Max Bronski, der über die Stadtgrenzen Münchens hinaus durch seine Kriminalromane, in denen er dem Leser Einblicke in die Münchner Gesellschaft rund um das Schlachthof-Viertel gewährt, bekannt geworden ist, legt mit Der Tod bin ich seinen ersten Thriller vor.

Der ehemalige Gutsverwalter von Schloss Ottenrain, Richard Eulmann, wird in seinem Garten erschossen, wobei die Tat einer Hinrichtung gleicht. Er war bereits vor fünf Jahren in den Ruhestand getreten, lebte zurückgezogen in seinem Holzhaus und hatte keine Feinde. Nur wenige Tage später wird die Tante von Tino Senorer, Eulmanns Nachfolger als Verwalter, in seinem Heimatdorf in Österreich auch erschossen. Als Tino seiner Mutter Ella seinen Verdacht mitteilt, die beiden Morde könnten zusammenhängen, verschwindet Ella spurlos. Denn sie glaubt, dass es sich um eine Verwechslung handelt und der Täter eigentlich sie töten wollte. Da die Polizei mit ihren Ermittlungen nicht voran kommt, beginnt Tino mit eigenen Recherchen im Internet und findet heraus, der wirkliche Richard Uhlmann ist bereits 1965 verstorben, bevor der Name in Eulmann geändert wurde.

Der Tod von Richard Eulmann ruft die beiden ehemaligen Agenten Fred Fridge vom englischen MI6 und Joe Salantino vom amerikanischen CIA auf den Plan, was auch dem in Berlin lebenden ehemaligen Agenten des KGB Aron Malikow nicht verborgen bleibt. Denn die wahre Identität des Toten ist Bertold Oftenhain, ein Physiker, der von 1957 bis 1965 für die Geheimdienste beider Seiten spionierte und erschossen wurde. Er hatte angeblich die Weltformel entdeckt, die man aber nie gefunden hat. Wenn der KGB ihm damals eine neue Identität verschafft hat, warum wurde er nach so vielen Jahren getötet?

In Max Bronskis Thriller Der Tod bin ich geht es um Spionage in der Zeit des Kalten Krieges, den vier Grundkräften der Physik sowie deren Zusammenfassung in einer einheitlichen Formel und um die Musik. Wobei die Idee mathematische Formeln als Noten zu kodieren und somit als Komposition zu tarnen geradezu genial erscheint. Für Laien sind einige der wissenschaftlichen Erläuterungen nur schwer nachvollziehbar, jedoch tut dies der Spannung keinen Abbruch. Wer die amüsant geschriebenen Kriminalromane von Max Bronski kennt, könnte meinen, dass dieses Buch von einem anderen Autor geschrieben wurde. Wäre da nicht der Protagonist Tino Senorer, der am Wassergraben von Schloss Ottenrain sein Marihuana anbaut und sich am Abend einen Joint gönnt. Ein bisschen ist die Handschrift von Max Bronski also auch in diesem wissenschaftlichen Thriller zu finden. Der Leser sollte allerdings Interesse an der Physik mitbringen und Grundkenntnisse in der Musiklehre besitzen, dann ist Der Tod bin ich von Max Bronski nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern auch noch lehrreich.

Max Bronski, Der Tod bin ich, Kunstmann Verlag 2013, Klappenbroschur, 398 Seiten, ISBN 978-3-88897-778-7, Preis: 16,95 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

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