Das Buch Jenseits von Feuerland von Carla Federico ist der zweite Teil einer Chile Saga, nach dem erfolgreichen Erstling Im Land der Feuerblume. Die Geschichte des historischen Romans spielt bei genauerer Betrachtung aber nicht in Feuerland, sondern in der Region, welche gegenüber des Archipels liegt – und zwar in Patagonien. Patagonien ist eine windige, einsame, archaische und raue Gegend. Und genau dorthin flüchten zwei Frauen, Rita und Emilia vor ihrer Vergangenheit.

Der Roman wirft den Leser mit einer Verfolgungsszene direkt in das Geschehen. Eine Frau flüchtet vor bewaffneten Reitern. Es ist eine Hetzjagd auf Leben und Tod. Was man zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: Rita – so heißt die Flüchtende – ist Tochter einer Weißen und eines Mapuche-Indianers. Im Chile jener Zeit herrscht eine strikte ethnische Trennung und ein brutaler Rassismus macht Indigene und auch Mischlinge wie Rita zu Verfolgten. Rita ist aus ihrem Dorf geflohen, wo sie als einzige ein Massaker überlebte – verübt von den chilenischen Soldaten, die erbarmungslos die Nicht-Weißen Völker ausrotten möchten. Das passiert teilweise auch aus einer Art Abstoßungsprozess des Neuen, also gegen die Bildung einer gesamtchilenischen Gesellschaft aller dort lebenden Volksgruppen. Weiterlesen »