Georg und sein jüngerer Bruder Konrad stehen vor einem Schaufenster und bewundern die vielen kleinen Figuren aus Holz, denn so einen weißen Schneemann, ein Weihnachtsmännchen oder Schlitten hätten sie auch gerne. Leider haben ihre Eltern kein Geld für diese wertvollen Sachen. Als Georg einen gelben Stern in dem Schaufenster hängen sieht, beschließt er, genau so einen Stern zu Hause zu basteln. Er soll ein Weihnachtsgeschenk für seine Eltern sein. Doch so sehr er sich bemüht, gelingt es ihm nicht, die sechsundzwanzig gebastelten Spitzen zu einem runden Stern zu verarbeiten.

Da entschließt sich Georg, seinen Opa um Hilfe zu bitten. Er erklärt ihm anhand seiner Versuche, wie der Stern aussehen soll, den er basteln möchte. Doch einen solchen Stern nachzubauen, gelingt auch seinem Opa nicht, denn es handelt sich um einen ganz besonderen Stern, einen Herrnhuter. Traurig geht Georg nach Hause. Umso erfreuter ist er, als ihm sein Opa eines Tages, rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest, einen Bausatz überreicht. Gemeinsam haben sie den Stern, den Opa sogar mit einer elektrischen Beleuchtung versehen konnte, zusammengebaut und Georgs Eltern zu Weihnachten geschenkt.

Frank Handrick beginnt das Kinderbuch Der gelbe Bastelstern mit den ersten Worten eines Märchens. In der Geschichte, die der Großvater seinem Enkelkind erzählt, wird den Kleinen in kindgerechter Form vermittelt, was ein Waisenkind ist und warum es ihnen meistens nicht so gut geht wie Kindern, die in einer Familie aufwachsen. Außerdem erfahren Leser oder Zuhörer, dass es in früheren Zeiten nicht so viele Geschenke wie heute gab und kein elektrisches Licht. Sie lernen aus der Erzählung des Großvaters etwas über die Herrnhuter Brüdergemeinde, die auf eine lange Tradition verweisen kann und auch noch heute in vielen Ländern der Welt Mitglieder zählt. Die käuflichen Herrnhuter Weihnachtssterne werden tatsächlich, wie in dem Kinderbuch beschrieben, nach alter Tradition handgefertigt und im Internet finden sich dazu sowohl Bausätze als auch Bastelanleitungen.

Heike Baasch hat zu dem Buch Der gelbe Bastelstern von Frank Handrick zahlreiche farbige Illustrationen beigesteuert, die bestimmt die Blicke der Kinder auf sich ziehen. Denn kaum ein Kind wird nicht selbst schon einmal sehnsüchtig vor einem Schaufenster auf etwas geblickt haben, das es gerne besitzen würde. Das Buch eignet sich sowohl zum Vorlesen für Kindergartenkinder, als auch für Kinder, die schon selbst lesen können. Vielleicht versuchen ja einige von ihnen sogar, auch einen dieser schönen Herrnhuter Weihnachtssterne zu basteln, um damit jemandem eine Freude zu machen!

Frank Handrick, Der gelbe Bastelstern, Engelsdorfer Verlag 2012, Hardcover, 40 Seiten, ISBN 978-3-86268-970-5, Preis: 12,00 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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