Daniel Knop ist Fachjournalist und hat bereits über Meerwasser- und Riffaquarien Bücher geschrieben. Er gilt darüber hinaus als Korallenexperte und hat auch ein Konzept für die Farmzucht von Korallen entwickelt, das auf den Philippinen und in Indonesien in Zusammenarbeit mit Universitäten umgesetzt wurde. Seit über zwanzig Jahren veröffentlicht Daniel Knop Ratgeberbücher und Zeitschriftenbeiträge und ist Chefredakteur der Fachzeitschrift Koralle. Er lebt in Sinsheim bei Heidelberg.

Herr Knop, nachdem Sie schon Bücher über die Meeresbiologie und Naturheilkunde publiziert haben, liegt nun Ihr neues Werk Experiment Mensch vor. Was hat Sie dazu bewogen, über ein so komplexes Thema zu schreiben?

Ganz einfach: Ich habe den Eindruck, dass die Menschheit sich heute zwar der Lösung zahlreicher Gegenwartsprobleme widmet, dabei aber das Kernproblem ihrer eigenen Existenz weitgehend übersieht: die Bevölkerungszunahme. Sie ist die Ursache der meisten „Funktionsstörungen“ auf unserem Planeten. Die wirkliche Bedeutung dieses Phänomens wird bis heute aber kaum wahrgenommen. Darum liegt der Anfang von unserem Ende schon hinter uns. Und das finde ich wichtig genug, um darüber ein Buch zu schreiben.

Ohne Zweifel ist es das und es ist gut, dass Sie die Zusammenhänge einmal transparent gemacht haben. Wie viel Zeit haben Sie sich für die doch sehr umfangreiche Recherche genommen? Denn immerhin haben Sie viele Fachgebiete angesprochen. Weiterlesen »

In seinem Buch Experiment Mensch stellt Daniel Knop die Frage, ob der Mensch selbst seine Lebensgrundlage zerstört. Um das zu erklären, holt er weit aus und führt zunächst die Pest an, eine der großen Seuchen. Dann leitet er zu den verschiedenen Korallenarten über, die an vielen Stellen immer wieder zum besseren Verständnis herangezogen werden. Der Autor gibt Beispiele von Pflanzen und Tieren, die eine Symbiosegemeinschaft eingegangen sind, obwohl es sich auf den ersten Blick um einen Parasiten zu handeln scheint. Um die Notwendigkeit für ein soziales Miteinander zu begründen, führt er exemplarisch Versuche an Rentieren und Affen an und erklärt schließlich, zu welchem Zweck Sprache dient. Sie war für unsere Verständigung eine grundlegende Voraussetzung und macht uns unsere eigene Existenz bewusst. Woraus wiederum die Angst vor dem Tod erwächst und die Frage nach dem Sinn des Lebens resultiert.

Der Autor veranschaulicht den Weg vom Homo erectus zum Homo sapiens. Der Hang zur Gruppenbildung war und ist typisch für den Menschen und zeigt sich heute in der großen Akzeptanz von Facebook. Als nun unsere Vorfahren zum sesshaften Leben übergingen und Viehaltung betrieben, musste die Viehzucht eine Konsequenz sein. Da durch die Nutztierhaltung mehr schädliche Gase produziert werden, als durch alle Verkehrsmittel zusammen, ist unser Fleischkonsum kritisch zu betrachten. Weiterlesen »