Ulrich Brinkhoff, der in den Jahren von 1963 bis 1971 als Botschafter für das Auswärtige Amt Bonn tätig war, stellt mit seinem Reisebericht Karneval am Titicacasee den letzten Teil seiner Trilogie vor. Mit seiner Frau SooRyun mietet er in Bolivien einen Bungalow, wo sich das Paar Katzen, Hühner und Lamas hält. Sein Auto muss er wegen des geringen Sauerstoffanteils in der Luft mit einem speziellen Vergaser ausstatten lassen, denn auch Flugzeuge können nur mit besonderen Triebwerken die hoch gelegene Stadt La Paz anfliegen. Immer wieder berichtet er von durch Erdrutsche versperrten Straßen, und häufig fährt das Paar mit dem Auto auf den Chacaltaya bis zum Plateau auf 5202 Metern, was sonst nirgendwo auf der Welt möglich wäre. Wie der Autor zu berichten weiß, war der Berg im Gegensatz zu heute damals noch von einem Gletscher überzogen.

Auf abenteuerliche Weise wird sein Fahrzeug während eines Ausflugs in Argentinien von einem LKW abgeschleppt, nachdem es im unwegsamen Gelände durch eine Panne fahruntüchtig wurde. Es überrascht Ulrich Brinkhoff auch nicht, wenn sich auf den Schotterpisten Kabel vom Anlasser lösen, die anstelle einer Verschraubung lediglich durch eine Steckverbindung gehalten werden. Kurzerhand fügt er sich in sein Schicksal und kriecht unter das Auto. Weiterlesen »

Ulrich Brinkhoff bereist im Jahr 2012 mit seiner zweiten Frau Monika Südvietnam, wo er in den Jahren von 1965 bis 1968 als Botschafter für das deutsche Außenministerium tätig war. Er ist über die stets gratis zu benutzenden und sauberen öffentlichen Toiletten überrascht und wundert sich im Zug, dass die Sitzreihen durch eine Drehung immer der Fahrtrichtung angepasst werden. In seinem Reisebericht Albträume am Saigon-Fluss schreibt er von seinen über vier Jahrzehnte zurückliegenden Erinnerungen. Damals hat er gerade die junge Koreanerin Soo geheiratet und eine Versetzungsreise führt das junge Paar von Seoul nach Saigon.

Während der Kriegswirren in Vietnam werden sie eines Morgens durch die Detonation einer Autobombe aus dem Schlaf gerissen, aber trotzdem glauben noch alle an ein baldiges Kriegsende. Über einen Journalisten, für den Ulrich Brinkhoff illegal arbeitet, wird er mit den neuesten Kriegsmeldungen versorgt. Auf einem Rückflug von einem Kurzurlaub in Hongkong wird es gefährlich, als der Pilot zu einem Sturzflug zwecks Landung ansetzen muss, weil die Vietkong landende Flugzeuge angreifen. Zur Sicherheit lässt Ulrich Brinkhoff alle seine Wertgegenstände nach Deutschland verschiffen und immer häufiger hört er von explodierenden Bomben vor den großen Hotels. Weiterlesen »

Der amtierende Außenminister ist jeweils Leiter des Auswärtigen Amtes. Aktuell umfasst das Stammpersonal 6750 Stellen, die die deutschen Interessen in der Welt vertreten. Ulrich Brinkhoff, Autor des Buches Träume in der Morgenstille, war als Mitarbeiter zehn Jahre für dieses Amt tätig. Im Jahr 2011 macht er sich als 72-jähriger mit seiner Ehefrau Monika nach Südkorea auf, wo er in Seoul eingesetzt war. Er findet heute eine ihm fremde Welt vor und kann das Hotel, an dem viele alte Erinnerungen hängen, kaum ausmachen.

Als Ulrich Brinkhoff im Jahr 1964 nach Korea kam und vorerst weder ein Auto, noch eine Wohnung besaß, lernte er die erst 18-jährige Schülerin Kim Hyung-Sook kennen. So wie er selbst in die Wirren des 2. Weltkrieges geboren wurde, wuchs auch sie als Kind während des Korea-Krieges auf. Als er sie in einem Gespräch mit einem amerikanischen Soldaten sah, war er unsicher, ob sie eine Spionin sein könnte, worüber er natürlich seinen Vorgesetzten hätte informieren müssen. Doch erwies sich sein Verdacht zum Glück als unbegründet. Weiterlesen »

Aus eigener Erfahrung schildert Petra Habermehl das Leben mit einem Asperger-Autisten. Sie ist selbst Mutter eines an diesem Syndrom erkrankten Kindes und beginnt mit dem Verlauf der Schwangerschaft und Geburt von Nikolas im Februar 1998. Schon frühzeitig stellen die Eltern eine hohe Schmerztoleranz ihres Sohnes fest. Es gibt Auffälligkeiten in seiner Motorik und im Kindergarten hält er sich nicht an Regeln. Die Mutter stellt das Kind unter anderem einem Orthopäden, einem Psychologen und einem HNO-Arzt vor. Nach der Diagnose ADHS wird Nikolas mit Ritalin behandelt und bekommt ein Hörgerät. Später wird deutlich, dass es sich bei seiner Entwicklungsstörung um das Asperger-Syndrom innerhalb des Autismusspektrums handelt und er wird ab Mai 2005 therapiert.

