Zu Beginn des 17. Jahrhunderts geht der junge Hugh in Irland an Bord eines Segelschiffes, um im spanischen Salamanca ein Theologiestudium zu beginnen, das ihm in seiner Heimat verwehrt wird. Später will er nach Irland zurückkehren, um das Evangelium zu verkünden. Im Priesterseminar entschließt er sich, dem Franziskanerorden beizutreten. Mit Pater Florence Conry, der zwar die Ansichten des Novizen zum Keuschheitsgelübde nicht teilt, ihn aber dennoch schätzt, begibt er sich nach Flandern und schließt dort Freundschaft mit Owen Roe O-Neill, dem Neffen des Anführers der irischen Flüchtlinge. Bereits in Valladolid hat Hugh, der mittlerweile Pater ist, den Entschluss gefasst, ein Buch über die Lebensgeschichte von Thomas More zu schreiben. Um mehr über sein Leben zu erfahren, begibt sich Hugh nach London, wo man den Lordkanzler von England im Tower gefangen hielt und schließlich hinrichtete, weil er bis zum Schluss Heinrich VIII nicht als Oberhaupt der englischen Kirche anerkennen wollte.
weiterlesenDer Herbst des Goldenen Zeitalters von Karin Schüller
Die Anthologie „Wie is? – Muss.“, herausgegeben von Hermann Beckfeld und Werner Boschmann, beinhaltet neben Kurzgeschichten auch einige Gedichte und zwei Autobiografien. Desweiteren beantworten Autoren in insgesamt drei Gesprächen ihnen gestellte Fragen, bei denen es zum einen um den Verein Vfl-Bochum und zum anderen um einen Ruhrgebietsladen in Mülheim geht. Außerdem erklärt eine der Befragten, dass sie sich tatsächlich für einen Umzug vom vornehmen Hamburger Stadtteil Blankenese ins Ruhrgebiet entschieden hat.
Im Frühjahr 1945 machen sich Gerti und Ilse mit einem Handkarren auf den Weg in ihre Heimat, nachdem sie für ein halbes Jahr als Wehrmachtshelferinnen bei der Flak-Batterie in Niedersachsen gedient haben. Immer sitzt ihnen die Angst im Nacken, dass amerikanische Soldaten handgreiflich werden könnten. Unterwegs kommen sie für die Nächte bei Bauern unter, und ab Bielefeld schließen sich ihnen Daniel und Karl an, zwei junge Männer, die gerade von der Front kommen. In Unna werden sie von Karls Mutter freundlich bewirtet. Von nun an muss sich Gerti von Ilse trennen, die alleine nach Iserlohn weiterzieht, während Gerti sich weiter mit Daniel auf den Weg macht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine starke Zuneigung und Gerti ist umso enttäuschter, als sie eines Tages nur noch einen Abschiedsbrief von Daniel vorfindet.
Die in Zürich lebende Ann erhält eines Tages einen Anruf von Nick, dem Mann ihrer Freundin Jessica, die nach einem Suizid auf der Intensivstation im Koma liegt. Nicht zuletzt, um sich auch um deren 5-jährige Tochter Amy zu kümmern, reist Ann nach Wales, wo sie auf die vergangenen Jahre zurückblickt und darauf, wie mit „Jessicas Traum“ alles begann:
Joanna Stafford erhält im Jahr 1540 von ihrem Cousin König Heinrich VIII den Befehl, nach Whitehall-Palast zu kommen, um für ihn einen Bildteppich anzufertigen. Gleich nach ihrer Ankunft im Palast wird sie von einem mutmaßlichen Pagen in einen Hinterhalt gelockt. Joanna kann sich befreien und ist froh, als ihr Thomas Culpeper zu Hilfe eilt. Doch die frühere Novizin, deren Kloster in Dartford wie alle anderen Klöster des Landes vom König aufgelöst wurde, wird den Verdacht nicht los, weiterhin verfolgt zu werden. Irgendjemand trachtet ihr nach dem Leben, oder noch schlimmer, will sie in seine Gewalt bringen.
