
Familienurlaub mit Spannungen
Der mit Korrektur- und Lektoratsarbeiten beschäftigte Kulturwissenschaftler Theo verbringt mit seiner Ehefrau Anna und dem siebenjährigen Sohn Moritz wie jedes Jahr die Sommerferien im Salzburger Lungau. Doch die eheliche Beziehung ist von Spannungen überschattet, und es kommt zu Streitigkeiten. Da Anna als Biologin ohnehin wieder ihrer Arbeit nachgehen muss, entscheidet sich Theo zu einer Reise, die er allein mit Moritz unternehmen will: Die beiden wollen in umgekehrter Richtung der Route des Elefanten Soliman folgen. In Salzburg hoffen sie, auf dessen legendäre Route zu stoßen, und wollen mindestens bis Genua gelangen – wenn nicht sogar bis Madrid. Theo plant, in Gasthäusern zu übernachten, die sich entlang der Route befinden und nach dem Elefanten benannt wurden.
weiterlesenZwischen Realität und Fiktion: Eine Reise auf den Spuren Solimans
Allein in Deutschland gibt es über eineinhalb Millionen alkoholabhängige Menschen. Doch meist ist es ein langer Weg bis zu dieser Erkenntnis und dem Zeitpunkt, sich die eigene Abhängigkeit einzugestehen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die sechsunddreißigjährige Lucy Richter in dem Roman
Achim Tschuly hat als Pyrotechniker eine neue Tätigkeit bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung aufgenommen, weshalb er mit seiner Lebensgefährtin Barbara nach Berlin Zehlendorf, im Westteil der Stadt gelegen, gezogen ist. Unlängst hat sich in Tschernobyl die Reaktorkatastrophe ereignet, und um die durch den Regen kontaminierten Kleidungsstücke nicht in die Wohnungen zu tragen, werden sie häufiger gewaschen. Beim Aufhängen der Wäschestücke lernt Achim auf dem Dachboden die mit Volker verheiratete Marion Sebulke kennen. Aus der zufälligen Bekanntschaft entwickelt sich ein Verhältnis, und als Achim etwas Verbotenes zu deren Schwester Sybille über die Grenze nach Ost-Berlin bringen will, ist er sich über die Folgen nicht bewusst.
Nach einem für Lisa Flanders traumatischen Erlebnis und darauffolgenden Suizidversuch wurde sie in einer Klinik in Boston behandelt und mit dreiundzwanzig Jahren entlassen. Weil ihre Freundin Maude ihr vom Leben ihres Bruders Dave und seiner Frau Agnes auf der Farm Walworth in Wisconsin vorgeschwärmt hat, zieht sie vorübergehend zu ihnen. Agnes und Dave machen sich wie auch sein Bruder Tom und die Kinder Roy und Kevin über sie wegen ihrer unzureichenden bäuerlichen Kenntnisse lustig. Allein zu dem Schamanen Big Wam gewinnt Lisa Vertrauen, wenn sie sich abends zu ihm ans Feuer setzt, wo er rosa-weiße Marshmallows auf Spießen so lange über der Glut dreht, bis sie nach Karamell duften. Obwohl sie glaubte, nie mehr im Leben glücklich sein zu können, schöpft sie in seiner Gegenwart Hoffnung.
Mit knapp sechsundvierzig Jahren arbeitet Masser Brock immer noch als Kolumnist bei der Nieuwe Tijd in Amsterdam, der wichtigsten Zeitung in den Niederlanden. Nach Verfügung von Gründer Charles Schuurman Hess darf die Unternehmung nur von einem Nachkommen geführt werden, im Jahr 2014 bereits in vierter Generation. Massers Schwester ist Mia Kalman, die als Stabschefin und politische Beraterin die Reden für den niederländischen Ministerpräsidenten schreibt. Als während einer Friedensmission in Pantschagan vier niederländische Soldaten ums Leben kommen, verschweigen der Präsident und Mia die wahren Hintergründe und die Soldaten werden als Helden gefeiert. Mia bittet ihren Bruder, zu dem sie ein ausgezeichnetes Verhältnis hat, wegen ihres Fulltime-Jobs ihren Sohn Jimi zu sich zu nehmen. Wie es der Zufall will, erfährt Masser in einem vertraulichen Gespräch von Jimi, dass er Jeroen Welnink, den einzigen Überlebenden von Pantschagan kennt.
Die Volksdeutschen Emil und Adeline Martel müssen mit ihrem vierjährigen Sohn Wilhelm und dem zwei Jahre älteren Bruder Waldemar im März 1944 aus dem südlich in der Ukraine gelegenen Dorf Friedensthal gen Westen ziehen, wenn sie nicht der Roten Armee in die Hände fallen wollen, was die Kinder zu Staatswaisen machen würde, während die Eltern ins Arbeitslager kämen. Ihre wenigen Habseligkeiten laden sie auf einen Karren, gezogen von einem Fuhrwerk. Mit Adelines Mutter Lydia und ihrer geistig zurückgebliebenen Schwester Malia reihen sie sich in einen Konvoi der abziehenden Wehrmacht ein, obwohl sie die Nazis hassen. Auf der Flucht trifft die Familie auf Emils Eltern Johann und Karoline Martel sowie seine Schwester Resi.
Vor fast zwei Jahren hat die über siebzigjährige Ada ihren Mann Michael durch einen Herzinfarkt verloren. Da die Ehe kinderlos blieb und sich frühere Freunde nicht mehr bei ihr gemeldet haben, fühlt sie sich zunehmend einsam. Hinzu kommt, dass sie mit der Kassiererin im Supermarkt wegen Rationalisierungsmaßnahmen kein Wort mehr wechseln kann und dass es ihr wenig bedeutet, ihre Anthologie auf der Shortlist eines Lyrikpreises zu sehen. Durch eine Begegnung auf der Straße inspiriert und von dem Bedürfnis nach Kontakten und Gesprächen getrieben, bietet sie sich als Leihoma an und gründet „RENT-A-GRAN“.
In dem Roman
Es ist die Zeit der Beatles: Die neunzehnjährige Sabine Decker, die eine Anstellung als Sekretärin hat und allein mit ihrer Mutter Brigitte lebt, ist über deren Heiratsabsichten mit Heinz wenig erfreut. Von Anfang an hat er etwas gegen seine Nachbarin, da sie als alleinerziehende Mutter von Rena in seinen Augen eine „Schlampe“ ist. Obwohl er und auch ihre Mutter Sabine den Umgang mit Rena verboten haben, hat sie sich mit ihr angefreundet und erfährt, dass Heinz während des Krieges Blockwart bei den Nazis war. Neben anderen Gründen lehnt sie deshalb auch sein Angebot, bei ihm zu arbeiten, rigoros ab.
Die Protagonistin des Romans