Fröhliches Morden überall von Margit Kruse

Fröhliches Morden überallDie Privatermittlerin Margareta Sommerfeld will mit ihrer Mutter Waltraud, ihrem Partner Thomas Scheffel, Hauptkommissar beim Polizeipräsidium Buer, und seiner Mutter Eleonore die Weihnachtstage in einem Ferienhaus im sauerländischen Bödefeld verbringen. Bereits auf der Fahrt, einen Tag vor Heilig Abend, stellt Margareta fest, dass die beiden Mütter, die sich erst im Auto kennengelernt haben, nicht gut miteinander auskommen. Zwischen Waltraud, die nach dem Ende einer Beziehung depressiv geworden ist und der Witwe Eleonore knistert es gewaltig.

Eine tot aufgefunden Frau, deren Hals von einem Eiszapfen durchstochen wurde, wird von Polizeihauptkommissar Ralf Radowski aus Bad Fredeburg sowie den hinzugezogenen Kollegen Rolf Grundmüller und Tanja Altmeier aus Dortmund rasch als Eleonore Scheffel identifiziert. Allerdings glaubt ein Nachbar, in der Toten Brigitte Voss-Grobe erkannt zu haben. Tatsächlich, so der allgemeine Tenor, hat die Mutter des Bauern Voss-Grobe frappierende Ähnlichkeit mit Eleonore. Da beide zufälligerweise auch einen ähnlichen Mantel und eine ähnliche Mütze haben, ist nicht auszuschließen, dass es sich um eine Verwechslung gehandelt haben könnte.

Es liegt auf der Hand, dass Margareta selbst Nachforschungen anstellt. Dabei fällt ihr in Bödefeld ein Auto mit Recklinghäuser Kennzeichen auf, das Fritz von Wennemann, einem ehemaligen Kneipenwirt, gehört. Wie ihre Recherchen ergeben, ist er bei den Damen einer Seniorenstube äußerst beliebt und ebenfalls der Schwarm von Eleonore. War Eifersucht der Grund für den Mord? War es Fritz von Wennemann, vor dem viele warnen, gar selbst? Oder war es doch nur eine Verwechslung und Brigitte Voss-Grobe sollte anstelle von Eleonore ermordet werden? Welche Rolle spielt ihr Sohn Bauer Voss-Grobe?

In dem Weihnachtskrimi Fröhliches Morden überall * stellt Margareta Sommerfeld zum achten Mal ihr Können unter Beweis. Wie in jedem Krimi dieser Reihe überzeugt Margit Kruse mit amüsanten Vergleichen, wenn sie von Hundeaugen oder einer Dachsfrisur einer ihrer Handlungspersonen schreibt. Beliebt sind auch Ausdrücke wie Grufti oder Umschreibungen wie jemand ist „total hacke“ neben dem Gebrauch der Adjektive wuschig, vertilgen oder kraxeln, um nur einige zu nennen. Indem sich die Autorin konsequent einer Umgangssprache bedient, wirken ihre Geschichten um so authentischer, denn die Menschen im Ruhrgebiet sprechen, wenn sie unter sich sind, selten ein gestochenes Hochdeutsch.

Schadenfreude empfindet der Leser bei der Art, wie sich die Handlungspersonen von Anfang an benehmen. Eleonore zickt herum und niemand kann es ihr recht machen. Während ihr Sohn Thomas sie noch in Trauer wegen ihres verstorbenen Ehemannes wähnt, denkt sie in keinster Weise daran, das Trauerjahr abzuwarten und macht Fritz von Wennemann schöne Augen. Margareta geht der ganze Urlaub zunehmend auf die Nerven. Sie fragt sich, was sie überhaupt noch an Thomas hat, der eifersüchtig auf Johannes Dünnebacke ist, dem Margareta ihre Hilfe zugesagt hat und mit dem sie sich trifft. Irgendwie ist jeder wütend auf einen anderen, von Harmonie ist während der Weihnachtstage in der Ferienwohnung nichts zu spüren.

Der Handlungsort des Weihnachtskrimis Fröhliches Morden überall * ist Bödefeld, den Margit Kruse aufgesucht hat. Für die Autorin ist es eine Selbstverständlichkeit, die Orte des Geschehens selbst zu besuchen, weshalb es auch nicht verwundert, dass auf der Speisekarte des mehrfach erwähnten Landhotels Albers ein „Bödefelder Schnitzel“ zu finden ist, das sich im Plot gleich drei Personen bestellt haben. Ohne Zweifel stimmt der Krimi den Leser auf die bevorstehende Weihnachtszeit ein, was jedoch nicht ausschließt, dass die Lektüre zu einer anderen Jahreszeit weniger Freude bereitet.

Fröhliches Morden überall
Margit Kruse
Fröhliches Morden überall *
Gmeiner Verlag 2021
Taschenbuch
311 Seiten
ISBN 978-3-8392-0028-5
Bildquelle: Gmeiner Verlag
* = Affiliate- / Werbelink


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