Linda, von Beruf Übersetzerin persischer und französischer Romane, ist die Erzählerin des Romans Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung. Sie gibt sich ihren von ihrer Großmutter Ida Sklorz handelnden Träumen hin, die in Beuthen ihren Anfang nehmen: Alle Einwohner müssen im Januar 1945 die Stadt verlassen. Während Idas Ehemann Kurt in Kiel stationiert ist, macht sie sich bei minus fünfzehn Grad mit ihren Kindern Hannes, Kaspar, Nanne und Karl sowie schwerem Gepäck auf den Weg nach Lüneburg zu Kurts Eltern und seiner Schwester. Noch hofft Ida, bald wieder in die Heimat zurückkehren zu können. Doch auch Lüneburg wird immer häufiger bombardiert und ein Ende des Krieges ist nicht abzusehen. Da die Schwägerin Ida und den Kindern kaum genug zum Leben lässt, ist Ida froh, als sie für den englischen Officer Smith die Wäsche waschen darf. Schnell melden sich seine Kollegen und Gefangene, für die sie im Tausch gegen Lebensmittel oder Schmugglerware ebenfalls kleine Gefälligkeiten erledigt.
weiterlesenMeine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung von Tanja Langer
Drei völlig verschiedene Menschen begegnen sich in einem Klinikum in Österreich: Der Ex-Junkie Richie, der aus Verantwortung für seine beiden Söhne seit zwei Jahren clean ist; der an Prostatakrebs im Endstadium erkrankte Hans, dessen Ehefrau Poldi seit zwei Jahren tot ist; und schließlich die von ihrem Ehemann verlassene Karin, die von Kopfschmerzen geplagt wird und an einem Burnout leidet. Drei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihre Krankengeschichten vereinen sie zu einer gemeinsamen Komposition, dem Dreierblues.
Beate Thoma ist promovierte Wissenschaftlerin und arbeitet in der pharmazeutischen Industrie, was ihr wenig Freizeit lässt. Sie freut sich mit fast vierzig Jahren endlich auf ein erstes Baby. Voller Übermut glaubt sie fest daran, dass sie mit Clemens, dem werdenden Vater, eine Lösung bezüglich des gemeinsamen Wohnortes finden wird. Denn ihr geschiedener Freund besitzt ein Haus, das er nicht aufgeben will, in dem für Beate allerdings der Geist seiner Exfrau schwebt, was sie bisher davon abgehalten hat, zu ihm zu ziehen. Als sie bei einem Treffen ihm die erfreuliche Nachricht überbringen will, wird sie vor seinen Augen von einem Lastwagen angefahren. Bea, wie er sie nennt, wird zum Glück nicht schwer verletzt, verliert jedoch ihr Baby.


Der Renaissance-Experte Dr. Alexander Seltig trifft mit Peter Neumann, dem Bürgermeister von Berlin, und der Kulturstaatsministerin Dr. Ricarda Bauer letzte Absprachen für die Ausstellungseröffnung zur Ehrung des Künstlers Lucas Cranach und seines Venus-Gemäldes. Die drei kommen überein, dass die kunstgeschichtliche Doktorandin Nele Rosenbach eine kurze Rede halten soll, in der sie den interessierten Zuhörern das Bild erklären soll. Seltig verfolgt darüber hinaus den Plan, während der Ausstellung für einen neu zu gründenden Berlin-Art-Club zu werben, mit dem er beim Bürgermeister jedoch keine Zustimmung findet. Anstelle eines Reichen-Clubs für die Kunst, sind diesem die oftmals am Hungertuch nagenden Alleinerziehenden wichtiger.
In ihrem autobiografischen Roman
Dem fünfzehnjährige Ben und seinem ein Jahr älteren Bruder Rikki bleiben nur noch die Erinnerungen an eine glückliche Kindheit: Als sie noch nicht wegen Kleinigkeiten von ihrem Vater Frank Martin Digervold mit einem Ledergürtel verprügelt wurden und ihre Mutter Melissa noch gesund war. Um sich gedanklich abzulenken, schnüffeln die Brüder Benzin. Ben, der intelligentere, hat eines Tages die Idee, einen Jahrmarkt zu überfallen. Tatsächlich gelingt es ihm, von Budenbesitzer Tødden die Tageseinnahmen zu erpressen. Als er mit Rikki nach einem Versteck für das Geld sucht, entdeckt er in der Garage seines Vaters Bündel von Geldscheinen, die der Geizkragen offensichtlich gehortet hat. Nach diesem Coup geht Ben davon aus, dass sein krimineller Onkel Rudi ihn als gleichwertig akzeptiert, denn immerhin hat er es mit Tødden aufgenommen. Mit Rikki will er zu ihm, obwohl sein Vater jeglichen Kontakt verboten hat. Die beiden Ausreißer machen sich auf den Weg von Sandnes nach Stavanger in Westnorwegen.