Ab Oktober 1940 bis zum Kriegsende wurden etwa zwei bis drei Millionen Kinder aus Deutschland von ihren Eltern evakuiert, wobei die Zahl je nach Quelle variiert. Die jüngeren von ihnen kamen im Zuge der Kinderlandverschickung bei Familien unter, während die älteren in KLV-Lager kamen. Zunächst erfolgte die Verschickung nur in die näher gelegenen ländlichen Gebiete, doch mit Ausweitung des Luftkrieges dehnten sie sich fast auf ganz Europa aus. Kamen die Kinder anfangs nur aus Hamburg und Berlin, so waren es bald auch jene aus dem Ruhrgebiet und letztlich aus dem ganzen Land. Ihre Rückführung bei Kriegsende in die Heimat geschah oftmals überstürzt und nicht selten waren die Kinder während dieser, sich über Wochen hinziehenden Reise auf sich gestellt, ohne zu wissen, ob sie ihre Eltern jemals wiedersehen.

Frank Baer erinnert in seinem packenden Roman Die Magermilchbande mit Max, Peter, Adolf sowie auch Tilli und Bille, die im weiteren Verlauf des Plots zu den Jungen stoßen, an das Schicksal vieler dieser Kinder. Nach Kusice in Westpommern wurden sie evakuiert. Die Kinder ahnen schon, dass sie bald die Heimreise nach Berlin antreten sollen, als plötzlich alle Schulklassen zum Aufbruch angetrieben werden. Weiterlesen »