Der Neurobiologe Randolf Menzel beginnt sein Buch Die Intelligenz der Bienen, an dem Matthias Eckoldt mitgewirkt hat, mit Ausführungen darüber, was sein Interesse an der Biologie bereits als Schüler geweckt hat. Während seiner späteren Studien an Bienen, schreibt er weiter, muss er sich immer neuen, ausgefeilten Vorgehensweisen zu ihrer Erforschung bedienen, wenn er ihre Intelligenz messen will, wobei er diese mit dem Grad ihrer Lernfähigkeit gleichsetzt. Zum Verständnis für die Entwicklung der Gehirne überhaupt unternimmt er einen evolutionsgeschichtlichen Rückblick.

Um zu erfahren, ob Bienen Farben voneinander unterscheiden können und wie sie unsere Welt sehen, nämlich anders als wir Menschen, konditioniert er die Tiere. Für den Leser folgt eine kleine Exkursion in die Farbenlehre und Optik. Durch einen glücklichen Zufall kann er zusammen mit einem Kollegen nachweisen, dass die Bienen auf ihren Fühlern befindliche Rezeptoren zum Riechen nutzen. Ihr ausgeprägter Geruchssinn lässt sie ihre biologischen Geschwister erkennen und dient ihnen zur Orientierung beim Ausschwärmen. Sie sind nach Erkenntnissen des Autors sogar in der Lage, ihre Fluggeschwindigkeit zu messen, indem sie die auf ihren Antennen auftreffende Luft messen, die außerdem auch noch für die Kommunikation untereinander von Bedeutung sind. Weiterlesen »

Sigmund Seiler hält in der Siegerlandklinik jeden Freitag eine Lesereihe für die Patienten ab, in der er ihnen aus einem Buch über seine eigene Leidensgeschichte vorliest: Ihn, den achtundfünfzigjährigen Sigmund Seiler plagen Schmerzen, die von seiner Bandscheibe ausgehen und ihn quält der Ischiasnerv, weswegen er zur Physiotherapie in die Rehaklinik kam. In seiner Freizeit rezitiert er literarische Texte, teilt er seinen Zuhörern mit und lebt seit der Scheidung von seiner Frau Margot mit seiner sechzehnjährigen Tochter Susi zusammen. Eines Tages vernimmt er an der Theke im Casino des Media Centers der Klinik eine Stimme einer gutaussehenden Dame, die eine Bestellung aufgibt. Von nun an ist er von dem Gedanken besessen, ihren Namen ausfindig zu machen und mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Mit diesem kurzen Abriss erschöpft sich das Handlungsgeschehen des Romans Der Liebesidiot von Hajo Steinert bereits. Doch das literarische Talent des Autors zeigt sich erst in seinen Ausführungen zu den Gedanken und Erinnerungen von Sigmund Seiler, der wiederum die Zuhörer in der Siegerlandklinik daran teilnehmen lässt. Er referiert ausführlich über seine Leidenschaft als Vorleser, die er mit der besonderen Betonung bis zum Perfektionismus betreibt, nachdem er von seinem Vater gelernt hat, schon auf kleinste Nuancen unterschiedlicher Geräusche zu achten. Weiterlesen »

Dr. med. Gunter Frank erhebt in seinem Sachbuch Schlechte Medizin – Ein Wutbuch Zweifel an unseren staatlichen Gesundheitsprogrammen. Er wirft dem Krebsforschungszentrum Heidelberg Manipulation vor, greift die Kassenärztliche Vereinigung an und verschont auch nicht Greenpeace und Jürgen Trittin. Der Arzt hinterfragt, ob ein erhöhter Cholesterinspiegel, der keine Beschwerden und Symptome zeigt, behandelt werden soll. Zumal gerade die Statine, die zur Senkung des Cholesterinspiegels verschrieben werden, auch Todesfälle zur Folge haben. Nach Dr. Frank werden somit Milliarden Gesunde aufgrund ihrer Cholesterinwerte für krank erklärt und seit 60 Jahren wird an dem Irrtum festgehalten, dass ein hoher Cholesterinwert, Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung für die Entstehung von Herzkrankheiten verantwortlich sind. Was bedeuten schon Grenzwerte, die willkürlich festgesetzt werden? Sie erzeugen mehr Kranke, deren Cholesterinwerte medikamentös gesenkt werden müssen und auch solche, deren vermeintlich zu hoher Blutdruck einer Therapie bedarf. Die Korruption in der Medizin ist für den Patienten gleich bedeutend mit mehr Leid und frühem Tod, doch für die Pharmazeuten und Ärzte ist es ein gewinnbringendes Geschäft! Weiterlesen »

In dem Roman Wunderland von Sophie Albers will die Journalistin Hama einen Artikel über Personen mit Migrationshintergrund schreiben. Ihr Anliegen ist es, über die Welt zu schreiben, in der diese Menschen leben. Dazu trifft sie sich mit Tamer, dessen Vater Palästinenser und die Mutter Deutsche ist. Er war erst 9 Jahre, als der Vater verschwand und ist auch wie seine Mutter von ihm geschlagen worden. Als Hama mit ihm in einem Café sitzt, muss sie feststellen, dass ihnen offene Fremdenfeindlichkeit entgegenschlägt. Obwohl Tamer in Deutschland geboren ist, sieht man in ihm, allein wegen seines Äußeren, einen Ausländer.

Bei den wiederholten Treffen, zu denen teilweise auch seine Freunde kommen, erfährt sie von ihm, dass er früher Alkohol getrunken und gekifft hat. Es gab eine Zeit, da ist er jeden Tag in den Puff gegangen, doch heute schimpft er auf die Scheißschwuchteln, weil man einem Mann nicht in den Arsch ficken sollte. Wenn Hama auch vieles an seiner Einstellung, besonders zu Mädchen, missfällt, so ist sie von seiner Welt fasziniert. Sie fragt sich, ob bei ihren Recherchen Emotionen erlaubt sind. Hama ist selbst Jüdin und hat sich oft als Außenseiterin gesehen. Sie versteht langsam, wie man immer eine Fremde im eigenen Land sein kann. Sie fragt Tamer, was für ihn Freundschaft bedeutet, ob er sich seine Hand für jemanden abhacken lassen würde. Sie kennt nur Leute, die zuerst an sich selber denken. Tamer antwortet ihr, wenn man erst fragen muss, dann stimmt da schon etwas nicht und man hat den Sinn einer Freundschaft nicht verstanden. Weiterlesen »