Kaum ein Besucher der Stadt Münster kann sich dem Blick auf den Turm der Lambertikirche entziehen, wie er sich aus Richtung Prinzipalmarkt stellt. Hoch oben über der Kirchturmuhr sind immer noch die drei Eisenkörbe angebracht, die den drei Wiedertäufern Bernhard Krechting, Bernd Knipperdolling und Johann Bockelson, allen nur unter Jan van Leiden bekannt, seit ihrer barbarischen Hinrichtung am 22. Januar 1536 als letzte Ruhestätte dienten. Werner Rumphorst geht in seinem Roman nicht ohne Humor der Frage nach, ob man die Käfige nicht einer Wiederverwendung zuführen kann.

Die eigentliche Handlung ist schnell erzählt: Die angehende Lehramtsstudentin Ella erwartet ihr erstes Kind. Francesco, der werdende Vater, verdient als Informatiker wenig. So macht sich Ella gemeinsam mit ihrer liebenswerten Großmutter Annegret Gedanken darüber, wie sie ihr Studium nach der Geburt des Kindes fortsetzen kann, was wohl nur mit einer Tagesmutter zu bewerkstelligen ist. Die jungen Leute gehören zu einer Stammtischrunde, die sich wöchentlich trifft und über gesellschaftliche Themen diskutiert. Richard kommt als Wortführer zu dem Schluss, dass keine Partei die Interessen der jungen Menschen vertritt, die im Gegensatz zu den Älteren, die Besitz haben und behalten wollen, zu den Besitzlosen gehören. Weiterlesen »