Immer wieder kämpft die Mutter um einen Platz ihres Sohnes an einer geeigneten Schule, weil er abgeschoben werden soll. Sie übt Kritik an den Lehrern und Schulleitern, die wegen fehlender Kenntnisse Nikolas falsch behandeln. Für die Kostenübernahme eines Integrationshelfers fühlt sich niemand zuständig und sie schaltet die verschiedensten Gremien ohne nennenswerte Erfolge ein. Obwohl immer wieder auf andere Medikamente umgestellt wird, sind die Ergebnisse nur vorübergehend zufriedenstellend und immer noch nässt der Junge nachts ein. Weiterlesen »

Eine Studentin trifft in Berlin auf Marcus Steiner. Der 36-jährige Mathematiker behauptet, dass man alles berechnen kann, auch Frauen. Obwohl seine kalten Augen der jungen Frau Angst einjagen, geht sie mit ihm eine Beziehung ein. Sie erfährt, dass seine frühere Freundin Gisela zu viel über ihn wissen wollte und bei einem Besuch in Münster erzählt er ihr von den Umständen, die zum Tod von Marie Kasper führten. Auch sie war eine seiner Verflossenen und soll nach amtlichem Befund Selbstmord verübt haben. Die Äußerungen von Marcus Steiner wirken oftmals auf die Studentin befremdlich und auch am Grab seiner Mutter gibt er ihr Rätsel auf.

Nach nur vier gemeinsamen Monaten erfährt ihr Leben plötzlich eine Wendung. Seit Tagen wird sie von einem Mann verfolgt, der behauptet, Marcus Steiner sei der Mörder von Marie Kasper. Darauf angesprochen bekräftigt er, jener Richard Adams sei dem Wahnsinn verfallen. Adams wäre davon überzeugt, dass er, Marcus, seine Frau Christine Adams umgebracht haben soll und mit der Behauptung, er sei der Mörder von Marie Kasper, den Tod seiner Frau rächen will. Als Adams mit einer gezogenen Pistole das junge Paar aufsucht, kommt es zwischen den beiden Männern zu einem Handgemenge, in deren Verlauf Adams stürzt und an einer Schädelfraktur stirbt. Weiterlesen »

Kaum ein Besucher der Stadt Münster kann sich dem Blick auf den Turm der Lambertikirche entziehen, wie er sich aus Richtung Prinzipalmarkt stellt. Hoch oben über der Kirchturmuhr sind immer noch die drei Eisenkörbe angebracht, die den drei Wiedertäufern Bernhard Krechting, Bernd Knipperdolling und Johann Bockelson, allen nur unter Jan van Leiden bekannt, seit ihrer barbarischen Hinrichtung am 22. Januar 1536 als letzte Ruhestätte dienten. Werner Rumphorst geht in seinem Roman nicht ohne Humor der Frage nach, ob man die Käfige nicht einer Wiederverwendung zuführen kann.

Die eigentliche Handlung ist schnell erzählt: Die angehende Lehramtsstudentin Ella erwartet ihr erstes Kind. Francesco, der werdende Vater, verdient als Informatiker wenig. So macht sich Ella gemeinsam mit ihrer liebenswerten Großmutter Annegret Gedanken darüber, wie sie ihr Studium nach der Geburt des Kindes fortsetzen kann, was wohl nur mit einer Tagesmutter zu bewerkstelligen ist. Die jungen Leute gehören zu einer Stammtischrunde, die sich wöchentlich trifft und über gesellschaftliche Themen diskutiert. Richard kommt als Wortführer zu dem Schluss, dass keine Partei die Interessen der jungen Menschen vertritt, die im Gegensatz zu den Älteren, die Besitz haben und behalten wollen, zu den Besitzlosen gehören. Weiterlesen »

Die Journalistin Antonia Weißenbach blickt in der Erinnerung zurück auf ihre Kindheit. Sie denkt an alte Schulkameraden und besonders eine ehemalige Lehrerin, Frau Drumme, die ihr das Leben zur Hölle machen konnte. Als Antonia langsam erwachsener wurde, wollte sie die Welt verändern. Ihre Gedanken schweifen heute zurück zu den 68er Revolten, zu Rudi Dutschke, der RAF um Andreas Baader und Ulrike Meinhof sowie zu der Schleyer-Entführung.

