lebt er mit seiner Großmutter Beth zusammen.
Noch an ihrem Hochzeitstag erfährt Anne Glawe etwas über ihren frisch vermählten Fabio, das sie in eine tiefe Krise stürzt. Hals über Kopf verlässt sie ihren italienischen Ehemann, und anstelle der geplanten Hochzeitsreise führt sie ihre Flucht im Hochzeitskleid von Berlin nach Zicker an die Ostsee. Die erste Nacht verbringt sie am Strand, und dem ersten Menschen, dem sie am nächsten Morgen dort begegnet, ist ausgerechnet Fritz. Bei der mittlerweile Vierunddreißigjährigen werden Erinnerungen an ein Ferienlager vor zwanzig Jahren wach, als sie von Fritz ihren ersten Kuss bekam. Seine Eltern, die sich noch gut an die Zeit der Ferienlager erinnern, bereiten Anne einen herzlichen Empfang und bieten ihr eine Ferienwohnung an.
Ein junger Mann reist im Auftrag von Professor Lavie in seinen Heimatort zu seinem Großvater, um in dem Gebirgsdorf Weng die Überschneidungen des Lebensweges seiner Großeltern mit dem eines Literaten zu ergründen, der einen skandalträchtigen Roman über das Dorf geschrieben hat. Der junge Mann soll vor Ort alles schriftlich aufzeichnen, die Begegnungen und Gespräche sowie seine Gedanken und die Erzählungen seines Großvaters, der ihm von der Zeit des Krieges und den Einheimischen berichtet. Als ihn sein Enkel auf den Schriftsteller und dessen Roman anspricht, reagiert der Großvater empört und behauptet, das Buch würde nur Lügengeschichten enthalten. Um mehr über jenen Autor zu erfahren, holt der junge Mann Erkundigungen im örtlichen Museum ein. Er besucht Lesungen und eine Podiumsdiskussion, nimmt an einer Tagung teil, unternimmt Wanderungen und begleitet seinen Großvater immer wieder zum Gottesdienst. Außerdem trifft er auf seine Jugendliebe Julia, wobei er besonderes Interesse an dem Schicksal ihres in einem Armenhaus untergekommenen und später verschwundenen Urgroßvaters zeigt.
In den französischen Pyrenäen an der Grenze zu Spanien liegt das beschauliche Dorf Fogas, in dem die Handlung des Romans „Chapeau! Ein Dorf zeigt, was es kann“ angesiedelt ist. Die Gemeinde besteht aus drei kleinen Dörfern, deren Geschicke von Bürgermeister Serge Papon gelenkt werden. Er hat einen Angriff auf die Eigenständigkeit der Gemeinde, angefacht von Henri Dedieu, dem Bürgermeister des wohlhabenden Sarrat auf der anderen Seite des Flusses, erst vor einiger Zeit erfolgreich abgewehrt. In der Èpicerie von Madame Josette mit einem Glas Pastis in der Hand zieht Papon Bilanz über seine Amtszeit als Bürgermeister. Aus strategischen Gründen ist es für ihn an der Zeit, von seinem Amt zurückzutreten, und Christian Dupuy, Landwirt und zweiter Vizebürgermeister des Ortes, zu seinem Nachfolger zu machen. Doch gerade als er beschließt, Christian in seine Pläne einzuweihen, erleidet Papon einen Herzinfarkt, und jede Hilfe kommt zu spät.
Christiane Auberlin und ihre Mutter Viktoria reisen nach Lindau. Grund für ihr seltenes Zusammentreffen ist die Beerdigung von Viktorias Mutter Eva. Die beiden Frauen werden von Viktorias Schwester Marlene begrüßt, doch entgeht Christiane deren angespanntes und leicht zu Streitereien führendes Verhältnis nicht. Am Bodensee, wo Marlene die Schnapsbrennerei ihrer verstorbenen Mutter weiterführt, kann Christiane auf die hilfreiche Unterstützung des Tierarztes Fabio und dessen Mitbewohner Brian zählen, nachdem sie sich einer herrenlosen Hündin angenommen hat. Sie trifft auf ihren alten Schulfreund Simon Bentele, was ihrer Tante Marlene jedoch missfällt. Christiane kann kein Verständnis für die offensichtlich verfeindeten Familien Auberlin und Bentele aufbringen, bis sie in einem für sie bestimmten Notizbuch ihrer Großmutter Eva von Marlenes Geheimnis erfährt.
Sebastian Kunze schreibt Kolumnen und Restaurant-Kritiken für das Berliner Stadtmagazin. Mit seiner Ehefrau Melanie hat er eine Tochter, die vierjährige Lara, die jedoch gar nicht in sein Leben passt und die er bisher auch kaum wahrgenommen hat. Obwohl er seine Frau immer noch anziehend findet, ist er Seitensprüngen nicht abgeneigt, wobei er den potenziellen Frauen Noten auf einer Skala von eins bis zehn zuordnet. Als er während einer Cluberöffnung von der Einstellung des Stadtmagazins erfährt, wird er unerwartet arbeitslos. Doch ist das nicht die einzige Veränderung in seinem Leben: Noch weiß er nicht, dass Melanie bereits ein Haus im Spreewald gekauft hat, in dem sie eine Praxis für Psychotherapie einrichten will.