Die Herausgeber Rasmus C. Beck und Hans-Peter Noll haben für den Bildband Faszination Ruhrgebiet namhafte Persönlichkeiten als Autoren gewinnen können, die sich mit der drittgrößten Metropole, die zudem einer der am dichtesten besiedelten Ballungsräume Europas ist, auseinandersetzten. Einigkeit herrscht darüber, dass das Ruhrgebiet nicht exakt geographisch definiert werden kann. Die Menschen, die als Gastarbeiter ins Ruhrgebiet kamen, sind eine Bereicherung für die Kultur, und die eigene Sprache der Ruhrpöttler darf nicht etwa als falsches Deutsch aufgefasst werden, sondern ist Ausdruck einer Sprachkultur, zu der auch die Bereitschaft zu kumpelhafter Hilfe zählt. Wo früher noch Wildpferde im Emscherbruch lebten, ist heute die renaturierte Emscher das Ziel, und wo einst Industrie angesiedelt war, hat man an ihrer Stelle Landschaftsparks errichtet.

Anhand zum Teil doppelseitiger, großformatiger Farbfotos, deren ungewöhnliche Luftaufnahmen von Gerhard Launer eine den meisten Menschen nicht gekannte Perspektive zeigen, werden Bergmannssiedlungen und unzählige, heute zumeist begehbare Halden, die durch den Abraum ehemaliger Zechen entstanden sind, vorgestellt. Natürlich darf in diesem Zusammenhang auch nicht das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum fehlen, das weltweit seinesgleichen sucht. Beliebte Naherholungsgebiete sind die Ruhrstauseen, wie der Kemnader See oder der Baldeneysee, aber auch einige Schlösser, der „gläserne Elefant“ im Hammer Maximilianpark oder das bereits durch Kaiser Wilhelm II eingeweihte Schiffshebewerk in Waltrop. Weiterlesen »

Hansjörg Küster schreibt in dem Bildband Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns von vorgeschichtlichen Gletschern, die sich von Nordeuropa immer weiter ausbreiteten. Durch eine Moränenwelle wurde die Ostsee von der Nordsee getrennt und Hebungen in Nordskandinavien halten sogar bis zum heutigen Tag weiter an. Anders als an der Nordsee gedeihen an der Küste der salzarmen Ostsee Getreidesorten und es fehlen die Gezeiten, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass durch Winde verursachte Sturmfluten auftreten, die mehrere Wochen andauern können. Im Laufe der Zeit verzeichnete das Land verschiedene Zugehörigkeiten, was nach dem Zweiten Weltkrieg zur Vertreibung von Gutsbesitzern und mit dem Ende der DDR zu einer Reprivatisierung führte.

Der Autor erklärt dem Leser, was er sich unter einer Buhne, den Bodden oder einem Haff vorzustellen hat. Er macht verständlich, wie aus den Riffen zuerst Haken, und später Nehrungen werden. Des weiteren sorgt er dafür, dass der Leser die Stadt Lübeck richtig aussprechen kann, denn bedingt durch das Dehnungs-C heißt es korrekt: Lübeek! Nirgendwo auf der Welt sind das Meer und der Wald so nah beieinander, weil es an den Steilküsten mit malerischen Kreidefelsen immer wieder zu Abbrüchen kommt. So stürzen nicht nur einzelne Bäume ins Meer, sondern ganze Orte sind auf diese Weise verschwunden. Da sich der von einem Strandabschnitt fortgespülte Sand an anderer Stelle ablegt, ist die Küste in dauernder Bewegung und formt sich neu. Zahlreichen Zugvögeln, insbesondere den Kranichen, bietet Mecklenburg-Vorpommern eine Rastmöglichkeit. Weiterlesen »

Die Autoren Hans-Peter Noll und Rolf Kiesendahl stimmen den Leser in ihrem Bildband mit einem historischen Rückblick in die Anfänge des Bergbaus, der damit einhergehenden aufstrebenden Stahlindustrie und einer beispiellosen Zuwanderungswelle Hunderttausender auf eine Reise durch Das unbekannte Ruhrgebiet ein. Erst die Erfindung der Dampfmaschine ermöglichte einen Vorstoß durch das Deckgebirge und die Nordwanderung des Bergbaus konnte einsetzen. Die Autoren räumen mit der Vorstellung vieler außerhalb dieser Region lebenden Menschen auf, die beim Ruhrgebiet immer noch an rauchende Schlote und verpestete Luft denken. Selbst von den im Ruhrgebiet lebenden Menschen dürfte nur wenigen bekannt sein, dass der ursprüngliche Hellweg, der heute teilweise zu einer stark befahrenen Autobahn ausgebaut ist, eine mittelalterliche Handelsstraße war.