Bei Hanns, der sie einfach „mein Mädchen“ nannte, entdeckte sie das Manifest von Marx und Engels, während sich ihr Hass auf die bürgerliche Gesellschaft steigerte. Im Jahr 1982 wurde Kohl zum Bundeskanzler gewählt, was sie für einen schlechten Witz hielt. Antonia erinnert sich, dass sie mit Hanns gerne die Doors, Jimi Hendrix oder auch Pink Floyd gehört hat. In der Politik tauchten neue Namen wie Petra Kelly und Otto Schily am Horizont auf. Aber dann kamen eines Abends ihre Freunde Anne, Klaus und Peter zu ihnen, es wurde getrunken und im weiteren Verlauf eskalierte die Situation: Plötzlich hatte Hanns eine Schusswaffe!

Je mehr Antonia darüber nachdenkt, ist sie sich nicht mehr sicher, ob sie das Unglück mit zu verantworten hatte. Sie entschließt sich, einer Einladung zum Klassentreffen zu folgen. Weiterlesen »

Die Spionageaffäre des DDR-Spions Günter Guillaume war letztendlich der Auslöser für den überraschenden Rücktritt des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt am 7. Mai 1974. Die Handlung des Kriminalromans Bilgenwasser von Klaus Offenberg spielt in dieser Zeit des Kalten Krieges, bei dem es um den Konflikt zwischen den Bündnispartnern der NATO und denen des Warschauer Paktes ging.

Zwei völlig verschiedene Handlungsstränge setzen genau da an: Anfang der 70er Jahre machen sich drei Austauschschüler auf den Weg nach Finnland. Während der Überfahrt nach Helsinki belauscht einer von ihnen durch Zufall zwei Mitreisende und schnell wird Mathias klar, dass es sich bei der Unterhaltung um dunkle Machenschaften handeln muss. Er will sich unauffällig zurückziehen, was ihm jedoch nicht gelingt und so wird er mit seinen beiden Freunden Axel und Gregor von nun an beobachtet. Wo immer sie auch mit ihrem VW-Käfer in Finnland unterwegs sind, folgt ihnen ein Auto.

Der in Rheine an einem Gymnasium tätige Edmund Meißner besucht seinen Schüler Thomas, der mit seiner Mutter Veronika und ihrem Schwiegervater Nikolaus Schlüter in Bevergern lebt. Während eines Gesprächs erfährt Edmund, dass Nikolaus ein Arbeitskollege seines Vaters Hartmut Meißner war, der als Zivilangestellter bei der Bundeswehr arbeitete und plötzlich am 10. Mai 1990 spurlos verschwand. Weiterlesen »

Studenten sind auch Menschen – und was für welche! – ist der Titel der Realsatiren aus Münster von Helmut Rücker. Zum Teil selbst Erlebtes gibt der Autor hier zum Besten, schreibt von dem Schabernack und den Streichen, die anderen Kommilitonen zugefügt wurden. Allerhand Kurioses ist da wieder aus der Versenkung geholt worden, denn der Autor ist Jahrgang 1939 und die Anekdoten ranken sich um die Jahre vor 1968.

In über dreißig Satiren geht es um den Spaß, die manch einer auf Kosten anderer hatte. Wenn gewaschene Hemden plötzlich an einer Platane baumeln, ein noch gefrorenes Huhn in der Pfanne gegart werden soll oder Wasserfontänen des Nachts in geöffneten Fenstern für Gekreische sorgen. Eine Dose Fisch sorgt in einem Café für Empörung, eine Elektrotafel mit vielen Schaltern treibt eine Professorin fast in den Wahnsinn und in einen Münzautomaten werden Geldscheine „geschmuggelt“. Findige Entdecker verwandeln die Blätter der Gunnera in einen Regenschirm, ein auf der Herdplatte zurückgelassener Vogelkäfig hat eine fristlose Kündigung seitens der Vermieterin zur Folge und ein Essensdieb im Studentenheim wird mit Rizinusöl böse bestraft. Peinlich wird es für einen Ehemaligen nach dreißig Jahren Ehe, als eine frühere Freundin der heutigen Ehefrau dasselbe Liebesgedicht aufsagt, das für diese zur Hochzeit eigens gedichtet worden sein soll! Ein Schneemann löst sich im Fahrstuhl in Wohlgefallen auf und ein aus der Hand gefallener Autoschlüssel ist der Anfang einer Katastrophe, die mit dem Abschleppdienst endet. Weiterlesen »