Nach dem Tod ihres Mannes hat sich die kinderlos gebliebene Oma Else vor eineinhalb Jahren noch einmal verliebt. Die Zweiundachtzigjährige wohnt mit Rudolf in seinem Haus und hütet mit ihm den Hund seiner Enkelin. Während eines Strandspaziergangs stoßen die beiden auf eine Flaschenpost, der sie aber, nachdem sie durch den Hund abgelenkt wurden, keine Aufmerksamkeit mehr schenken. Nach einem Besuch von Otti, einem Freund, verhält sich Rudolf merkwürdig. Ihren Fragen, was denn mit ihm los ist, weicht er aus. Deshalb beschattet Oma Else ihn und wundert sich, als er in einem Ärztehaus verschwindet. Um eventuell von Otti etwas zu erfahren, begibt sie sich zu seinem Arbeitsplatz, wo sie ihn jedoch nicht antrifft.

Eines Tages steht der Bruder von Rudolf vor ihrem Haus, der Oma Else mit Komplimenten überschüttet. Am Strand verbringen die beiden romantische Stunden und tanzen anschließend am Hafen zur Musik einer Gruppe älterer Musiker. Doch der schöne Abend lässt Oma Else nicht vergessen, dass Otti und Rudolf ein Geheimnis verbindet. Bei ihren Nachforschungen sieht sie zu allem Überfluss auch noch, dass Rudolf sie offensichtlich mit einer anderen Frau betrügt.

Ich knittere nicht, ich lache nur ist die Fortsetzung einer ganzen Reihe von Oma-Else-Romanen. Thomas Letocha lässt Oma Else ihre Erlebnisse in der Ich-Form berichten, die den Leser wiederholt direkt anspricht. Menschen, denen sie begegnet, belegt sie mit eigenen Namen, weil sie entweder wie Alf, Heidi aus den Bergen oder Dirk Bach aussehen. Den Bruder von Rudolf nennt sie Belmondo, weil der Ähnlichkeit mit dem Schauspieler hat, und beim Anblick ihres neuen Nachbarn fällt ihr spontan die Bezeichnung Stiernacken ein.

Der Roman Ich knittere nicht, ich lache nur weckt beim Leser nicht die geringste Neugier auf den weiteren Handlungsverlauf, denn er ist weder spannend, noch witzig. Selbst für einen unbeschwerten Strandtag, an dem man nur etwas Leichtes ohne Tiefgang lesen möchte, ist er nicht zu empfehlen. Die Geschichte wirkt einfach nur konstruiert und die Protagonisten hinterlassen keinen bleibenden Eindruck. So ist auch über den Handlungsort nichts weiter zu erfahren, als dass dieser irgendwo am Meer liegt, was jegliche Recherche des Autors überflüssig gemacht hat. Man muss schon ein Liebhaber der trivialen Literatur sein, um Gefallen an dem Buch zu finden, das aber immerhin von Thomas Letocha in einem flüssigen Schreibstil verfasst wurde.

Thomas Letocha, Ich knittere nicht, ich lache nur, Goldmann Verlag 2016, Taschenbuch, 192 Seiten, ISBN 978-3-442-48457-7, Preis: 8,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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