Thomas Ravnsholdt, den seine Freunde nur Ravn nennen, hat sich zum Verkauf seiner Wohnung in Christianshavn entschlossen, in der seine Freundin Eva vor zwei Jahren ermordet wurde. Er nennt nunmehr einen alten Kahn sein Zuhause. Eines Tages sucht Louise Slothsholm Nielsen den ehemaligen Polizisten auf und bittet ihn, ihr bei der Suche nach ihrem Bruder Mogen zu helfen, der seit sechs Monaten vermisst wird. Laut Angaben der Polizei, die nach ihm fahndet, soll er den Safe seines Arbeitgebers Axel Pondus Lauritzen, der in illegale Transaktionen verwickelt war, ausgeraubt haben und mit dem Geld geflüchtet sein. Nachdem Ravn sich mit seinem ehemaligen Kollegen Mikkel vom Polizeirevier Stockholm ausgetauscht hat und Louise fest entschlossen ist, der Spur ihres Bruders nach Berlin zu folgen, will er ihr bei der Suche helfen. Denn nachdem er erfahren hat, dass ihn Eva vor ihrem Tod mit einem anderen betrogen hat, will er auf andere Gedanken kommen.
Bertha Hauser meldet ihren Mann Fritz bei der Polizei als vermisst. Kurze Zeit später geht dort ein Anruf von Lisa Köppel ein, die im Rhein bei Basel eine Leiche gefunden hat. Bertha kann den Toten als ihren Mann identifizieren. Da dieser einen Abschiedsbrief hinterlassen hat, geht die Polizei von einem Suizid aus. Nach der Beerdigung beauftragt die Witwe den zweiundvierzigjährigen Journalist Oskar Behrens, die Spedition Kessler unter die Lupe zu nehmen, bei der ihr Mann lange beschäftigt war. Nachdem Kevin Kobel neuer Finanzchef wurde, hätte ihr Mann Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung aufgedeckt. Die beauftragte Revisionsfirma konnte jedoch nichts Auffälliges finden, woraufhin ihr Mann auf einen anderen Posten versetzt wurde. Seitdem hätte er reichlich dem Alkohol zugesprochen und Bertha bittet den Journalisten inständig, Kevin Kobel auf den Zahn zu fühlen.
Inmitten der Unruhen des spanischen Bürgerkriegs setzen bei einer Frau in Villareal im Sommer 1936 die Wehen ein. Geschwächt bittet sie eine anwesende Nonne, ihren Sohn zu retten. Doch die überlässt ihn seinem Schicksal und wirft ihn in den Fluss, aus dem ihn der Hund von Baffa Rubio rettet. Der Sardinenfabrikant nimmt den Jungen, den er Frankie nennt, bei sich auf, und gibt sich als sein Vater aus. Seine Mutter, so erzählt ihm Baffa, wäre bei einem Autounfall in Detroit ums Leben gekommen. Da der erst fünfjährige Frankie die Musik liebt, beauftragt Baffa einen Blinden, ihm das Gitarrespielen beizubringen. Frankie lernt von seinem Lehrer, den er El Maestro nennt, schnell Jazz- und Flamencostücke zu spielen. Doch im Sommer 1945 wird Baffa verhaftet und gibt dem Lehrer sein erspartes Geld. Er soll damit für das Kind, das sich in Zukunft nur noch Frankie Presto nennen darf, die beste Gitarre kaufen und die entsprechenden Leute bestechen, um für ihn eine Überfahrt nach Amerika zu ermöglichen. In Detroit würde sich seine Schwester um das Kind kümmern. Doch von diesen Plänen ahnt der betäubte und abgeschobene Frankie nichts.
Als Marlis Seeler eines Morgens erwacht, liegt ihr Ehemann Albert nicht neben ihr im Bett. In ihrem Wintergarten entdeckt sie ein totes Paar, das nackt in einem Nest aus Daunenfedern drapiert wurde. Die Fensterscheiben sind mit einem schwarzen Film aus Teer überzogen, und das Treppenhaus ist mit pechschwarzen Spuren übersät. Die unter Schock stehende Frau kann noch die Polizei informieren, bevor sie ins Krankenhaus gebracht wird. Franka Janhsen, die erst seit kurzer Zeit zur Mordkommission in Rerrick gehört, ist froh, dass sich eine Kollegin um die beiden ebenfalls im Haus befindlichen Töchter kümmert, während sie mit dem Leiter der Spurensicherung spricht und neugierig auf die erste Einschätzung der Gerichtsmedizinerin ist. Denn wie ihr Chef Simon Ackermann will sie schnell eine Antwort darauf haben, ob es sich um Mord handelt und wenn ja, ob der Wintergarten auch der Tatort war.