Über die Tannhaus-Grundschule flog an einem warmen Vormittag ein Hund, einfach so. Vor dem Fenster jedes einzelnen Klassenzimmers machte der Boxer Halt, fletschte seine Zähne und ruderte mit den Vorderbeinen. Genauso interessiert wie der Hund hineinschaute, schauten die begeisterten Kinder aus ihren Klassenzimmern auf das seltsame fliegende Tier hinaus. Und es fordert einiges von den Kindern. Die Lehrer wollen in Ruhe unterrichten, den Kindern kommt der fliegende Hund aber so seltsam vor, dass es sie gar nicht auf ihren Stühlen hält. Besonders beeindruckt ist die kleine Liselotte von dem Hund, selbst die Ermahnungen ihrer Lehrerin können diese Faszination nicht brechen. Als Lieselotte auf den Hund hinweist ist dieser nämlich bereits in das nächste Stockwerk geflogen und sie bleibt die einzige Zeugin dieser Begebenheit. Lieselotte, das wird schnell klar, ist ein einsames Kind, das Gefüge innerhalb der Klasse hat sich gefunden und sie ist irgendwie außen vor geblieben. Eine allerbeste Freundin hat sie nicht.

Draußen, in der Pause am Schulhof, läuft Lieselotte wie so häufig an ihren kleinen geheimen Ort und ist ganz erstaunt, den fliegenden Hund von vorhin dort zu entdecken. Auf ihr Erstaunen über die Entdeckung antwortet der Hund nicht mit einem Bellen, sondern mit einem durchdringenden „musst du mich gleich verpetzen?“ Weiterlesen »