Die fünfundachtzigjährige Veronica McCreedy bewohnt das herrschaftliche Anwesen The Ballahys im schottischen Ayrshire. Ihrer Putzfrau Eileen Thompson trägt sie auf, alle Spiegel abzunehmen. Folgsam will Eileen die Spiegel in einem Hinterzimmer unterbringen, wobei sie eine Kiste entdeckt. Veronica missfallen die Fragen von Eileen bezüglich der Kiste, zumal diese Dinge aus ihrem Leben beinhaltet. Hin und her gerissen öffnet die alte Dame die Kiste, in der sich ein Medaillon und zwei Tagebücher befinden, geschrieben von ihr vor sieben Jahrzehnten. Veronica kommen Zweifel, ob es nicht doch einen rechtmäßigen Erben geben könnte, woraufhin sie Eileen bittet, eine diskrete Agentur mit der Nachforschung etwaiger Angehöriger zu beauftragen.
Der siebenundzwanzigjährige Patrick konnte, nachdem ihn seine Freundin Lynette verließ, die Miete nicht mehr aufbringen und war gezwungen, in ein „ziemliches Loch“ zu ziehen. Einen Tag in der Woche arbeitet er bei seinem Freund Gav, lebt ansonsten von Sozialhilfe und sucht Trost in einem Joint.
weiterlesenMiss Veronica und das Wunder der Pinguine von Hazel Prior
Wer wünscht sich nicht eine Welt ohne Neid und Gier, in der sich niemand wie in einem Hamsterrad zu noch mehr Leistung angetrieben fühlt? In diese Welt wird Saruj am 16. April 2064 geboren, am Tag der Transition, der Abschaffung des Geldes. Neunundzwanzig Jahre später ist sie mit einem Mag, einer eiförmigen Kabine, auf dem Weg nach Berlin zu ihrer Freundin Didi. Zeitgleich ist der achtzehnjährige Kevalam nach dem Tod seines Vaters endlich frei und kann die geheime Siedlung, in der er von der Außenwelt isoliert gelebt hat, mit einem Helison, einer hubschrauberähnlichen Maschine, Richtung Berlin verlassen. Ein missglückter Terroranschlag führt zu einem Unfall des Sohnes „eines der reichsten Männer des 21. Jahrhunderts“ mit dem Mag von Saruj. In der Krone eines Baumes sehen die beiden einem nahenden Tod ins Auge, da sie wenig Hoffnung haben, am Rande von Berlin gefunden zu werden.
Nach dem Tod seiner Ehefrau ist Josef Klepper der Trunksucht verfallen. Seit er im Siechenhaus lebt, kümmert sich um seine Tochter Käthe ihr Onkel Alwin Klepper, der mit Elsa verheiratet ist. Ihr Vater, der Winzer Karl Ott, war zunächst gegen die Verbindung mit dem Obstbauern, willigte jedoch in die Ehe ein, nachdem er feststellte, wie einträglich dessen Obstwiesen sind. Als Alwin im Juni 1935 einen Einberufungsbefehl erhält, weiß Elsa nicht, wie sie nur mit Unterstützung von Käthe die Ernte einbringen soll. Großzügig schickt ihr Vater Karl Ott für die Ernte seinen Knecht Zores. Die erst dreizehnjährige Käthe fürchtet sich vor dem kräftigen Mann, der ihr im Stall auflauert. Auf Dauer kann sie seinen Zudringlichkeiten nicht ausweichen und wird schließlich von ihm vergewaltigt. Da ihr bewusst ist, dass Zores für die Kirschernte unabkömmlich ist, schweigt sie auch zu seinen wiederholten Übergriffen, nicht zuletzt auch aus Scham.
Amira und Josef verbringen ihren Urlaub in der Thalbacher Hütte im Wald, weit abgelegen vom nächsten Ort. Josef hat dort die Sommer seiner Kindheit verbracht. Vor nunmehr zweiundzwanzig Jahren, als er zwölf Jahre alt war, hat es jedoch einen tödlichen Unfall gegeben: Sein Vater wurde von Baumstämmen erschlagen. Das Paar hofft, im Urlaub Zeit für sich zu haben. Amira, die unbedingt schwanger werden will, setzt Josef allerdings an ihren fruchtbaren Tagen unter Druck, was zu Spannungen zwischen den beiden führt. Ihm kommen gar Zweifel, da seine Eltern nur so lange glücklich miteinander waren, bis er auf die Welt kam. Vierunddreißig Wochen später besuchen die werdende Mutter Amira und Josef wieder die Hütte.
