Einsteins Gehirn von Peter Schmidt

Einsteins Gehirn
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Eine wahre Begebenheit liegt dem Kriminalroman Einsteins Gehirn von Peter Schmidt zugrunde. Denn tatsächlich stahl der Pathologe Thomas Harvey 1955 das Gehirn von Albert Einstein, dass er dem Leichnam des Physikers gegen dessen Willen entnommen hatte. Er verlor seine Approbation und musste sich als Fabrikarbeiter durchschlagen. Erst 40 Jahre später entschloss er sich, das gestohlene Gehirn in das Princeton Hospital in New Jersey zurückzubringen.

Albert Pottkämper, ein vierzehnjähriges Genie, kann nicht glauben, dass der nur durchschnittlich begabte Pottkämper Senior tatsächlich sein Erzeuger ist. Er findet heraus, dass es sich bei seinem vermeintlichen Vater in Wahrheit um den Ganoven Edwin Klein handelt. Durch weitere Recherchen erfährt er von seiner Mutter, dass er durch eine künstliche Befruchtung entstanden ist. Dann entdeckt er im Keller einen Stickstoffbehälter, wie er für die Aufbewahrung von Sperma verwendet wird, und dieser Behälter stammt aus dem Princeton Medical Center in New Jersey.

Als Alberts ältere Schwester seit einigen Tagen verschwunden ist, beauftragt Pottkämper Senior den „Klugscheißer“ sie zu suchen. Schnell findet der heraus, dass die noch nicht einmal siebzehnjährige Anja mit dem alternden Schlagersänger Herbert durchgebrannt ist. Herbert macht Albert kurzerhand zu seinem Promoter und bietet ihm an, bis zur Volljährigkeit seiner Schwester, mit ihnen für ein paar Monate um die Welt zu reisen. Nachdem Albert von einem Fernsehsender zu einer Diskussionssendung eingeladen wurde, ist er plötzlich das Wunderkind für die Medien und wird nicht nur zu einer Talkshow nach New York eingeladen, sondern begibt sich auf eine Reise um die halbe Welt und löst dabei das Rätsel seiner Herkunft.

Für seinen Kriminalroman Einsteins Gehirn hat Peter Schmidt eine vielschichtige Handlung entworfen, bei dem verschiedene Kriminalfälle im Hintergrund stehen. Wobei ein vierzehnjähriger Protagonist, das Genie Albert Pottkämper, mit tiefsinnigen Gesprächen dem Leser einen philosophischen Kriminalroman vortäuscht, in dem sich die Lösungen der Fälle scheinbar zufällig ergeben, denn einen ermittelnden Kommissar gibt es nicht. Aber ganz so einfach ist es nun doch nicht, denn wie der Autor bereits zu Beginn des Buches schreibt: „Personen und Handlung sind frei erfunden.“ Also, den Dalai Lama, Georg W. Bush und Papst Benedikt gibt es gar nicht? Tatsächlich handelt es sich bei dem Roman um eine etwas durchgeknallte Gesellschaftssatire. Angefangen beim deutschen Sozialstaat über die Schlager- und Medienbranche bis hin zu Religion, Politik und Philosophie, hat Peter Schmidt sie alle bedacht. Wer hätte als Vierzehnjähriger nicht gerne ein Leben wie der Protagonist Albert Pottkämper geführt? Mit einer attraktiven Hollywood-Schauspielerin ins Bett steigen, Alkohol und Crack bis zum Abwinken und die Ansichten einiger renommierter Persönlichkeiten dieser Welt „mit links“ ins Wanken bringen. Einfach gestrickt ist dieses Buch sicherlich nicht, doch wer gerne einmal einen tiefsinnigen Kriminalroman lesen möchte, der sollte unbedingt zu Einsteins Gehirn von Peter Schmidt greifen.

Peter Schmidt, Einsteins Gehirn, Gmeiner Verlag 2012, Paperback, 308 Seiten, ISBN 978-3-8392-1316-2, Preis: 11,90 Euro.

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