Eddy Stein ist ein Lebenskünstler. Als Trickbetrüger nimmt er betuchte Touristen aus, um sein Leben in Kreuzberg, als Musiker mit einer bürgerlichen Fassade, zu finanzieren.

Nach einer seiner Gaunereien trifft er zufällig auf dem Hausflur zu seiner Altbauwohnung auf Berlins meistgehassten Prominenten Horst König, der mit einer Bratwurstkette in Amerika Millionen gemacht hat und als Käufer der Tempelhofer Deo-Werke zunächst als Retter gefeiert wurde. Aber nach der angekündigten Schließung der Fabrik und dem damit verbundenen Abbau von 8.000 Arbeitsplätzen als Heuschreckenkapitalist ist er in die Schlagzeilen der Boulevardpresse geraten. Es kommt zu einer Auseinandersetzung der beiden, die durch einen unglücklichen Unfall für Horst König tödlich endet. Doch damit Eddys bürgerliche Fassade keine Risse bekommt, lässt er die Leiche verschwinden, vorbei an Königs Bodyguards, die draußen auf ihren Chef warten.

Doch die Leiche wird gefunden und der vermeintliche Mord an König wird zum Medienereignis für die Boulevardpresse, die den unbekannten Mörder als Volkshelden feiert und nun die Familie des Opfers belagert. Eddy plagt das schlechte Gewissen, gerne würde er sämtliche Missverständnisse aufklären. Und dann lernt er auch noch Romy kennen, die schöne Tochter von Horst König, in die er sich verliebt…

Der heilige Eddy von Jakob Arjouni ist eine unterhaltsame Gesellschaftssatire, die den Leser immer wieder schmunzeln lässt, wenn Eddy, der sympathische Antiheld, geschickt taktierend seine Betrügereien haargenau einfädelt. Meisterhaft hat der Autor die Kreuzberger Szene geschildert und wunderbar skurrile Charaktere geschaffen. Der temporeiche Roman, der auch der Realität entsprungen sein könnte, ist witzig, amüsant und ein großes Lesevergnügen.

Jakob Arjouni, Der heilige Eddy, Diogenes Verlag 2010, Broschur, 245 Seiten, ISBN 978-3-257-24017-7, Preis: 9,90 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

2 Kommentare

  1. Martin Dachmann

    Eine nette Geschichte zum Schmunzeln.

  2. Ich finde das Buch ist sowohl sprachlich als auch inhaltlich eine Zumutung.

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