Ein Präparat gegen die sexuelle männliche Dysfunktion wurde unter dem Namen Viagra bekannt. In seinem Roman Die Liebesformel erzählt Anthony Strong von einem Forschungsprojekt mit einem Medikament zur möglichen Behandlung der weiblichen sexuellen Dysfunktion, welches das nächste Wundermittel der großen Pharmakonzerne sein könnte.

Annie ist Literaturstudentin an der Universität Oxford und hat eine Beziehung mit ihrem Promotionsbetreuer. Sie hat ein Problem, denn durch ihre mangelnde Begeisterung für Sex macht sie Simon unglücklich. Über das Internet erfährt sie von einer medizinischen Forschung an der Universität, bei der ein Medikament gegen weibliche Funktionsstörungen erprobt wird. Für diese Studie werden weibliche Freiwillige gesucht. Aber Annie hat Bedenken, denn sie möchte zwar orgasmisch werden, aber nicht Simons gedopte Sexpuppe. Doch auf Drängen von Simon bewirbt sie sich als Probandin für das Projekt.

Der Neurobiologe Dr. Steven Fisher hat das synthetische Enzym KXC79 bereits an siebenundzwanzig Frauen getestet und die Ergebnisse sind vielversprechend. Bis Annie zu ihrer ersten Session ins Labor kommt, denn das Medikament zeigt bei ihr keine Wirkung und die Probandin schläft während der sexuellen Stimulation ein. Es stellt sich heraus, dass Annie anscheinend auf den nicht unattraktiven Steven Fisher reagiert. Bei einem weiteren Labortest verzeichnen die Messgeräte einen Orgasmus bei Annie, doch sie behauptet, nichts bemerkt zu haben. Nicht nur das Rätsel ihrer anomalen Resultate, für die es keinen biochemische Grund gibt, sind für Steven Fisher ein Problem, das er lösen muss…

Die Liebesformel von Anthony Strong ist eine amüsante und fast schon satirisch anmutende Geschichte, die in einem lockeren und unterhaltsamen Stil verfasst wurde. Die Umsetzung des Plots durch mehrere Handlungsstränge – der Bericht des Dr. Steven Fisher und den Tagebucheinträgen von Annie in einem Blog, sowie den Aufzeichnungen der an dem Forschungsprojekt beteiligten Sexualwissenschaftlerin – ist hervorragend gelungen. Durch Grafiken, Diagramme und Fotos versucht der Autor, dem Roman den Touch einer wissenschaftlichen Arbeit zu geben. Leider kann durch die sehr ausführlichen Fußnoten, die immer wieder den Fluss der Handlung unterbrechen, kein richtiges Lesevergnügen aufkommen.

Anthony Strong, Die Liebesformel, Rowohlt Verlag 2010, Taschenbuch, 400 Seiten, ISBN 978-3-499-25449-9, Preis: 8,95 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

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