Hauptkommissarin Sina Engel graut vor dem nächsten Wochenende, an dem in Weinheim die Kerwe stattfinden wird. Während der Zeit des größten Volksfestes an der Bergstraße wurden in den vergangenen beiden Jahren zwei junge Frauen ermordet, die gefesselt und aufgeschlitzt elendig verblutet sind. Sina hatte mit ihrem Partner Carlo die Kerwemorde untersucht, bevor er selbst ermordet wurde. Dass sein Mörder bis heute nicht gefasst werden konnte, belastet Sina in besonderem Maße, da sie von ihm ein Kind erwartet. Zur Unterstützung der im achten Monat Schwangeren teilt der Vorgesetzte ihr ausgerechnet Matthias, den früheren Partner ihres verstorbenen Freundes Carlo zu. Doch Sina steht ihm ablehnend gegenüber und so ist ihr Verhältnis entsprechend gespannt.

Notgedrungen müssen Sina und Matthias kooperieren und befragen noch einmal die Mütter und Freunde der in den vergangenen Jahren ermordeten Frauen. Immer noch finden sie kein Motiv und auch keine Verbindung zwischen den beiden. Währenddessen hat das Volksfest begonnen, und die Beamten fragen sich, ob der Täter wieder zuschlagen wird, was sie unbedingt verhindern wollen. Natürlich sind auch alle Weinheimer alarmiert, und die Männer sorgen sich um ihre Frauen oder Freundinnen, wenn sie alleine unterwegs sind. So ergeht es auch Markus, der Marlene einen Heiratsantrag gemacht hat und sie beschützen will.

Silke Ziegler erzählt ihren Kriminalroman Die Nacht der tausend Lichter in zwei Handlungssträngen. Zum einen geht es um die Ermittlungsarbeit der Beamten, und zum anderen um Marlene, die sich auf den Besuch ihrer Schwester freut und als Pflegekraft in einem Altenheim kurzfristig für eine Kollegin einspringen muss. Unterbrochen werden die Erzählungen von den Vorbereitungen des Mörders und seinen traumatischen Kindheitserlebnissen. Von ihm ist zunächst nur bekannt, dass er offenbar ein ganz normales Leben führt und einem Beruf nachgeht, denn wiederholt ist von seinen Kollegen die Rede.

Der Leser erfährt schon nach kurzer Zeit, dass Matthias ein „tragisches Detail“ im Zusammenhang mit seinem Kollegen Carlo kennt, was der ihm vor seinem Tod anvertraut hat, wodurch die Autorin natürlich die Neugier auf den weiteren Verlauf der Handlung weckt. Doch den Spannungsbogen kann sie leider nicht halten. Über weite Strecken passiert nicht wirklich etwas und häufige Wiederholungen, dass es nämlich kein Motiv und keine Spur gibt oder die Ermittler alles in ihrer Macht Stehende tun wollen, ermüden. Das ohne Zweifel schwere Schicksal der Protagonistin, ein Kind von dem toten Geliebten auszutragen und ohne Vater aufwachsen zu sehen, hat Silke Ziegler ebenfalls häufig angesprochen, weshalb ihr Kriminalroman Die Nacht der tausend Lichter wohl eher weibliche Krimifans ansprechen wird. Ungeachtet dieser Kritikpunkte und einiger Unstimmigkeiten legt man das Buch, das mit jeder Menge Lokalkolorit punkten kann, trotzdem nicht gerne aus der Hand, da die Neugier überwiegt. Und wie zur Entschädigung sorgt der Plot auf den letzten Seiten für Nervenkitzel und erzeugt eine Gänsehaut.

Silke Ziegler, Die Nacht der tausend Lichter, Grafit Verlag 2017, Taschenbuch, 285 Seiten, ISBN 978-3-89425-488-9, Preis: 11,00 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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