„Auf dem Gräftenhof“ – Ein Roman über Heimat, Verantwortung und Wandel

over vvon Auf dem Gräftenhof von Arnold Pesch

Die Höfe im Münsterland und ein besonderes Erbe

Franziska, die mit Johannes verheiratet ist und mit ihm die Kinder Ludger, Barbara und Alexa hat, erbt nach dem Tod ihres Vaters den Bawinkelschen Hof im Münsterland. Als ihre Nachbarn Maria und Wilhelm Schulze-Westhoff vom bedeutend größeren Gräftenhof nach zwei Fehlgeburten endlich einen Sohn bekommen, schwindet mit dem am Down-Syndrom leidenden Paul alle Hoffnung auf einen Hoferben. In kluger Voraussicht bitten sie Johannes, die Patenschaft für Paul zu übernehmen – für den Fall, dass ihnen etwas zustoßen sollte, würden sich ihre Nachbarn um den kranken Jungen kümmern.

Ein Angebot aus Verantwortung

Als Wilhelm zunehmend seine Kräfte schwinden sieht, beschließt er gemeinsam mit seiner Frau Maria, den Gräftenhof den Nachbarn zum Kauf anzubieten, um ihn in guten Händen zu wissen.

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Drama im Sumpf: Ein Klassiker der spanischen Literatur neu entdeckt

Cover von Sumpffieber von Vicente Blasco Ibáñez

Ein Naturparadies als literarische Bühne

Der an der Küste des Golfs von Valencia gelegene Naturpark L’Albufera ist ein bedeutendes Feuchtgebiet mit dem größten Süßwassersee Spaniens. Heute werden dort verschiedene Führungen angeboten. Bereits im 15. Jahrhundert schütteten die Bewohner Erde in die Lagune, um Sumpfböden für den Reisanbau zu gewinnen – eine Grundlage für die spätere Paella-Tradition.
Dieses eindrucksvolle Gebiet bildet den Schauplatz des Romans Sumpffieber von Vicente Blasco Ibáñez, der nun in der Reihe Vergessene Moderne neu aufgelegt wurde.

Vom Fischerleben und unerfüllten Träumen

Paloma lebt wie alle Dorfbewohner von Palmar vom Fischfang. Sein Sohn Toni jedoch träumt von einem anderen Leben – vom Wohlstand eines Grundbesitzers. Zwar folgt er dem Willen seines Vaters, heiratet und bekommt mit Tonet einen Sohn, doch gegen Palomas Wunsch pachtet er Reisfelder.

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Intrigen, Schuld und Spiritismus: Eine Reise in Fogazzaros „Piccolo Mondo Antico“

Cover von Piccolo Mondo Antico von Antonio Fogazzaro

Die Welt am Luganer See – ein politisch aufgeladener Schauplatz

Der nach sechsjähriger Arbeit im Jahr 1895 erschienene Roman Piccolo Mondo Antico von Antonio Fogazzaro spielt im Gebiet des Luganer Sees um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit existierte noch das Königreich Lombardo-Venetien – ein Detail, das für das Verständnis der politischen Verhältnisse der vom Autor geschilderten Ereignisse von Bedeutung ist.

Im Zentrum steht Don Franco Maironi, der früh seine Eltern verloren hat und deshalb unter der strengen Autorität seiner wohlhabenden und tief religiösen Großmutter, Marchesa Ursula Maironi, aufwächst. Als sich in ihrem Haus unter anderem Pasotti einfindet – begleitet von seiner tauben Ehefrau Barborin und einem Pfarrer, mit dem er über den Luganer See übergesetzt wurde –, eskaliert ein Streit. Die Marchesa droht Franco mit Enterbung, sollte er Luisa Rigey heiraten. Franco verlässt daraufhin die Zusammenkunft.

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