Mit künstlerisch wertvollen und ausdrucksstarken Fotos untermalen Hans-Peter Noll und Rolf Kiesendahl ihre Beschreibungen und Erklärungen zum Duisburger Innenhafen, dem Schiffshebewerk in Henrichenburg, der Westruper Heide, dem Gasometer in Oberhausen, der Margarethenhöhe in Essen, dem Bergbau-Museum in Bochum oder der Zeche Zollverein in Essen, um nur einige Beispiele zu nennen. Weiterlesen »

Eythra, im südlichen Raum von Leipzig gelegen, war bereits mehr als tausend Jahre alt, als die beiden Orte Eythra und Bösdorf der Zerstörung durch die Braunkohlebagger zum Opfer vielen. Der aufwändig gestaltete Textbildband Eythra – Am Rande der Großstadt von Werner Klötzer und seinem Autorenteam möchte den Leser auf eine Zeitreise in vergangene Jahrzehnte mitnehmen und Erinnerungen bei all denen wecken, die Eythra und Bösdorf noch aus eigenem Erleben kennen. Aber auch der jüngeren Generation soll ein Stück Heimatgeschichte vermittelt werden.

Nach einem Vorwort von Holger Schulz, dem Bürgermeister der Stadt Zwenkau, lädt Werner Klötzer den Leser zu einem Spaziergang durch die „Weiße Mark“ ein. Danach erinnert er an die Geschichte der Kirchen und ihre Glocken sowie die „Rittergüter und ihre Herrensitze“ in Eythra und Bösdorf. Rudolf Binsack berichtet über das Schicksal seiner Familie während des Zweiten Weltkriegs und von dem Unrecht, das ihnen nach der Bodenreform widerfahren ist und das sein Vater bis zu seinem Tode nicht verwunden hat. Auch die Familie von Wolfgang Ulrich, dessen Vater mit Leib und Seele Landwirt auf dem Rittergut Neuhof war, wurde 1945 enteignet, verhaftet und in ein Lager bei Dresden gebracht. Ein Schicksal, das damals etwa 12.000 Familien ereilte, die von Haus und Hof vertrieben wurden. Weiterlesen »

Das aufwändig gestaltete und reich bebilderte Cabrio-Buch wurde ohne Zweifel für eine besondere Spezies Autofahrer, den Cabrio-Liebhaber, geschrieben. Die fantastischen Fotos in dem Band Wem der Himmel offen steht lassen sicherlich die Herzen vieler Autoliebhaber höher schlagen und könnten den Blick für die Realität verklären.

Franz-Josef Kortüm ist Vorstandsvorsitzender bei Webasto, einem der führenden Zulieferer von Cabriodächern, und fuhr in den 70er Jahren selbst ein Käfer Cabriolet, das er später wiederentdeckte, zurück erwarb und aufwändig restaurieren ließ. Seine Begeisterung für das offene Fahren hat ihn veranlasst, sich über das berufliche Interesse hinaus dem Thema Cabrio ausführlich zu widmen. Zahlreiche Autoren wie die Bestsellerautorin Gaby Hauptmann, der Journalist Elmar Brümmer oder der Audi-Designer Stefan Sielaff haben ihn dabei unterstützt und ihre ganz persönlichen Geschichten zu diesem Buch beigetragen. Valérie Hasenmeyer gibt Einblicke in die Geschichte des Cabrios, die bereits mit dem Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 begann, denn der Ursprung des Automobils liegt im Cabrio. In fünf Ausfahrten erzählt Georg Kacher von den Traum-Cabriolets von Bugatti, Ferrari, Maserati, Porsche sowie Lamborghini, und Peter Weidenhammer berichtet über die Technik von Cabriodach-Systemen, während Guido Reinking für den klassischen Roadster plädiert. Weiterlesen »

Lebensbilder lautet der Titel von Will Eisners Werke-Zusammenführung. Diese umfasst drei verschiedene Bildbände aus Eisners sehr bekannter Bibliothek – und jeder Einzelne von ihnen behandelt einen speziellen Abschnitt im sehr bewegten Leben des Zeichners. Als wahrhaftige grafische Novelle wird der Band genannt. Und das ist er auch auf ganzer Linie. Denn wie immer erzählen Eisners Zeichnungen ohne große Worte ganze Geschichten.

Dieser Band umfasst die in den 90er in den Staaten erschienenen Bände „Zum Herzen des Sturms“, „Der Träumer“ und „Sunshine City“. Zum Teil erschienen diese in Bruchstücken bereits in erschienenen Bänden, allerdings sind auch Geschichten dabei, die bei diesen in der Vergangenheit aus Platzgründen herausgestrichen wurde. In Lebensbilder finden sich insgesamt zwei Geschichten, die bisher noch nicht in Deutschland erschienen sind.

Dennoch sind es wieder einmal mehr als nur Bilder, die sich in Eisners Lebensbilder finden. Es werden die Hintergründe zu allen Zeichnungen sehr genau und detailliert beschrieben und können daher sehr anschaulich nachvollzogen werden. Das macht sich wie immer am Lesegefühl bemerkbar. Eisners Graphic Novels sind weitaus mehr als nur ein schlichtes Comic und zeigen Facetten auf, wie sie heute in keinem namhaften Comic mehr fehlen dürfen. Dabei verarbeitet der Zeichner allerdings, wie man von ihm gewohnt ist, nur komplett autobiografische Ereignisse. Von Eisners schwerer jüdischen Vergangenheit bis hin zu seinem Leben als zufriedener Rentner in Florida. Wer futuristische Abenteuergeschichten erwartet, ist hier also falsch. Weiterlesen »