Es gibt Kunstwerke, die durchaus ein Vermögen kosten, und dennoch mag sich mancher Betrachter fragen, was ihm der Künstler damit sagen will. Vielleicht fragt er sich sogar im Stillen, ob er die Klecksereien oder Pinselstriche nicht genauso hinbekommen hätte. Es ist allgemein bekannt, dass sich über Kunst streiten lässt, wozu unzweifelhaft auch literarische Werke gehören.

Ähnlich ergeht es manchem Leser, wenn er das Büchlein Betrachtungen über Blaues und Schwarzes von Enya Benthaus zur Hand nimmt, in dem die Autorin in den Kapiteln „Himmel/Wasser“, „Blues/Rhythm“, „Die Blaue Blume“, „Nacht“ und „Bluescreen/Testbild“ Kurzgeschichten und Gedichte vorstellt. Da trifft ein Vater seine Tochter bei Regen in einem Café, doch erfährt der Leser nichts über den Dialog. Ein Mensch, der nicht an die Naturgesetze glaubt, springt vom Parkhaus und will fliegen, ein anderer springt von einer Stromleitung auf ein Zugdach. Als gerade promovierter Mediziner stellt jemand fest, dass er gar kein Mediziner sein will und bleibt niedergeschlagen von der Niedergeschlagenheit zurück. Der uns bekannte Tagesablauf liest sich in einer Chronik, bei der es um „Schranklinge“ und eine Katze beim Gewitter geht, folgendermaßen: „Gelb Uhr sechshundert“, „Schweden Uhr Kanada“, „Kuchen Uhr schokolade“, um nur einige Beispiele zu nennen. Weiterlesen »