Im Mittelpunkt des Romans „Ich bin behindert, und Du?“ von Harald Jelinek steht Hannes Fortwill, der unter spastischen Anfällen leidet. So weit er zurückdenken kann, stand er schon als Kind wegen seiner Behinderung im Abseits. Er wollte seine Anfälle wenigstens unter Kontrolle halten können, so dass nicht jeder gleich seine Behinderung bemerken würde. Natürlich hätte er auch gerne mal ein Mädchen angesprochen, doch dazu fehlte ihm der Mut. Dies musste seinen Träumen vorbehalten bleiben.
Heute macht sich Hannes viel Gedanken über den Sinn seines Lebens. Er hat nur ein geringes Selbstwertgefühl und auf ein Mädchen im Wartezimmer des Arztes, dass er schon längere Zeit beobachtet hat, mag er nicht zugehen. Doch eines Tages kommt Tina auf ihn zu und er wird sich später eingestehen, dass es Liebe auf den ersten Blick war. Er ist gefangen von der Art, wie sie ihre Behinderung annimmt. Bei den folgenden Treffen nimmt er nur noch Tina wahr und seine Umgebung rückt in den Hintergrund.
Der bei einer Zeitarbeitsfirma angestellte Yann hängt in Elisabeth Filhols Roman „Der Reaktor“ seinen Erinnerungen nach. Er denkt an seinen Freund Loïc, mit dem er sechs Jahre zusammen gearbeitet hat. Immer zu wechselnden Arbeitseinsätzen in Frankreich, immer mit der Angst im Nacken, immer von quälenden Träumen verfolgt: Werde ich zu denen gehören, die die gesetzlich erlaubte Höchstgrenze von 20 Millisievert erreichen? Bekomme ich die Dosis schon bei einem einzigen gefährlichen Einsatz ab, oder hoffentlich erst nach und nach? Eigentlich muss es mich ja gar nicht treffen, es sind ja nur statistische Berechnungen…
In dem Buch „Papa ante Palma“ von Stefan Keller dreht sich alles um die Liebe eines Deutschen zu seiner spanischen Frau und ihren gemeinsamen Kindern sowie um das Auswandern auf das Inselparadies Mallorca fernab, des partybekannten Ballermanns. Stefan, der als Protagonist seiner Selbstdarstellung im Buch ausschließlich Steve genannt wird, beschreibt allerdings in diesem Bestseller-Werk nicht nur seine beginnende Liebe zu Mallorca und jene zu seiner Familie, sondern auch die Liebe zur Musik.
Die Wanderschaft eines jungen Mannes steht im Mittelpunkt des großen literarischen Werkes „Der Nachsommer“ von Adalbert Stifter. Der 18-jährige Heinrich Drendorf lebt mit seiner zwei Jahre jüngeren Schwester und seinen Eltern in begüterten Verhältnissen und wird von Hauslehrern unterrichtet. Nachdem er einen Teil aus seiner Erbschaft erhalten hat, begibt er sich auf seine erste Wanderschaft, die ihn später mit Steigeisen und Stricken bis an die Gletscher führen wird. Er entdeckt seine Leidenschaft für die Naturwissenschaften, betreibt Pflanzen- und Mineralkunde und übt sich im Zeichnen. Unterwegs führt ihn ein herannahendes Gewitter auf den Asperhof, der wegen seiner Rosenvielfalt auch Rosenhof genannt wird. Heinrich bittet um Einlass und ist von der augenblicklichen Gastfreundschaft hoch erfreut. In den zwei Tagen seines Aufenthaltes führt er lange, zum Teil philosophische Gespräche mit dem Hausherrn Freiherr von Risach. Er freundet sich mit dessen Ziehsohn Gustav an. Mit dem Versprechen, im nächsten Sommer wiederzukommen, verabschieden sie sich.
„Helenenplatz“, der zweite Roman der Schweizerin Simona Ryser, ist ein modernes Märchen von Menschen, die in der nüchternen Zeit der virtuellen Partnerbörsen auf der Suche nach dem Leben und der großen Liebe sind. Die Autorin verarbeitet auch in diesem Roman Themen, die schon in ihrem ersten Werk „Maries Gespenster“ eine große Rolle spielten.
