In diesem eher ungewöhnlichen Weihnachtsbuch Weihnachten – Das Fest der Feste gibt es zwar auch Weihnachtsgeschichten zu lesen, doch ist es vordergründig eine Interpretation der christlichen Glaubenslehre und eine wissenschaftliche Aufarbeitung derselben, wovon die Anmerkungen am Schluss zeugen. Die Herausgeberin Marita Ellert-Richter stellt verschiedene Religionen, Glaubensrituale, wie auch alt-germanische Bräuche vor. In diesem Zusammenhang ist von den Rauhnächten die Rede, die zwölf Nächte umfassen, nämlich die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. Daher spricht man in einigen Regionen auch von der Zeitspanne „zwischen den Jahren“.

Das Buch bietet umfangreiches Hintergrundwissen zum Weihnachtsbrauchtum, was oftmals kaum von jemandem hinterfragt wird. So erfährt der Leser etwas über die historischen Hintergründe des Adventskranzes und darüber, wie vor langer Zeit das Begehen des Weihnachtsfestes überhaupt festgelegt wurde. Denn die Tradition des Weihnachtsbaums hat Wurzeln, die bis zu den Germanen zurückreichen. Für die abergläubischen Menschen standen immergrüne und spitze Nadeln für die Abwehr von Unheil. Diesen ursprünglichen Sinn hat der Weihnachtsbaum, der heute nur noch Dekorationszwecken dient, natürlich längst verloren. In den Geschichten wird auf die Wortbedeutung von „bescheren“ und somit auf das Phänomen des Schenkens eingegangen. Selbstverständlich ist auch vom Bischof von Myra die Rede, über den es keine verlässlichen Daten geben soll. Weiterlesen »