In ihrem Sachbuch Älter werden wir später!* spricht Aylin Urmersbach zu Beginn einige grundsätzliche Aspekte des Alterns an, nennt Gründe für die gestiegene Lebenserwartung und zeigt anhand statistischer Werte auf, wie sich der Alterungsprozess auf unsere Organe auswirkt. Achtzig Prozent unseres biologischen Alters, so führt die Autorin aus, werden durch den Grad der Bewegung und die Ernährungsweise bestimmt. Bei den Bewohnern von Regionen mit besonders hoher Lebenserwartung wurden die Ernährungsgewohnheiten genauer untersucht. Daran angelehnt listet das Buch Lebensmittel auf, die zur sogenannten Anti-Aging-Food gehören.
Was Ernährung und Bewegung bewirken können
Aylin Urmersbach erklärt verschiedene Modelle des Teilzeitfastens und zeigt das Für und Wider von Milchprodukten sowie die gesundheitliche Wirkung von grünem Tee und Kaffee auf, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie veranschaulicht die Auswirkungen, die Bewegung gleich welcher Art auf den Körper hat, und weist darauf hin, dass auch Hausarbeit zur sportlichen Betätigung gehört. Jede noch so kurze Bewegung sei besser als Sitzen und könne den Alterungsprozess verzögern.
Mit Fotos, die Aylin Urmersbach bei den Übungen zeigen, stellt sie ihr persönliches Workout vor. Zur Entspannung empfiehlt sie Atemübungen und erklärt, dass Stress nicht grundsätzlich krank machen müsse. Übersichtlich präsentiert sie zehn Anti-Aging-Essregeln, die ein schnelles Altern fördern beziehungsweise bremsen, zehn Tipps, die Schwung in den Alltag bringen, sowie zehn Anregungen, die für mehr Freude im Leben sorgen können.
Die Autorin erklärt außerdem die Beteiligung verschiedener Hormone und wie sich ein Mangel auf natürliche Weise oder mithilfe rein pflanzlicher Phytohormone ausgleichen lässt.
Rezepte gegen das Älterwerden?
In einem eigenen Teil des Sachbuchs Älter werden wir später!* finden sich Rezepte für Gerichte von Martina Kittler, die dem Prozess des Älterwerdens entgegenwirken sollen. Daran anschließend widmet sich Aylin Urmersbach den mit zunehmendem Alter häufiger auftretenden Krankheiten und Beschwerden. Den Abschluss bildet ein Test, mit dem jeder sein biologisches Alter errechnen kann. Immer wieder finden sich zudem kleine Patientengeschichten der als Fachärztin praktizierenden Autorin.
Zwischen Anti-Aging und Alltagstauglichkeit
Das im Großformat gedruckte Buch zeichnet sich durch eine übersichtliche Gliederung aus, die für eine Auflockerung der Thematik sorgt. Die farbigen Fotos der vorgestellten Rezepte sehen zugegebenermaßen ansprechend und lecker aus, dürften jedoch in erster Linie Frauen ansprechen.
Von Gruppen- oder Vereinstreffen in einem Restaurant ist bekannt, dass Frauen eher als Männer, die Pommes und Fleisch favorisieren, einen Salat auswählen. So dürften wohl die wenigsten Ehemänner von diesen Anti-Aging-Gerichten begeistert sein.
Auch den Rat der Autorin, Altersarmut durch private Vorsorge zu vermeiden, können gerade viele Menschen, die noch im Erwerbsleben stehen, nicht beherzigen, da ihnen durch die Ausweitung geringfügiger Beschäftigungen häufig diese Möglichkeit genommen wird. Das schließt natürlich nicht aus, dass eine Altersvorsorge für alle sinnvoll ist, die einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen und nicht nur den gesetzlichen Mindestlohn beziehen.
Das Leben findet jetzt statt
Als Fazit lässt sich aus dem Buch ziehen, dass zum Glücklichsein auch das Leben im Hier und Jetzt gehört – ein Gedanke, den Aylin Urmersbach ebenfalls zum Ausdruck bringt.
Älter werden wir später! von Aylin Urmersbach

Wie lässt sich das Älterwerden beeinflussen? Aylin Urmersbach verbindet Ernährung, Bewegung und Lebensweise mit praktischen Tipps für den Alltag.
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Verlag: ZS
Erscheinungsjahr: 2019
Seitenzahl: 192
Genre: Sachbuch