Zwischen Macht, Monsterblut und Moral – was „Die Flammende“ wirklich erzählt

Cover von Die Flammende von Kristin Cashore

Eine junge Frau zwischen Schönheit und Gefahr

Die Flammende von Kristin Cashore spielt in einer fiktiven Welt voller Monster im Reich der Dells. Die 17‑jährige Fire ist die Tochter von Lord Cansrel und eines der letzten Monster ihrer Art. Neben ihrer außergewöhnlichen Schönheit besitzt sie die Gabe, in das Bewusstsein von Menschen einzudringen und sie zu beeinflussen. Gemeinsam mit ihrem Freund Archer lebt sie im Wald – doch wegen des herrschenden Krieges tauchen dort immer häufiger Fremde auf, deren Absichten unklar sind.

Zwischen Pflicht und Zweifel: Fire am Königshof

Fire wird in die Festung von Königin Roen gebracht und soll ihre Geisteskräfte in den Dienst der Herrscherin stellen. Doch sie zweifelt, ob sie damit wirklich Gutes bewirkt und den richtigen Mächten dient. Am Hof begegnet sie Brigan, einem Sohn der Königin, dessen Bewusstsein sich ihrem Einfluss zunächst entzieht. Wer ist dieser Mann – und kann sie ihm trauen?

Allmählich wächst ihr Vertrauen, und schließlich erklärt sich Fire bereit, Gefangene zu verhören. Doch schnell zeigt sich: Die Gefangenen wurden mit Falschinformationen gefüttert, die keinerlei Sinn ergeben. Um das Land vor den Gegenspielern Mydogg und Gentian zu schützen, müssen Fire und Brigan herausfinden, welche Ziele diese tatsächlich verfolgen.

Gefühle im Krieg: Fire und Brigan

Brigan reitet immer wieder in den Krieg, und Fire fürchtet zunehmend um sein Leben – denn sie hat sich in ihn verliebt. Gemeinsam schmieden sie einen Plan, um ihre Feinde in einen Hinterhalt zu locken. Tatsächlich erfahren sie so mehr über deren Absichten.

Doch die Ereignisse überschlagen sich: Fire wird entführt, verliert das Bewusstsein und erwacht bei einem sogenannten Beschenkten. Obwohl dieser über große Macht verfügt, kann er Fire nicht täuschen. Sie durchschaut ihn und ihr gelingt die Flucht. Zurück am Hof sehnt sie sich danach, Brigan wiederzusehen.

Rückblicke, Rätsel und ein Prolog ohne Echo

Kristin Cashore arbeitet in Die Flammende immer wieder mit kurzen Rückblicken auf Fires Jugend. Der Prolog erzählt von einem Beschenkten mit zweifarbigen Augen, der Macht über andere Menschen besitzt. Der Leser wartet gespannt auf die Verbindung zur Haupthandlung – doch diese findet nur in einer kurzen Szene statt. Bis zum Schluss hofft man vergeblich auf eine überraschende Wendung.

Stärken, Schwächen und ein zögerlicher Spannungsbogen

Der Einstieg in die Welt der Monster fällt schwer, und zunächst kommt wenig Spannung auf. Erst ab der Mitte des Romans gewinnt die Handlung an Tempo. Der Leser erfährt Hintergründe zum Tod von Lord Cansrel und stößt auf einige überraschende Verwandtschaftsverhältnisse – allerdings ohne große Dramatik.

Trotz Cashores flüssigem Schreibstil bleibt die Geschichte insgesamt weniger packend, als man es sich wünschen würde. Sie unterhält, reißt aber nicht vollständig mit.

Die Flammende von Kristin Cashore

Cover von Die Flammende von Kristin Cashore
Übersetzung von Katharina Diestelmeier
Carlsen Verlag 2011
Hardcover mit Schutzumschlag
512 Seiten
ISBN 978-3-551-58211-9

Bildquelle: Carlsen Verlag

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