Der Freund von früher von Wolfgang Mueller

Der Freund von früherIn Berlin trifft Oscar Heym zufällig in einem Café seinen früheren Freund Albert, der als Schauspieler durch eine Werbekampagne Ruhm erlangt hat. Bis vor fünf Jahren Oscar mit seiner Freundin Clara nach Spandau verzogen ist, haben die beiden sich eine Dachgeschosswohnung geteilt, in der sie sich treffen und ihr Wiedersehen feiern wollen. Doch als Oscar seinen Freund dort besuchen will, wird ihm nicht geöffnet. Josefine, eine ehemalige Geliebte von Albert, hat noch einen Schlüssel, und gemeinsam mit ihr betritt Oscar die Wohnung, wo Albert tot auf dem Boden liegt. Der herbeigerufene Notarzt lässt Albert in die Pathologie überführen.

Oscar kann das Passwort von Alberts Laptop knacken und verschafft sich so Zugang zu den Daten. Verwundert nimmt er zur Kenntnis, dass Albert Mails mit einer Emma ausgetauscht hat. Kurzentschlossen antwortet er im Namen von Albert. Obwohl Oscar und Der Freund von früher nie ein Paar waren, versteht er nicht, warum Maike, die Schwester von Albert, genau das gegenüber dem Pathologen behauptet. Völlig unerwartet stellen sich Oscar die neuen Eigentümer des Wohnhauses vor, die umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen ankündigen und ihm die Räumung der Wohnung mit einer Abstandssumme schmackhaft machen. Außerdem lernt er Urs kennen, den früheren Manager von Albert, der mit ihm einen Werbefilm drehen will, wobei Oscar die Identität von Albert annehmen soll. Zwischenzeitlich hat sich Oscar nach einem Streit von Clara getrennt, obwohl sie von ihm ein Kind erwartet. Dann taucht auch noch Aische auf, und Oscar wird zum Verhör geladen, da der Herzinfarkt von Albert durch einen Drogencocktail ausgelöst worden sein soll.

Der Roman Der Freund von früher von Wolfgang Mueller weckt zu Beginn das Interesse am Fortgang des Plots. Doch wirkt die Geschichte „an den Haaren herbeigezogen“. Zu viele Begebenheiten spielen hinein, die sich nicht zu einem „runden Ganzen“ fügen wollen. Dem Protagonist Oscar läuft alles aus dem Ruder, und die Schwester des Toten ist wie ihr Ehemann in „krumme Geschäfte“ verwickelt. Sie gibt Oscar Geld, das er verwahren soll, und mangels geeigneten Verstecks wird es ihm von Manager Urs abgenommen, während der ihn nötigt, Kokain zu sich zu nehmen. Aische reiht sich ebenfalls in die Gruppe der unwirklich erscheinenden Handlungspersonen. Lediglich die beiden Herren, die sich als neue Eigentümer vorstellen, kommen in der realen Welt vor, wo sie Mieter mit Modernisierungen und neuem Mietzins in die Knie zwingen. Der Roman Der Freund von früher ist zwar in flüssigem Schreibstil geschrieben, aber es mangelt an einer Spannungskurve, und Wolfgang Mueller wartet weder mit Überraschungen oder Wendungen auf, noch vermag er den Leser mit der Geschichte zu amüsieren.

Wolfgang Mueller, Der Freund von früher , btb Verlag 2017, Taschenbuch, 235 Seiten, ISBN 978-3-442-71585-5, Preis: 10,00 Euro.

Bildquelle: btb Verlag

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