Im Mittelpunkt des großen literarischen Romans Die Zwillinge von Nürnberg von Hermann Kesten steht das Leben der Zwillinge Primula und Ultima. Nachdem ihre Mutter im Kindbett verstarb, werden sie von ihrem Vater aufgezogen, der als grausamer Richter bekannt ist. Als sie in ein Internat gesteckt werden sollen, fliehen die 17-jährigen Schwestern nach Nürnberg. Man schreibt das Jahr 1918 und es ist endlich wieder Frieden eingekehrt. Sie werden zusammen mit Ferdinand Lust, der aus einem Gefangenenlager aus Nancy geflohen ist, liebevoll von Marie Tucher aufgenommen. Ferdinand unterhält eine kurze Liaison mit der Witwe eines kürzlich verstorbenen Freundes sowie mit der von ihm geliebten Marie Tucher und auch mit Primula, eine der beiden Zwillingsschwestern. Primula wird schwanger und die beiden Schwestern zieht es nach Berlin, wo Primula ebenfalls Zwillinge, zwei Jungen, auf die Welt bringt. Primula und Ultima beschließen, die beiden Jungen Alexander und Caesar jeweils als ein Kind von sich auszugeben und niemand soll jemals von diesem Schwindel erfahren. Primula heiratet schließlich Ferdinand Lust und ihre Schwester Ultima heiratet Richard Musiek, der beim Theater beschäftigt ist. Der Alltag aller ist von erbitterten Straßenkämpfen überschattet und der Generalstreik, der mit einem Putschversuch endet, führt zu Hunger bei Arm und Reich. Das Schicksal von Marie nimmt seinen Lauf, als sie einen Mann heiratet, der sich zuvor von seiner blinden Frau getrennt hat, die nun von Eifersucht getrieben wird. Weiterlesen »