Fast genial von Benedict Wells

Fast genialDer Roman Fast genial von Benedict Wells beruht auf der wahren Geschichte der „Samenbank der Genies“, die der millionenschwere Geschäftsmann Robert Graham gegründet hat und aus der 217 hochintelligente Kinder entstanden sein sollen. Graham war von dem Gedanken getrieben, dass die intelligenten Menschen aussterben, während sich die Dummen unaufhörlich reproduzieren!

Der 17-jährige Teenager Francis Dean lebt seit zweieinhalb Jahren in einem Trailerpark am Rande von Claymont, einem Provinznest an der Ostküste der USA. Seine Mutter Katherine leidet an manischer Depression und hat durch die Krankheit ihren Job als Sekretärin verloren. Von dem bisschen Geld, dass sie von Francis Stiefvater Ryan Wilco, der mit dem jüngeren Halbbruder Nicky in New York lebt, bekommen, konnten sie die Wohnung im Stadtzentrum nicht mehr bezahlen. Anfangs hat ihn das Leben in der verfallen wirkenden Siedlung gestört, denn gelegentlich wird jemand von der Polizei verhaftet oder bei einer Schlägerei halb totgeschlagen. Doch ein Typ wie er, der über einen Meter neunzig groß und durchtrainiert ist, kommt hier draußen ganz gut zurecht. Wer sein Vater ist, weiß Francis nicht, denn seine Mutter will es ihm nicht sagen. Nur einmal hat sie gemeint, dass es eine kurze Affäre war.

Als die Mutter zum wiederholten Mal in eine Klinik eingewiesen werden muss, lernt Francis die hübsche Anne-May kennen, die auch als Patientin in der Klinik in Behandelung ist. Täglich, wenn er seine Mutter in der Klinik besucht, trifft er sich mit Anne-May und verliebt sich in sie. Nach einigen Wochen, als die Medikamente Wirkung zeigen, ist seine Mutter wie ausgetauscht und es geht ihr überraschend besser. Doch dann versucht sie mit einer Überdosis Tabletten sich das Leben zu nehmen. In ihrem Zimmer findet Francis einen Brief, in dem seine Mutter ihm die Wahrheit über seinen Vater mitteilt. Sie hatte damals an einem Experiment des Milliardärs Warren P. Monroe teilgenommen, der eine neue genetische Elite züchten wollte und deshalb Unsummen ausgegeben hat, um den Samen von diversen Nobelpreisträgern und genialen Wissenschaftlern zu kaufen. Sein Vater sei ein wahres Genie. Francis will wissen, wer er ist und beschließt nach Los Angeles zu fahren. Mit seinem besten Freund Grover, ein Informatikgenie mit überragendem IQ, und Anne-May, die er aus der Klinik befreit, macht er sich auf die Reise zur Westküste, um seinen Vater zu finden.

Fast genial erzählt in bester Roadmovie-Manier von der Suche des Protagonisten nach einem ihm unbekannten Vater. Benedict Wells hat die Geschichte in einem sehr lockeren, flotten Schreibstil verfasst, doch schildert der Roman auch die Suche eines jungen Menschen nach seinen Wurzeln und der eigenen Identität. Eines jungen Menschen, der sich mit dem aussichtslosen Platz am unteren Rand der Gesellschaft nicht abfinden kann und auch nicht will und deshalb nach jedem Strohhalm greift. Ob es ihm gelingt oder nicht, lässt Wells letztendlich offen, doch ist die Handlung spannend bis zum Schluss. Den Leser erwartet keine triviale Happy End Geschichte, sondern ein flüssig geschriebener unterhaltsamer Roman mit Tiefgang.

Bildquelle: amazon.de

Fast genial von Benedict Wells

  • Diogenes Verlag 2011
  • Leinen mit Schutzumschlag
  • 336 Seiten
  • ISBN 978-3-257-06789-7
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