Rock lebt in Kleinanatolien und einer seiner besten Freunde ist Lemmy. Er hat das beste Gras, von dem er selbst auch oft und gerne konsumiert. Senef, die vorübergehend bei ihm einquartiert ist, berichtet von Schwanzverlängerungen so lang wie Das Schwert des Ostens. Als Rock sich auf den Weg zu einer Vorstellung im Pornhouse Kino macht, findet er den Pornokönig Willi übel zugerichtet vor. Gemeinsam mit dem tollpatschigen Bullen Guttmann will er herausfinden, wer Willi dermaßen mitgespielt hat.

Doch da geschieht ein Mord am Wursthändler Rott. Rock und Guttmann ermitteln auch in diesem Fall und stellen fest, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Die Zeitung „Gosse“ scheint mehr zu wissen und hat auch Fotos von dem Toten veröffentlicht. Im Auftrag der Polizei arbeitet Rock nun als Privatdetektiv und besucht die Witwe Rotts. Aber damit nicht genug: Rock soll auch im Auftrag von Herschel, eines Bekannten aus dem Pornhouse, seine Frau observieren, weil dieser vermutet, von ihr hintergangen zu werden. Rock hingegen nimmt die Überwachung sehr wörtlich und nimmt sie zwischen ihren Schenkeln liegend vor. Ansonsten stattet er auch gerne der Nutte Happiness oder der schwangeren Darjeeling Silke einen Besuch ab. Für Lemmy beschafft er mit dem Tabak-Händler Danners, dem die Hoden weggeschossen wurden, einen neuen Abnehmer für sein Gras. Ganz nebenbei erfährt er, dass eben dieser Danner ein schwules Verhältnis zu Rott unterhalten hat. Noch hat Rock keinen Schimmer, wer den Pornokönig angegriffen hat oder welche Motive es an dem Mord des Wursthändlers gibt.

Manfred Rebhandl lässt in Das Schwert des Ostens den Protagonisten Rock erzählen. Der Autor spielt mit Worten und bedient sich vornehmlich einer Fäkaliensprache. Frauen werden reihenweise genagelt und die Schwänze können nicht lang genug sein. Doch äußert er sich darüber hinaus sehr kritisch, wettert gegen die Nazis und erwähnt immer wieder den Holocaust. Den Ausländerhass sowie die Justiz allgemein nimmt er ebenfalls kritisch unter die Lupe. Auch die Schönheitskliniken in Hollywood kriegen auch ihr Fett ab. Das Schwert des Ostens von Manfred Rebhandl ist kein Krimi im eigentlichen Sinn, wie das Cover verheißt, sondern eher eine Satire. Der Autor schreibt sarkastisch und manches ist so bitter-böse, dass es schon unter die Gürtellinie geht. Überhaupt ist die inflationäre Aneinanderreihung schon zu viel des Guten, etwas weniger wäre da mehr gewesen. Denn der Roman wird damit langatmig und ermüdet den Leser auf die Dauer, obwohl einige Passagen wirklich die Lachmuskeln strapazieren.

Manfred Rebhandl, Das Schwert des Ostens, Czernin Verlag 2012, Hardcover mit Schutzumschlag, 248 Seiten, ISBN 978-3-7076-0403-0, Preis: 19,80 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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