Hauptkommissar Svenjamin Bubbles hat es in dem als Parodie angelegten Buch „Verarschung“ von Lars Arffssen mit ungewöhnlichen Morden zu tun: In Schweden treibt ein Rentier-Killer sein Unwesen. Zusammen mit seinen Kollegen und dem Journalist Mikael Blomberg will er ein psychologisches Profil von einem Rentiermörder erstellen. Doch damit nicht genug: Zwei Tote geben ihnen weitere Rätsel auf. Dr. Jerker Ekkrot wird tot in seiner Wohnung aufgefunden und auch Twigg Arssen, ein früherer Schulfreund von Mikael Blomberg. Von seinem Vater erfahren sie, dass Twigg Arssen als Schriftsteller an einem Buchprojekt gearbeitet hat und möglicherweise im Begriff war, ein Komplott aufzudecken. Für Kommissar Bubbles ist die irgendwie durchgeknallte und tätowierte Lizzy die Mörderin von Dr. Ekkrot und Arssen. Sie wird festgenommen und ins Gefängnis gesteckt. Dort sieht sich Mikael Blomberg mit ihr zusammen eine Videoaufzeichnung an und es stellt sich heraus, dass sie nicht die Schuldige sein kann. Lizzy beeindruckt immer wieder durch ihre Rechenkünste und als Computerhackerin ist sie unschlagbar.
Im Mittelpunkt des großen literarischen Romans „Die Zwillinge von Nürnberg“ von Hermann Kesten steht das Leben der Zwillinge Primula und Ultima. Nachdem ihre Mutter im Kindbett verstarb, werden sie von ihrem Vater aufgezogen, der als grausamer Richter bekannt ist. Als sie in ein Internat gesteckt werden sollen, fliehen die 17-jährigen Schwestern nach Nürnberg. Man schreibt das Jahr 1918 und es ist endlich wieder Frieden eingekehrt. Sie werden zusammen mit Ferdinand Lust, der aus einem Gefangenenlager aus Nancy geflohen ist, liebevoll von Marie Tucher aufgenommen. Ferdinand unterhält eine kurze Liaison mit der Witwe eines kürzlich verstorbenen Freundes sowie mit der von ihm geliebten Marie Tucher und auch mit Primula, eine der beiden Zwillingsschwestern. Primula wird schwanger und die beiden Schwestern zieht es nach Berlin, wo Primula ebenfalls Zwillinge, zwei Jungen, auf die Welt bringt. Primula und Ultima beschließen, die beiden Jungen Alexander und Caesar jeweils als ein Kind von sich auszugeben und niemand soll jemals von diesem Schwindel erfahren.
Berlin – Jablonskistraße – 1940: Das ist der Schauplatz in Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein“. Der überwiegende Teil des deutschen Volkes lässt sich nur zu gerne täuschen und glaubt an den großen Sieg. Die Juden haben es immer schwerer. Es ist die Zeit, in der jeder etwas zu verbergen hat und sich schnell um Kopf und Kragen reden kann, wenn er nicht aufpasst. Einschüchterungen und Ängste sind an der Tagesordnung und die Luft ist wie bei einem drohenden Gewitter damit geladen. Für jeden spürbar. Niemand kann mehr jemandem trauen, die Kinder verraten ihre Eltern und die Gestapo ist überall.
Daniel Kuper scheint ein normaler Junge zu sein, der in einem beschaulichen Dorf namens Jericho aufwächst, dort die Schule besucht, Freundschaften knüpft und wieder löst, sowie ein gewisses Interesse an Mädchen besitzt. Diese Eigenschaften, gepaart mit viel Schabernack und Fantasie im Kopf, macht ihn zu einem gewöhnlichen Teenager. Jedoch ereignen sich im Verlauf der Geschichte merkwürdige Ereignisse: unter anderem das Auftauchen eines Kornkreises, der Selbstmord eines Mitschülers und ganze Häuserreihen beschmiert mit Hakenkreuzen. Als Übeltäter dieser merkwürdigen Geschehnisse wird Daniel ausgemacht, der nun in einen Kampf zwischen sich und seiner Umwelt verwickelt ist.