Dr. Wilhelm Löhring hat einfach verdrängt, dass er nicht mehr als Finanzvorstand bei Rüssling & Huber tätig ist und erscheint am Tag nach seiner Verabschiedung wie gewohnt in seinem Büro. Er glaubt an einen Komplott des Vorstands und will gegen den Aufhebungsvertrag klagen. So wird er in den Hochreitner-Trakt, einem exklusiven Bereich für wohlsituierte Patienten der psychiatrischen Klinik St. Ägidius, eingewiesen. Doch Löhring glaubt, seine Ehefrau habe die Klinik gekauft und er soll nun das Unternehmen sanieren. Er möchte die Klinik zum Premiumanbieter in der Psychiatrie machen, doch da die Klinikleitung nicht mit ihm kooperieren will, gibt er dem Gesellschafterausschuss schriftlich die Empfehlung, den Geschäftsführer Herrn Fechtner abzusetzen.

In einer Therapiegruppe trifft er auf Keith Winter, einen Finanzmanager von Benderman Ley, dessen seltsames Verhalten autistische Züge aufweist, und Hubert Wienkamp, den ehemaligen Personalchef eines großen Beratungsunternehmens, der an einem amnestischen Syndrom leidet und sich an zwanzig Jahre seines Lebens nicht mehr erinnern kann. Zur Überraschung von Löhring hat Winter ohne Berichte und Analysen bereits einen kompletten Business-Plan erstellt, und Löhring beschließt, die St. Ägidius Klinik an die Börse zu bringen. Dabei unterstützt wird die Projektgruppe „Bad Homburg“ von der ehemaligen Chefsekretärin Karin Schlick, die ebenfalls eine Patientin der Klinik ist. Weiterlesen »

Iris Schubert ist Dozentin für Lyrik und alleinerziehende, chaoserprobte Mutter der dreijährigen Laura. Sie ist als Talkgast zu einer Radiosendung eingeladen, bei der sie für die Bürgerinitiative „S.O.S. Heidenruh“ Position beziehen soll. Ihr Kontrahent ist die Ferdinand-Mayer-AG und für die Kampagne „Das Erlebnisbad – ein Froschfriedhof“ ist ausgerechnet der Projektleiter Ben Schäfer ihr Gesprächspartner, der als Spezialist für Härtefälle gilt. Erst im Studio trifft sie mit ihm zusammen, was für beide eine Überraschung ist, denn sie kennen sich bereits. Das letzte Mal hat sie ihn vor 25 Jahren auf Jürgens Party nach dem Abitur im Jahr 1989 getroffen und es stand zwischen ihnen Unentschieden.

Schon als Kinder haben die beiden mit Playmobil gespielt, was jedoch in einem Desaster und ihrem Wunsch endete, ihm nie wieder zu begegnen. Als Pubertierende verliebt sich Iris in Christian, mit dem sie eine „Seelenverwandtschaft“ verbindet. Im Gegensatz zu ihr ist er politisch interessiert und sein Lieblingsthema ist der Kapitalismus. Auf Ben trifft sie unerwartet in einer Versammlung der Schule und immer wieder spielt einer dem anderen übel mit. Iris geht mit ihrer Freundin Doro auf Partys und kommt mit Tim zusammen, den sie für die große Liebe hält. Weiterlesen »

Der zehnjährige Leon fühlt sich von seiner älteren Schwester Laura und den Eltern oft missverstanden. Ein Meteorit nähert sich mit großer Geschwindigkeit der Erde und ein bekannter Wissenschaftler versichert, dass von dem Meteorit keinerlei Bedrohung ausgeht. Das behauptet zumindest ein Nachrichtensprecher. Doch als plötzlich Dr. Schröder, der wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wurde, aus einem Gebüsch direkt vor Leon auftaucht, ist ihm sofort klar, was der Schurke im Schilde führt. Leon fühlt sich berufen, die Welt zu retten.

Leons Mutter besitzt die Fähigkeit, alles in eine Eishöhle zu verwandeln und trägt deshalb den Namen IceMadam. Sein Vater Ray hat einen Laserblick und Laura kann mit einem „Plopp“ quasi beamen. Bei Leons Eltern will sich Dr. Schröder einschleimen und sie sind so dumm und merken das nicht. Sie laden ihn sogar noch ein! Doch Leon hat den Durchblick und schließt sich mit seinen Klassenkameraden Marie und Paul kurz. Als ihn sein Mitschüler Marvin in den Müll befördert, was Leon dank seiner Rüstung übersteht, sieht er von einem erhöhten Platz auf der Deponie die Vorbereitungen, die Dr. Schröder für den Aufprall des Meteoriten trifft. Weiterlesen »

In seinem Buch Schau Liebling, der Mond nimmt auch zu! erklärt David Leukert dem Leser auf eine amüsante Weise den Schwachsinn einiger Bonusprogramme und wie es bei einem Speed-Dating abläuft. Mit einem vollautomatischen Handtuchkasten auf einer Toilette ereilt ihn ein Malheur und beim rheinischen Karneval bekommt er einen Kulturschock. Lustig macht er sich über die Carglas-Werbung sowie über ein Paar, das wie Kletten aneinander hängt, und er nimmt die Multitasking-Fähigkeit der Frauen aufs Korn. Ihm stoßen unsinnige Namensgebungen auf Speisekarten und schwachsinnige Dialoge in neuen Fernsehserien unangenehm auf, er geht Anglizismen auf den Leim und ärgert sich über Blumen, die anstelle von Freude nur Arbeit machen.

