Der Journalist Nikolaus Peternella soll im Auftrag seines Verlages den Schriftsteller Wolfgang Maria Peter interviewen. Er verabschiedet sich von seiner Lebensgefährtin und seiner Nemesis, dem Hautarzt Dr. Eigenstuhler, und reist mit dem Zug nach Bad S. Von der Idylle der Berge und Seen ist er angetan und hat im Haus Seeblick ein Zimmer.

Peternella besucht den Schriftsteller auf Mariaplan, doch das Interview verläuft nicht wie erwartet. Im Frühstücksraum der Pension trifft Peternella auf seinen alten Studienkollegen, der ebenfalls eine Reportage schreiben soll. Zufällig wohnt sein Interviewpartner Alois Prrhrrwcz, ein berühmter Bildhauer und Nazikommunist, auch auf Mariaplan. Bei einem weiteren Treffen mit dem Schriftsteller Peter erfährt Peternella, dass dieser seinen Nachbarn nicht ausstehen kann und Peter überredet Peternella, auf die Blumenbeete des verfeindeten Nachbarn Prrhrrwcz Kuhmist zu verteilen.

Im Verlaufe eines Besäufnisses in der Pension sieht Peternella nicht mehr klar. Dass neben Schweinen an der Feier auch Kinder auf den Grill gespießt und gegessen werden, könnte an seiner gestörten Wahrnehmung liegen. In Ermangelung eines eigenen Fahrzeugs muss er sich jedes Mal von der Pension nach Mariaplan bringen lassen und gelegentlich begleiten ihn dabei noch weitere Fahrgäste im Auto, das der Zivildiener Isidor steuert. Weiterlesen »

Ein Buch – siebenundachtzig Geschichten. Die meisten erreichen den Leser in einer Gedichtform, einige wenige auch als Prosa. Da erkennt ein Mann erst zu spät, was er an einer Frau hatte. Ein anderer beobachtet erst eine Frau im Theater, wie sie mit Gegenständen schmeißt. Später wird er selbst Opfer ihrer Wut.

Johannes Witek spricht in seinen Erzählungen häufig Menschen an, die sich völlig einem System untergeordnet haben. Sie merken nichts mehr, sehen nichts mehr. Die Regeln der Gesellschaftsordnung, denen sich alle zumindest dem Schein nach unterwerfen, kritisiert er scharf und wirft immer wieder die Frage nach der Sinnlosigkeit überhaupt auf. Er fragt nach den Träumen der Menschen. Stellt den Wunsch nach Frau, Kind und Skiurlaub in Kitzbühel infrage und hält diese Leute für Spießer. Johannes Witek zeigt auf, wie Schicksalsschläge den Menschen formen und wie er sich dadurch verändert. An einer Stelle behauptet er, dass der gesunde Menschenverstand ein Fehler in einer Welt ist, die nicht aus Vernünftigen besteht. Er merkt an, dass einige Menschen die Hoffnung auf ein baldiges Ableben eines Angehörigen haben. Und er spricht die Lüsternheit an, die selbst oder gerade noch am Schafott anzutreffen ist. Zu bedenken gibt er, ob wirklich nichts von nichts kommt und ob unsinnige Tierexperimente sein müssen. Weiterlesen »

Johannes Witek gibt in Was sie im Norden der Insel als Mond anbeten, kommt bei uns im Süden in die Sachertorte eine sehr ungewöhnliche Lyrik und Prosa zum Besten. Gespickt mit kritischen und zynischen Untertönen sieht sich der Leser so mit neuen Wortschöpfungen konfrontiert und oftmals mit einer Aneinanderreihung von Versen und Zeilen, die zumindest auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben und gar nicht zusammen passen wollen. Die gewählten Gedichtformen fügen sich nicht in das klassische Bild, das man sich von einem Gedicht macht. Mit den teils surreal anmutenden Inhalten der Texte muss sich der Leser schon auseinandersetzen und bisweilen muss er Passagen auch ein zweites Mal lesen, um hoffentlich dann verstanden zu haben, was uns diese Zeilen sagen wollen. Teilweise gelingt es aber selbst dann nur schwer oder gar nicht. In jedem Fall muss man ganz schön um die Ecke denken können und diesem Stil aufgeschlossen gegenüber treten.

Witek lässt in seinen Texten abgerissene Daumen einrollen und anschließend rauchen, an anderer Stelle gibt es ejakulierende Feuerwerkskörper. Der Autor klagt die Anonymität unter Nachbarn an, wo sich niemand um keinen kümmert und berichtet aber auch von einem Dorf, in dem jeder von jedem alles weiß. Weiterlesen »