
Ein Comedian zwischen Rausch und Realität
Max Steinbach träumt von einer Karriere als Comedian und moderiert seine eigene Show. Für den jungen Mann, der über einem Pornokino in Köln wohnt, und seinen besten Freund Markus gehören Wodka Red Bull, Ecstasy und einige Lines Kokain zum Alltag. Mit dem soliden Danny, der sich mit Isi verloben will, teilt Max sich ein Büro. Als Markus ihn dort abholen möchte und auf Danny trifft, ist der Crash der ungleichen Typen vorprogrammiert. Bereits auf dem Weg zu einer multisexuell orientierten Party glühen die beiden Freunde vor und begegnen später Elmar, der mit seiner Nina Probleme hat.
Liebe, Lust und Ernüchterung
Auf der Party hat der bisexuelle Max nur Augen für den Japaner Yuma, den er als den „schönsten Menschen des Planeten“ bezeichnet. Im siebten Himmel schwebt er, als Yuma ihn nach Hause begleitet. Doch am nächsten Morgen ist Yuma wie ausgewechselt und zeigt sich reserviert. Zu allem Überfluss wird Max’ Show nach der dritten Ausstrahlung abgesetzt, und selbst als Reporter kann er mit dem absurden Thema „Blähungen eines bekannten Redakteurs“ nicht überzeugen.
Alte Gefühle und neue Katastrophen
Gerade in der Zeit, in der Max’ Leben aus den Fugen gerät, meldet sich Tanja, mit der er vier Jahre zusammen war. Wäre da nicht ihr Bruder Sascha gewesen, für den Max starke Gefühle hatte, hätte er die Freundschaft nicht beendet. Nun schlägt Tanja einen Kirmesbesuch vor. Ein Stromausfall sorgt für Aufregung, als die Gondel mit Max und Tanja in der Luft stecken bleibt – nur eine von vielen Katastrophen, die ihn erwarten.
Humor mit Tiefgang
Der Leser des Liebesromans Konfetti-Blues* von Lutz van der Horst fühlt sich während der Lektüre wie ein Gast bei einem seiner Auftritte, denn der gesamte Plot trägt die Handschrift eines Comedians. Der Protagonist berichtet in der Ich-Form über Verwicklungen und düstere Momente, etwa wenn ihn sein Lippenherpes plagt. In einer Szene erinnert er an Konrads Spezialkleber, den schon Pippi Langstrumpf zu schätzen wusste, und führt wiederholt treffende Vergleiche an, die besondere Momente markieren.
Köln, Konfetti und der Tod
Ein besonders interessantes Kapitel widmet der Autor dem seit 1994 geschlossenen Kölner Fernsehturm Colonius mit Dachrestaurant. Dank einer List gelingt Max und Yuma der Besuch. Skurrile Szenen wie ein Mann, der sich vor einem Pornokino die fettigen Hände an der Hose abwischt, sorgen für komische Bilder. Amüsant ist auch Max’ Gespräch mit Markus über Fesselspiele. Eine geniale Idee ist der Dialog mit dem Tod, der eines Tages vor Max’ Tür steht.
Zwischen Kritik und Pointen
Auch ernste Themen finden Platz: etwa die Diskrepanz zwischen einer monatlichen Spende von vierzig Euro an ein Patenkind in Äthiopien und dem gleichzeitigen Kauf eines Plasma-Flatscreens sowie eines Restaurantbesuchs. Dennoch überwiegen die humorvollen Pointen. Ob Max sich für den schlechten gesundheitlichen Zustand seines kirmesorgelmusikliebenden Vaters verantwortlich fühlt oder ein Testpublikum für einen Check bestellt – die Lacher hat er, wie auch Lutz van der Horst selbst, stets auf seiner Seite.
Aufklärung mit Witz
Der Autor klärt in Konfetti-Blues* über Bisexualität auf und räumt mit dem Vorurteil auf, dass bisexuell gleichzusetzen sei mit homosexuell oder schlicht „schwul“. Max erklärt seinen Eltern den Zusammenhang und macht deutlich, wie verbreitet falsche Schlüsse noch immer sind. Welche Entscheidung Max für sein Leben trifft und mit wem er sich auf die Motto-Silvesterparty im Prolog freut – die gleichzeitig ein Beziehungsjubiläum ist – verrät Lutz van der Horst natürlich erst am Ende dieser rasanten Geschichte.
Konfetti-Blues von Lutz van der Horst

Droemer Verlag 2025
Klappenbroschur
288 Seiten
ISBN 978-3-426-56145-4

