Der 10-jährige Benjamin Wood hat seine Eltern, die sich zu einer Nordpolexpedition aufgemacht haben, seit drei Jahren nicht mehr gesehen. Seitdem lebt er bei seiner Gouvernante Miss Lumpton, die ihn Ben nennt. Doch eines Tages erfährt er von einem Anwalt, dass seine Eltern bereits vor Monaten mit einem Luftschiff abgestürzt sind und nun als verschollen gelten. Ben soll zu Verwandten nach Fliegenschlag ziehen und wird mit einer Bahnkarte versehen in einen Zug gesetzt. Erwartet wird er von Phil. A. Wood und Ben ist überrascht, dass sich hinter dem Namen eine „sie“ verbirgt. Von Tante Phil erfährt er, dass er zu einer berühmten Forscherfamilie, den Woods, gehört. Bei der selbsternannten Beastologin trifft er auf einen ungewöhnlichen Vogel, einen Dodo. Da der Junge endlich mit der Erforschung von seltenen und außergewöhnlichen Tieren beginnen soll, besteigen Tante Phil und Ben sofort am nächsten Tag ein Propellerflugzeug. Sie machen sich auf nach Arabien, um dort der Geburt eines Phönix beizuwohnen, was nur alle fünfhundert Jahre möglich ist. Für Ben ist das der Beginn eines großen Abenteuers, bei dem er Freundschaft mit einem Gremlin schließt und auf einem störrischen Kamel reiten muss. Doch dann wird Tante Phil von Beduinen gefangen genommen und Ben sucht verzweifelt nach einem Ausweg.

Das Kinderbuch Benjamin Wood – Beastologe: Die Suche nach dem Phönix von Robin L. LaFevers entführt Kinder ab acht Jahren in eine Welt voller Abenteuer. Von der ersten Seite an gelingt es dem Autor, Mädchen wie Jungen für die Geschichte zu begeistern. Die Leser können sich schnell in die Figur des Protagonisten hineinversetzen und mit ihm bangen. Während Kinder in der heutigen Zeit moderne Großraumflugzeuge besteigen, muss Ben noch selbst die Propeller anwerfen und seine Tante betätigt sich als Pilotin. Der Treibstoff wird mittels Trichter in den Tank gefüllt und dem Jungen erfrieren in der Höhe fast die Hände. Aus dem Buch erfahren die jungen Leser ganz nebenbei etwas von der sprichwörtlichen Gastfreundschaft der Beduinen, vom Trinkverhalten der Kamele und dem kaum auszusprechenden Doppeldecker „Sopwith Platypus“, den es, wie auch den in der Arktis (ganz korrekt am 25. Mai 1928) abgestürzten Zeppelin „Italia“, tatsächlich gegeben hat. Das Buch Benjamin Wood – Beastologe: Die Suche nach dem Phönix ist der erste Band zum Auftakt einer Reihe, denn es bleiben am Ende noch viele Fragen offen. Bis zum Erscheinen des zweiten Bandes werden sich die Leser allerdings noch etwas gedulden müssen. Doch schon alleine die schönen Illustrationen von Kelly Murphy und die Coverabbildung von Nina Dulleck machen Lust auf weitere spannende und fantastische Abenteuer mit Benjamin Wood.

Robin L. LaFevers, Benjamin Wood – Beastologe: Die Suche nach dem Phönix, cbj Verlag 2014, Hardcover, 160 Seiten, ISBN 978-3-570-15272-0, Preis: 8,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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