Helene wollte ihrer kleinen Schwester Anna nur ihren Freund Mats vorstellen, weil sie auf beide stolz war. Sie konnte nicht ahnen, dass sie Gefallen aneinander finden. Gestern Abend und heute in der Früh hat sie nichts gegessen damit ihr Pailettenkleid gut sitzt. Eigentlich hat sie Glück nicht in Annas Haut zu stecken in ihrem weißen Kleid. „Anna sein“ und elf weitere Geschichten werden von Nadine Kegele in Annalieder jeweils aus der Perspektive einer weiblichen Protagonistin erzählt.

Eine Frau greift in „Die Farbe Blut“ nach dem Duschgel und schneidet sich dabei mit dem Rasierer in die Brustwarze. Sie ist unsicher, ob sie zu ihrem praktischen Arzt oder zu ihrem Gynäkologen gehen soll. Eine andere mit einer birnenförmigen Figur wie ihr Kontrabass kann in „Nie einen Rosengarten“ Gebärfreude nicht nachvollziehen, weil sie weder Schmerzen noch Kinder mag. Am Sonntag geht sie in einem schäbigen Mantel und dem Kontrabass zu einem Freund und sie musizieren nackt, bevor sie miteinander schlafen. Eine Frau mit Plastiktüten, deren Körper man ansieht, dass sie zu wenig isst und deren Hände zittern, weil sie nichts getrunken hat, ist eine der Protagonisten in „Spreefiguren“. Sie möchte ihr Geld geben, doch weiß sie nicht, wie sie ihr das Geld zustecken soll. Weiterlesen »