Celtic Connexion von Klaus Middendorf

Celtic Connexion
Bei amazon.de bestellen
In Klaus Middendorfs Roman Celtic Connexion schreibt der Schriftsteller Saul Buchstätt an seinem zweiten Roman. Patrick McDouglas ist quasi sein Spiegelbild, sein Doppelgänger und schreibt am gleichen Roman. Patrick erhält eines Tages von einem toten Freund, Melih Cevdet, eine Mail aus der Unterwelt Thanatopic City. Verwirrt fragt er sich, was das zu bedeuten hat. Neugierig geworden, sucht er im Internet nach einer Erklärung und landet schließlich selbst im Jenseits. Dort kann er sich an nichts mehr erinnern und trifft auf Arthur Morris. Der wiederum behauptet umgebracht worden zu sein. Während er in einem der Twin Towers seiner Arbeit nachgegangen wäre, seien Flugzeuge in das World Trade Center geflogen.

Maurice L’Hovȇt, der Chef von Thanatopic City, bittet Patrick McDouglas, seinen Roman nicht zu schreiben, da er sich damit in eine Tabuzone begibt. Doch dieser lässt sich davon nicht beeindrucken. In der Unterwelt bekommt Patrick Whisky zu trinken: Celtic Connexion. Der Name, den auch der Geheimdienst in Thanatopic City trägt! Alice Gorgon ist im Jenseits die Agentin, die mit der Betreuung von Patrick beauftragt ist. Obwohl sie ein Verhältnis mit ihrem Chef Maurice L’Hovȇt unterhält, bittet dieser Patrick um seine Unterstützung, er soll Alice verführen. Während des Liebesspiels gibt Alice interessante Details über Melih Cevdet und ebenso über ihre Schwägerin Alberta preis. Was ist mit Alberta los und was ist mit ihrer Tochter Jane passiert? Es werden Geheimnisse gelüftet und doch bleibt noch so vieles im Unklaren. Patrick und Arthur werden nur von einem Gedanken getrieben: Wie können sie der Unterwelt entkommen? Ist es überhaupt möglich, von den Toten im Jenseits wieder zu den Lebenden zu gelangen?

Kriminalhauptkommissar Richter ist im Gespräch mit dem Pathologen Gunella und es geht um einen komatös aufgefundenen Mann. Sie stehen vor einem Rätsel, da sich eine unbekannte Substanz im Körper des Mannes befindet. Da kommt der Kurdirektor Henze hinzu und sagt, dass der im Koma aufgefundene Mann ein irischer Schriftsteller namens Patrick McDouglas ist. Dieser hätte einen Herzinfarkt gehabt und sei schnell wieder entlassen worden. Doch der Pathologe kennt noch einen weiteren Schriftsteller, der an einem Tagebuchroman schreibt. Können Richter und Gunella in der Lektüre dieses Romans die Antwort um das Rätsel des komatösen Mannes finden?

Mit Celtic Connexion ist Klaus Middendorf ein großartiger Roman um die Frage, was Realität und was Fiktion ist, gelungen. Der Leser findet Aussagen, wonach der kleine Traum nur der kleine Bruder des Todes ist, der große Traum jedoch der Tod selbst. Es geht um Machtbewusstsein, Weltherrschaft und die Gefahren, die damit verbunden sind. In der Welt, in der alles nur Einbildung und Illusion ist, gibt es eine Erinnerungsdusche und es ist von einer mythologischen Matrix die Rede. In einem Mordfall ist der Mörder das Opfer und der Täter wird dagegen freigesprochen. Der Leser trifft in der Unterwelt auf berühmte Staatsmänner, Schauspieler und Dichter. Den Autor zeichnet eine außergewöhnliche Begabung aus, mit der er Begebenheiten oder Umstände umschreibt. Dem Leser kann hier ein sprachliches Vergnügen garantiert werden. Klaus Middendorf wechselt zwischen einer Erzählperspektive und der eines Ich-Erzählers und auch chronologisch hält er keine Reihenfolge ein. Damit macht er es zugegebenermaßen dem Leser nicht leicht. Überhaupt muss gesagt sein, dass es sich nicht nur allein wegen des ungewöhnlichen Themas um schwierige Literatur handelt, die nicht leicht verständlich ist und bisweilen für Verwirrung beim Leser sorgen mag. Aber genau das hat Klaus Middendorf mit Celtic Connexion wohl auch beabsichtigt und erzwingt somit eine längere Auseinandersetzung beim Leser. So endet er damit, dass es noch tausend Fragen gibt und stellt die Frage: was Tod und was Leben ist, was erdacht und was wahr ist.

Klaus Middendorf, Celtic Connexion, Jesbin Verlag 2010, gebunden mit Schutzumschlag, 304 Seiten, ISBN 978-3-939276-02-9, Preis: 19,90 Euro.

Wie bewertest du dieses Buch? schrecklichschlechtdurchschnittlichgutausgezeichnet 4 Stimme(n) | Bewertung 4,25
Loading...

Schreibe einen Kommentar