Der mächtige Magier Morton hatte einst die Drachenritter, humanoide Kreaturen, halb Mensch, halb Drache, erschaffen, um das überlegene Heer der Skants aus dem Königreich Threeking´s zu vertreiben und in die Flucht zu schlagen. Dabei soll Morton angeblich gestorben sein und die Drachenritter wären ausgestorben. Doch einige hundert Jahre später sind sie wieder da und wollen das Königreich vernichten. Sie werden Die Dämonenritter genannt und eine Prophezeiung besagt, dass eines Tages ein Auserwählter kommen wird, um sie zu vernichten.

Nach dem Abitur kann sich Christopher weder dazu durchringen sich um einen Studienplatz, noch um einen Job zu bewerben. Denn er hat doch gerade seine Abiturprüfung bestanden und sich eine kleine Pause redlich verdient. Plötzlich ist es zu spät und die Einschreibefrist ist abgelaufen. Da er weder einen Studienplatz, noch eine Lehrstelle vorweisen kann, wird er von der Bundeswehr zum Wehrdienst eingezogen. Seltsame Träume, in denen er in Gefahr zu sein scheint aber keinerlei Furcht hat, verfolgen ihn. Darin kämpft er in einer Ritterrüstung gegen zwei Meter große Kreaturen mit pechschwarzer Haut und gelben Hörnern auf dem Kopf, die mehr Kraft als jeder Mensch haben.

Bei einem Einsatz, in dem eine Kaserne aufgelöst werden soll, wird die Fahrzeugkolonne von maskierten Männern überfallen, wobei Christopher nun tatsächlich in Gefahr gerät. Doch plötzlich befindet er sich in einer anderen Welt und ist von Rittern umgeben. Aber er ist sich sicher, dass dies nicht das Jenseits ist, denn er steht nun einem Ritter in einer glänzenden Rüstung auf einem weißen Pferd gegenüber, der genauso aussieht wie er selbst. Der oberste Heermeister Lothar von Magischland, sein Ebenbild in einer Parallelwelt, hat durch den mächtigen Magier Justus einen Durchgang zwischen den Welten schaffen lassen, Christopher in seine Welt geholt und ihn dadurch vor dem sicheren Tod bewahrt. Wie sich nun herausstellt, trägt Christopher das Zeichen, das in einer Prophezeiung erwähnt wird. Er ist der Auserwählte, der Threeking´s von den Dämonenrittern befreien soll…

Wirklich neu sind die Ideen, die der Autor Lars Albrecht in seinem Erstlingswerk Die Dämonenritter umgesetzt hat, nicht! Denn bereits in dem Computerspiel Half-Life sah sich Gordon Freeman mit Horden fremdartiger Kreaturen aus einer Parallelwelt konfrontiert und in Star Wars soll nach einer alten Prophezeiung der Auserwählte das Gleichgewicht der Macht wiederherstellen. Auch Wesen halb Mensch, halb Drache, sind keine Erfindung des Autors, sondern beispielsweise in dem Rollenspiel „Drakenstein“ zu finden. Doch obwohl der Autor allseits Bekanntes in einer mittelalterlichen Fantasywelt neu platziert hat, kann er mit seiner Geschichte dennoch überzeugen. Seine Figuren sind klischeebehaftet und gerade deshalb dem Leser so vertraut. Der Roman ist durchaus spannend und flüssig geschrieben, aber in einer einfachen Sprache gehalten und daher auch für jugendliche Leser gut geeignet. Die sich ständig wiederholenden Schilderungen von Einzelkämpfen und Schlachten gegen die Dämonenritter nehmen einen großen Teil der gesamten Handlung ein und sind nicht unbedingt für jedermann besonders unterhaltsam. Doch mancher Leser wird sich in seine Kindheit zurückversetzt fühlen, in die Welt von Sigurd und Prinz Eisenherz und wahre Fans von Ritterabenteuern werden auf eine Fortsetzung von Die Dämonenritter hoffen.

Lars Albrecht, Die Dämonenritter, Verlagshaus Schlosser 2012, Softcover, 291 Seiten, ISBN 978-3-86937-315-7, Preis: 14,90 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

1 Kommentar

  1. naja… rittergeschichten… lesen sich meistens schwerfällig… weil so sehr mittelalterverhaftet… fantasy übersteigt aber jede verhaftung… nur so entsteht was wirklich gutes…

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