Bei dem Stichwort Eifel denken viele sofort an die dort erloschenen Vulkane. Tatsächlich gibt es eine Region in der Eifel, die Vulkaneifel genannt wird. Sie ist geprägt durch eine charakteristische Landschaft, bedingt durch Vulkanausbrüche und die daraus entstandenen Maare. Michael Pantenius erklärt in seinem Buch Eifel – Die 99 besonderen Seiten der Region die Entstehung dieser Maare und erwähnt in diesem Zusammenhang auch, dass unser Klima immer schon einem Wandel unterlegen ist. Die Vulkanausbrüche haben das für den Brückenbau wertvolle Trass entstehen lassen und ebenfalls den schwarzen Basalt, der für Mühlsteine Verwendung fand. Der alte Abbaubetrieb kann heute unter der Erde bewundert werden.

Wie das Leben vor Millionen Jahren entstand, wird im Devonium Waxweiler in einer spannenden Zeitreise gezeigt. Blicke in die jüngere Vergangenheit können in die Zeit der Tante-Emma-Läden in einem Nostalgikum geworfen werden, in einem Ofen- und Eisenbahnmuseum, in dem nostalgische Küchenherde aufgestellt sind, oder auch in einem Schulmuseum. Eines der größten Museen in Europa von Rennfahrzeugen ist ebenfalls in der Eifel zu finden. Wer etwas über den Bleibergbau erfahren will, kann sich in einem Besucherbergwerk informieren. In der Eifel wurde aber auch noch vor weniger als einhundert Jahren Schiefer abgebaut und von den Römern bereits Tuffstein, worunter verfestigte Vulkanasche zu verstehen ist. Anschaulich wird das im Römerbergwerk gezeigt.

Wanderer und Radfahrer kommen auf der Deutschen Vulkanstraße oder dem Römerkanal-Wanderweg voll auf ihre Kosten und die Teufelsschlucht lockt mit riesigen Sandsteinen. Auf einer Eifel-Bunker-Tour können vier Bunkeranlagen aus der Zeit des Kalten Krieges besichtigt werden. Es gibt eine Reihe von Burgruinen und Schlössern, wobei das Schloss Bürresheim für zwei Filme als Kulisse gedient haben soll. Natürlich enthält der Autor dem Leser auch nicht die vielen kulinarischen Köstlichkeiten der Region vor, ob es der Wein, das Bier oder die Obstbrände sind. Die Kleinen freuen sich auf einen Besuch im Eifelpark, im Puppen- und Spielzeugmuseum oder den Milch-Wanderweg, der mit Info-Tafeln bestückt ist. Soldatenfriedhöfe und ein Ehrenfriedhof erinnern wie auch ein Panzerwerk, eine massive Befestigung, an die schlimme Zeit des Krieges.

Michael Pantenius kommt in seinem Buch Eifel – Die 99 besonderen Seiten der Region immer wieder auf die Römer zu sprechen, die lange Zeit nach dem Neandertaler die Eifel besiedelt haben und vielerorts ihre Spuren hinterlassen haben. Jede der 99 Besonderheiten hat er in eine „runde“ Geschichte verpackt, mit schönen Einleitungen zu dem jeweiligen Thema. Wenn es sich anbot, hat er einen amüsanten und heiteren Ton angeschlagen, der die enorme Informationsflut auflockert. Spätestens nach der Lektüre, die mit zahlreichen, schön anzuschauenden Fotografien von Rudolf Voigtländer eine Ergänzung findet, wird klar, dass ein Besuch in der Eifel nicht nur zur Zeit der Weinfeste lohnt.

Michael Pantenius, Eifel – Die 99 besonderen Seiten der Region, Mitteldeutscher Verlag 2017, Taschenbuch, 160 Seiten, ISBN 978-3-95462-766-0, Preis: 9,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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