Wer wissen will, wie es in den vergangenen Jahrzehnten in Gladbeck – Vor und hinter den Kulissen aussah, wirft am besten einen Blick in das Buch von Brigitte Vollenberg. Aus eigenen Erlebnissen oder auch Erzählungen ihrer Bekannten weiß sie darin von Geschichten und Anekdoten zu berichten. So auch von der Entstehungsgeschichte der im Eingangsbereich des St. Barbara Krankenhauses aufgestellten Bronzestatue „Der kleine Fritz“ oder den über der Eingangstür zur Gaststätte Surmann befindlichen Schlussstein des Künstlers Gottfried Kappen. Mancher Leser wird erstaunt sein, wenn er von sieben Kinos liest, wobei im Stadttheater sogar bis Ende der 1950er Jahre Stars von Weltrang aufgetreten sind. Außerdem zählte man zum Ende des Jahres 1968 allein in Gladbeck 173 Schank- und Gastwirtschaften. Da werden Erinnerungen an eine unrühmliche Drogenszene, eine Diskothek und eine Oben-Ohne-Bar wach. Gegenüber vom Café Siebeck, das seinen Gästen als Besonderheit eine Spanische Vanilletorte und im Winter eine Erdbeertorte anbot, gab es sogar noch die Lido Bar, einen Nachtklub, und in der ehemaligen Kultkneipe Dietzel, so ist zu lesen, hat man auf einem Billardtisch ein Schwein zerlegt.

Mit dem Bau der Europabrücke hatte der Tunnel, der die Stadtteile Rentfort, Schultendorf und Zweckel mit der Innenstadt verband, ausgesorgt. Sehr zum Leidwesen der Kolpingfamilienmitglieder, die seitdem durch die Einstellung des Straßenbahnverkehrs auf eine Annehmlichkeit verzichten mussten. 1978 rollte die letzte Straßenbahn durch Gladbeck und machte damit Platz für eine Fußgängerzone. Mit einem Akkordeon ausgerüstete Straßenmusiker trieben nicht nur damals die Chefin eines Metzgereibetriebes in den Wahnsinn, sondern bis in die heutige Zeit hinein die Anwohner in diesem Bereich. Weiterlesen »

Dass es nicht immer ein Pauschalurlaub in einem Fünf-Sterne-Hotel sein muss, beweist Brigitte Vollenberg in ihrem Reiseroman Wolkenlos chaotisch². Erste Ausflüge führten sie bereits 1961 mit den Eltern an die Nordsee und ins Sauerland, was jedoch für die Autorin nicht mit einem Urlaub zu vergleichen war, den sie 1971 im eigenen PKW mit einer Freundin nach Zandvoort unternahm und der ihr ganz neue Perspektiven eröffnete. Mit ihrem späteren Ehemann Peter zog es sie nach London, wo die Gastfamilie allerdings streng auf getrennte Zimmer achtete.

Ein Ausflug nach Paris, der durch die Plünderung der Doppelkopfkasse ermöglicht wurde, erstickte wegen mangelnder Hygiene in dem Zimmer bei Brigitte Vollenberg jegliches sexuelle Interesse im Keim. Ein Abenteuer war schon die Überfahrt nach Irland auf einem „uralten Kahn“, das eine Fortsetzung auf einem gemieteten Boot auf dem Shannon fand. Eine Panzersperre erleichterte die Entscheidung, nicht nach Belfast zu fahren und in Dublin nahm die Autorin zur Kenntnis, dass in den Fahrzeugen sämtliche Lenkräder mit dicken Ketten und Vorhängeschlössern gesichert wurden.

In Skandinavien machten Brigitte und Peter die Erfahrung, dass sich nicht jedes befreundete Paar für einen gemeinsamen Urlaub eignet und ein Jahr später verbrachten sie in Finnland einen Urlaub mit Plumpsklo, ohne fließendes Wasser und ohne Strom. Weiterlesen »