Gemordet, gestohlen, betrogen und hintergangen wird immer, und so hat der ehemalige Journalist Freddie Nietsch eine eigene Detektei eröffnet. Doch seit über drei Monaten wartet er nun schon auf den ersten Auftrag, denn anscheinend hat er die Nachfrage an Privatdetektiven überschätzt. Er kann es kaum fassen, als sich ein erster Mandant telefonisch bei ihm meldet und mit ihm einen Termin vereinbart. Ewald Betzberg macht sich Sorgen um seinen siebzehnjährigen Sohn Alexander, der in letzter Zeit die Schule und auch seine Freunde vernachlässigt. Betzberg vermutet, dass die drogenabhängige Guinevere schuld daran ist, denn das Mädchen ist ins Milieu abgerutscht und scheint in Schwierigkeiten zu stecken.

Sein erster Auftrag führt Freddie Nietsch zum Hansaplatz nach St. Georg, wo er nach Auskunft von Betzberg mit großer Wahrscheinlichkeit auf Guinevere treffen wird. Tatsächlich braucht der Privatdetektiv auch nicht lange zu warten bis das Mädchen mit Alexander Betzberg dort auftaucht. Die beiden streiten sich so lautstark, dass einige Passanten auf sie aufmerksam werden. Alexanders Vater lag mit seinem Verdacht offensichtlich richtig, sein Sohn war blauäugig ins Rotlichtmilieu getappt und droht sich dort die Finger zu verbrennen. Als Guinevere sich absetzt und Alexander zurücklässt, folgt Freddie Nietsch ihr ins MacSex, in dem sie als Prostituierte arbeitet. Nur kurze Zeit später wird sie in einer Solokabine tot aufgefunden, in ihrer Armbeuge steckt noch die Spritze. Als Alexander davon erfährt, macht er den russischen Dealer Sergej für ihren Tod verantwortlich und schwört Rache. Am nächsten Tag wird Sergej vor seiner Diskothek erstochen aufgefunden, neben ihm liegt der bewusstlose Alexander, die Tatwaffe noch in der Hand. Für die Polizei ist der Fall klar, doch Freddie Nietsch glaubt nicht, dass er ein kaltblütiger Mörder ist und beginnt mit seinen Ermittlungen.

Einen neuen Philip Marlowe hat Hugo Lobeck mit dem Privatdetektiv Freddie Nietsch in seinem Kriminalroman Drogen, Sex und Drachentöter nicht geschaffen. Aber sicherlich einen neuen Ermittler, in dem noch einiges Potential steckt. Der in der Ich-Form und chronologisch erzählte Roman ist in einem umgangssprachlichen Schreibstil verfasst und wirkt dadurch authentisch. Außerdem erfährt der Leser ganz nebenbei einiges über St. Georg, ein Viertel in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs, wo sich inmitten einer multikulturellen Gesellschaft die Prostitution und der Drogenhandel breit gemacht haben. Da dürfen natürlich auch Klischees nicht fehlen, ob über die Russen-Mafia oder den gutbürgerlichen Ehemann, der zu einer Prostituierten geht, weil seine Frau krank ist. Denn sie passen nicht nur bestens in dieses Milieu, sondern auch in diesen Kriminalfall. Obwohl sich bereits im Verlauf der Handlung der Täter mehr und mehr herauskristallisiert und erahnen lässt, bleibt der Krimi Drogen, Sex und Drachentöter spannend bis zum Ende und macht Lust auf weitere Fälle mit dem Privatdetektiv Freddie Nietsch.

Hugo Lobeck, Drogen, Sex und Drachentöter, Ellert & Richter Verlag 2010, Broschur, 192 Seiten, ISBN 978-3-8319-0418-1, Preis: 8,95 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

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