Als der erst zweiundzwanzigjährige Tommaso Mandelli im Jahr 1956 durch ein gebrochenes Gerüstbrett zu Tode kommt, ist das für die Familie ein herber Schicksalsschlag, zumal Tommaso die Baufirma seines Vaters Daniele im italienischen Cerano d’Intelvi übernehmen sollte. Der ebenfalls in dem Unternehmen als Maurer beschäftigte Michele Tunesi drängt trotz der durch den Tod seines Sohnes in Depressionen verfallene Daniele dazu, die Arbeiten fortzusetzen, da andernfalls neue Aufträge ausbleiben. Aurora, die neunzehnjährige Schwester des Verunglückten, teilt die Sorgen von Michele und fasst deshalb den Entschluss, in die Fußstapfen ihres Bruders Tommaso zu treten. Doch als ihre „Mamma und Nonna“ sie in Arbeitskleidung sehen, sind sie entsetzt und prophezeien der Tochter und Enkelin, als Frau niemals einen Bauauftrag zu erhalten.
Um der jugoslawischen Volksarmee zu entkommen, floh Taras Galani mit zwanzig Jahren nach Deutschland. Er nahm ein Medizinstudium auf und arbeitete bereits sechs Jahre in der Notaufnahme eines Krankenhauses in Bad Neuenahr. Die Eltern seiner Lebensgefährtin Karla haben ihn mittlerweile voll akzeptiert und dem jungen Paar eine Wohnung eingerichtet. Doch als der Krieg im Kosovo unter Führung des serbischen Diktators Slobodan Milošević eskaliert und einer seiner Helden samt der Familie von Serben in den Tod getrieben wurde, schließt sich Taras, kurz vor seiner medizinischen Zwischenprüfung im Jahr 1998 mit seinem Freund Top der Befreiungsarmee UÇK an, um für das Vaterland zu kämpfen.
Vor wenigen Wochen wurde Hannah Saunders von ihrem Ehemann Dan, mit dem sie über zwanzig Jahre in Bristol gelebt hat, wegen einer anderen Frau verlassen. Seitdem tröstet sie sich mit einigen Gläsern Rotwein. Über Facebook findet sie heraus, dass Dan sie wegen der jüngeren und wesentlich schlankeren Sophia verlassen hat. Während Hannah wieder einmal dem Alkohol zugesprochen hat, entdeckt sie zufällig auf einer Internetseite eine Anzeige über den „Great South West Marathon“, für den sie sich spontan anmeldet. Am nächsten Morgen ist sie darüber im nüchternen Zustand erschrocken und fragt sich, wie sie die Strecke über 42,195 Kilometer bewältigen soll.
Im Jahr 1927 kann die sechsundzwanzigjährige Elisa in der von ihrer wohlhabenden Tante Manuela Montero arrangierten Ehe mit dem vermögenden Bankier Francisco de las Heras y Rosales immer noch kein Glück finden, obwohl es ihr in der großzügigen Wohnung in Madrid an nichts fehlt und sie die Annehmlichkeiten einer Sommerfrische durchaus zu schätzen weiß. Sie hatte gehofft, endlich ihren Traum als Journalistin verwirklichen zu können. Francisco würde ihr das auch erlauben, aber erst, nachdem sie ihm seinen Wunsch nach Kindern erfüllt. Elisa entzieht sich zunehmend seinen Annäherungsversuchen und konzentriert sich stattdessen auf gelegentliche Artikel, die sie hinter dem Rücken ihres vielbeschäftigten Ehemannes unter dem Pseudonym Pedro Liébana verfasst. Um sich glaubwürdig zu präsentieren, tritt sie in der Redaktion als Mann verkleidet auf, wovon nur wenige ihrer Vertrauten Kenntnis haben.
Als Wild Cards werden unerwartete Ereignisse bezeichnet, die eine geringe Wahrscheinlichkeit haben, deren Eintreten jedoch starke Veränderungen nach sich ziehen. Ein solches Ereignis war der Terroranschlag vom 11. September 2001, den die vier Protagonisten in Claudia Sammers Roman