Eigentlich wollte er Fußballprofi werden, sein großes Vorbild war Pelé. Urs Althaus wurde 1956 als uneheliches Kind einer Schweizer Mutter und eines nigerianischen Medizinstudenten geboren. Den Vater hat er nie kennen gelernt. Er wuchs als einziges schwarzes, reformiertes Kind in der katholischen Urschweiz in Altdorf auf. Seine Kindheit verbrachte er unbeschwerter, als man annehmen würde.

Nach der Schulzeit startete er zuerst beim FC Basel, dann beim FC Zürich eine Fußballkarriere, die er verletzungsbedingt aufgeben musste. Während seiner kaufmännischen Ausbildung erhielt er durch Zufall seinen ersten Modeljob. Was danach kommt, ist wie eine rasante Achterbahnfahrt.

Er lief für Designer wie Calvin Klein, Valentino, Armani, Kenzo, Yves Saint Laurent und hat es zum internationalen Topmodel gebracht. Er war das erste schwarze Männer-Model, das es auf das Cover der amerikanischen Modezeitschrift „GQ“ geschafft hatte. Er arbeitete als DJ in dem Ferienort Klosters und wurde Chef der größten Schweizer Model-Agentur. Als Schauspieler stand er neben Marcello Mastroianni und mit Sean Connery, in der Verfilmung von Umberto Ecos Roman Der Name der Rose, vor der Kamera. Er konsumierte Drogen und Alkohol, liebte Männer und Frauen. Er war reich, hat alles verloren und wieder neu angefangen.

Ich, der Neger wurde aus einem Manuskript, das Urs Althaus geschrieben hat, von Helmut-Maria Glogger zu einer Biografie verarbeitet, die sicherlich Einblicke in die Welt der Schönen und Reichen gibt. Ein unterhaltsames Buch über Glanz und Glamour in der Modewelt. Leider ist das Buch sehr oberflächlich und unpersönlich geschrieben und liefert allenfalls einen Überblick berühmter Namen und Ereignisse. Schade, dass man nur wenig über den Menschen Urs Althaus, seine Gefühle und seine Gedanken erfährt.

Urs Althaus, Ich, der Neger, Wörterseh Verlag 2009, Hardcover mit Schutzumschlag, 232 Seiten, 24 Seiten Fotos, ISBN 978-3-03763-006-8, Preis: 24,90 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

2 Kommentare

  1. helga zmoos-loos

    das buch von urs althaus und helmut-maria glogger ist spannend und sehr gut geschrieben. und es hat mich zum weinen gebracht. weil der urs althaus soviel rassismus in seinem heimatland erleben muss. es ist sehr beschämend. was kann ein mensch denn dafür, dass er schwarz, weiss oder gelb ist. unsere mütter haben die weichen gestellt. urs althaus ist sehr lieb zu seiner mutter. toller mensch, super buch!

  2. Ellen Schmidt

    Urs Althaus hat wirklich alle Höhen und Tiefen durchlebt.

    Liebe Grüße
    Ellen

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