„Das geht nicht!“, ist ein Ausspruch, den Wolfgang Kulow noch nie gelten ließ, denn er wollte in seinem Leben stets Das Unvorstellbare wagen. In seiner Autobiografie, die er in Zusammenarbeit mit Iris Hadbawnik geschrieben hat, bekennt der an der Ostsee aufgewachsene Extremsportler freimütig, dass er sich immer nur wirklich frei im Wasser, in der Wüste oder in den Armen einer schönen Frau gefühlt hat. Schon als junger Mann sucht er die Herausforderung und übernimmt nach Feierabend gefährliche Arbeiten am Rumpf der Fischerboote.

Obwohl er seine junge Frau und sein Kind dadurch vernachlässigt, beginnt er mit dem Training für einen Triathlon, dem diverse Ultra-Triathlons folgen. Er nimmt am Race Across America teil, bei dem zunächst 4800 km mit dem Rad und anschließend 420 km laufend zurückgelegt werden müssen. Ob dabei nun fünfzigtausend Höhenmeter, oder wegen dauernd veränderter Streckenverläufe „nur“ vierzigtausend bewältigt werden müssen, dürfte wohl kaum noch eine Rolle spielen, da die Anforderungen ohnehin enorm sind.

Auf der Suche nach einer weiteren Herausforderung entdeckt Wolfgang Kulow die Wüste für sich und nimmt am „Marathon des Sables“ in der Sahara teil. Er berichtet von den logistischen Problemen, da der Rucksack Proviant und Schlafsack fassen muss. Spätestens an dieser Stelle fragt sich der Leser, wie ein Mensch sich freiwillig in diese Hölle begeben kann: An sieben Tagen 220 km bei rund 50° und streng rationiertem Wasser durch die Wüste marschieren. Weiterlesen »

Iris Hadbawnik wollte dem Mythos Mount Everest nachgehen und hat sich daher intensiv mit diesem höchsten Gipfel auseinandergesetzt. Seit den ersten Pionieren George Mallory und Andrew Irvine, die 1924 ein bis heute ungeklärtes Schicksal ereilte und der Erstbesteigung durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay im Mai 1953 hat sich vieles geändert. In den Basislagern lauern zuweilen einige hundert Bergsteiger auf ein Schönwetterfenster. Ihnen wird zwar der Aufstieg durch Sauerstoff und jedes Jahr neu angebrachte Fixseile erleichtert, doch vor Erfrierungen, plötzlich aufkommende Winde und Schneefälle, Erschöpfung und nachlassende Kräfte aus Selbstüberschätzung sind sie nicht gefeit. Interessant sind in diesem Zusammenhang erwähnte neueste Erkenntnisse über unsere modernen Synthetikfasern im Vergleich zu der altertümlichen Kleidung der Pioniere.

Die Autorin verweist mit einer Statistik auf die Toten, die der Mount Everest jedes Jahr fordert und listet die Ursachen. Ein eigener Beitrag geht auf die Höhenkrankheit ein, ihre Auslöser und Verhaltensregeln. Eine Akklimatisierung, die deutlich über acht Wochen liegen sollte, ist unbedingt nötig. Für die Sherpa, die sowohl eine Expedition leiten können und als Träger oftmals unverzichtbar sind, ist die sofortige Umkehr dringend geraten, wenn der Gipfel nicht bis 11 Uhr erreicht ist. Weiterlesen »

Bis ans Limit – und darüber hinaus gehen die Sportler, die Iris Hadbawnik in ihrem Buch vorstellt. Nachdem sie zunächst den Fragen nachgeht, wonach Extremsportler eigentlich suchen und wie man sie definiert, beginnt sie mit der Vorstellung der Marathonläuferin Brigid Wefelnberg. Diese bemerkenswerte Frau hat ihren eigenen Weg gefunden und verbindet ihre sportlichen Ambitionen mit der Unterstützung für Bedürftige.

Guido Kunze fährt Radrennen, bei denen er sich sogar schon Abszesse zugezogen hat, die er sich operativ entfernen lassen musste. Der Triathlet Beat Knechtle untersucht als habilitierter Arzt die Einflüsse, die der Sport auf die Psyche und das Immunsystem ausüben und dient damit der wissenschaftlichen Forschung. Zum Sinn und Zweck der Sportgetränke hat er eine ganz eigene Meinung.

Frank Hülsemann hat sich mit zwei Sportlerkollegen zu Fuß auf historische Spuren begeben und alle drei mussten sich für die legendäre Seidenstraße sieben (!) Visa besorgen. Dabei war es nicht immer einfach, mit unterschiedlichen Leuten die zwangsweise auftretenden zwischenmenschlichen Probleme zu meistern. Unterwegs hat Hülsemann Messungen zu wissenschaftlichen Zwecken durchgeführt und natürlich musste jeder den kompletten Wasservorrat zum Überleben durch die Wüste schleppen! Weiterlesen »