Louis Jensen schreibt in dem Jugendroman 33 Cent – um ein Leben zu retten von einem 14-jährigen Jungen, der mit seiner Familie in Dänemark lebt. Um den hungernden Kindern in Afrika zu helfen, besucht er nur noch jeden zweiten Tag die Schule, damit er an den freien Tagen Geld verdienen kann. Als ihm das auch noch zu wenig ist, beginnt er Kleidung zu stehlen, die er an einen Hehler weiterverkauft. Natürlich stellt er sich die Frage, ob das erlaubt ist. Immerhin ist sein Vater Richter und sagt ihm, dass man nicht stehlen darf. Doch er kann nicht verstehen, dass er etwas Unrechtes tut, denn schließlich nimmt er wie sein Vorbild Robin Hood den Reichen und gibt den Armen.

Er sammelt mit seiner Freundin Anne, die ihm viel bedeutet, Geld bei den Bürgern und trifft dabei auf eine Frau, die ihren Geldschein in einen Gullideckel, anstatt in die Sammelbüchse wirft. Sie ist davon überzeugt, dass alle Hilfen den Hungernden nichts nutzen und sie für sich selbst sorgen müssten. Er sollte seine Hilfe lieber den Armen im eigenen Land anbieten. Trotz aller Bedenken setzt sich der Junge zusammen mit Anne in einen Kühlwagen voller Lebensmittel, die er fest entschlossen von Dänemark durch Europa bis nach Afrika bringen will. In ihrer Naivität laufen sie jedoch ihrem Unglück geradezu in die Arme.

Auch wenn die Geschichte um die Fahrt eines Jungen quer durch Europa unrealistisch wirkt, so kommt doch beim Leser die Botschaft des Autors an: Wo bleibt die Gerechtigkeit bei so viel Ungerechtigkeit. Der Junge handelt couragiert und setzt sich für Menschen ein, die Hilfe nötig haben. Louis Jensen lässt seinen Protagonisten in der Ich-Form erzählen und bringt mit 33 Cent – um ein Leben zu retten den jungen Leser zum Nachdenken. Er wirft am Beispiel von Robin Hood die Frage auf, ob man gegen Gesetze verstoßen darf, wenn es einem guten Zweck dient. So lässt er auch einfließen, dass es Menschen gab, die Juden geholfen haben, obwohl es verboten war. Der Autor führt dem Leser vor Augen, dass Erwachsene über die Nachrichten, die von „Erdbeben, Finanzkrisen, Arbeitslosigkeit, Kriege, Unruhen“ berichten, nicht weiter nachdenken. Sein Protagonist kommt zu der Erkenntnis, dass er von seinem Besitz die Hälfte abgeben könnte und dass das einige tun könnten. Viele Menschen essen zu viel, so dass sie davon sogar krank werden und die Früchte, die sich die Afrikaner selbst nicht leisten können, wandern nicht selten in die Abfalltonnen unserer Supermärkte, was angesichts von so vielen Hunger leidenden Menschen traurige Realität ist. 33 Cent – um ein Leben zu retten ist in einer einfachen Sprache verfasst und Louis Jensen will mit seinem Jugendroman genau die Altersgruppe ansprechen, die auch sein Protagonist hat. Der Verlag empfiehlt das anspruchsvolle Buch für 12 bis 15-Jährige.

Louis Jensen, 33 Cent – um ein Leben zu retten, Carl Hanser Verlag 2013, Klappenbroschur, 160 Seiten, ISBN 978-3-446-24177-0, Preis: 12,90 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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