Auf der Insel Sylt findet eine mysteriöse Einbruchserie statt, wobei die Täter es nicht etwa auf die millionenschweren Luxusvillen der Touristen abgesehen haben, sondern auf die Häuser älterer, alleinstehender Inselbewohnerinnen. Die Polizei ist ratlos, zumal kaum etwas gestohlen wird. Die Täter dringen am helllichten Tag über die Terrassentüren in die Häuser ein, verwüsten die Räume und hinterlassen erhebliche Sachschäden. Karl Sönnigsen, der pensionierte Revierleiter der Polizei in Westerland, traut seinem Nachfolger Polizeihauptkommissar Peter Runge, der von der Ostsee auf die Insel versetzt wurde, die Aufklärung des Falls nicht zu und bietet den ehemaligen Kollegen seine Hilfe an. Da er sich nicht damit abfinden will, dass er inzwischen im Ruhestand ist, droht ihm Revierleiter Runge bei weiterer Einmischung mit einem Hausverbot.

Nach vier Einbrüchen zählen auch zwei Chorschwestern zu den Einbruchsopfern und Karl beschließt, zusammen mit seinem besten Freund Onno, sowie mit Hilfe der Chormitglieder Charlotte und Inge, die Täter selbst zu ermitteln. Als dann auch noch Jutta Holler, eine Nachbarin von Inge, nach einem Einbruch in ihrem Haus tot aufgefunden wird, ist das Rentnerquartett nicht mehr aufzuhalten und verfolgt eine heiße Spur.

Wer die unterhaltsamen Romane von Dora Heldt kennt, wird auch von ihrem ersten Kriminalroman Böse Leute nicht enttäuscht, denn weder Spannung, noch tiefgründige Ermittlungen stehen im Fokus der Geschichte. Vielmehr wird die Handlung von den skurrilen Charakteren getragen, die mit ihren stümperhaften Ermittlungen bei Sushi und Eierlikör dem einen oder anderen Leser vielleicht ein Schmunzeln abgewinnen können. Der Roman wird in mehreren Handlungssträngen erzählt, wobei die Autorin ihrem flotten, heiteren Schreibstil treu geblieben ist. Den Leser erwartet seichte, unbeschwerte Unterhaltung nach bewährtem Strickmuster, ohne kritische Untertöne. Eine Kriminalkomödie, die nur wahren Dora Heldt Fans zu empfehlen ist, denn Krimileser werden an Böse Leute keinen Gefallen finden.

Dora Heldt, Böse Leute, Deutscher Taschenbuch Verlag 2016, Klappenbroschur, 442 Seiten, ISBN 978-3-423-26087-9, Preis: 14,90 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

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