Der Autor schreibt von Erfahrungen, die er mit der Telekom und in einem Baumarkt gemacht hat und auch von den Erlebnissen eines leidgeprüften Vaters. Gar nicht einverstanden ist er damit, dass Katholiken sündigen und durch eine anschließende Beichte ihren „Fehlerpunkte-Score“ auf null setzen. Unseren Politikern gibt er wertvolle Tipps, wie sie den Geburtenrückgang wirksam aufhalten können und auch das kontroverse Thema, was pädagogisch sinnvoll ist, behandelt er auf seine eigene, humorvolle Weise. Weiterlesen »

In Deutschland herrscht Krieg, weil unser Land nicht mehr der Europäischen Union angehören will. Demokratie ist zum Fremdwort geworden. An ihre Stelle ist eine Diktatur getreten. Hunger und Kälte setzen den Menschen zu und wenn sie Trinkwasser in Eimern heranschaffen, müssen sie sich vor Heckenschützen in Acht nehmen. Die Gleichschaltungspolizei verhaftet Freunde und Nachbarn.

In dieser Situation geht der Vater eines 14-jährigen Jungen das Wagnis einer Flucht nach Ägypten ein, obwohl die teuer und riskant ist. Jeder darf nur einen kleinen Rucksack mit seinen Habseligkeiten bei sich tragen. In Ägypten beantragt die Familie Asyl und wegen aufkommender Streitereien unter den Lagerinsassen müssen sie die Ausweisung fürchten. Es findet kein Schulunterricht statt und niemand wird in der fremden arabischen Sprache unterwiesen. Für den Vater gibt es keine Arbeitserlaubnis, aber immerhin leben sie noch, nur das zählt. Die gewohnte gesellschaftliche Stellung hat keine Bedeutung mehr und als der mittlerweile erwachsen gewordene junge Mann nach Kriegsende in seine Heimat nach Deutschland zurückkehren will, ist nichts mehr, wie es war. Weiterlesen »

Der Jugendroman Live Fast, Play Dirty, Get Naked von Kevin Brooks erzählt Lilis Erinnerungen an den heißen Sommer 1976 im Rückblick: Vor 35 Jahren lebt die 17-jährige Privatschülerin alleine mit ihrer Mutter, die ihrerseits von traumatischen Erinnerungen heimgesucht wird, in einem Vorort von London. Von der Schule kennt sie den ein Jahr älteren Curtis, der sie eines Tages fragt, ob sie nicht in seiner Band Naked als Drummerin einsteigen will. Curtis träumt von einer Karriere und will mit der Band ganz groß rauskommen. Die beiden werden ein Paar und Lili sieht immer wieder eifersüchtig auf die leicht bekleidete Charlie. Genau wie Jake, der Manager, konsumiert Curtis immer öfter auch härtere Drogen, was Lili nicht gefällt.

Außer den Mitgliedern Stan und Chief gewinnen sie, mehr durch Zufall, den aus Belfast stammenden William als fünftes Mitglied für Naked. Trotz anfänglicher Vorbehalte von Curtis. Denn für den ungewöhnlichen Iren, der permanent Zigaretten schnorrt, scheint nichts ein Problem darzustellen. Mit seinem Beitritt gibt er nicht nur der Band eine neue Richtung, sondern stellt auch die Weichen für Lilis Leben neu. Ihn umgibt ein Geheimnis, das er Lili anvertraut und dessen Folgen alles verändert. Weiterlesen »

Von einer Torwart-Karriere hat Max Frisch als Junge geträumt, gefeiert wurde er später jedoch nicht als Fußballstar, sondern als Schriftsteller. Seine von Ingeborg Gleichauf aufwändig recherchierte Biografie Jetzt nicht die Wut verlieren zeichnet anhand seiner Tagebucheintragungen und Briefe den Weg eines ungewöhnlichen Menschen nach, der trotz eines bürgerlichen Lebens unangepasst war und sich stets als Außenseiter fühlte.

Max Frisch, der die Großschreibung konsequent missachtet hat, verarbeitete in seinen Werken viele Kindheitserfahrungen. Gesammelte Erkenntnisse und Eindrücke sowie sämtliche Wahrnehmungen waren für ihn Material zu neuem Stoff – zu einem Theaterstück oder Roman. Seine Protagonisten waren sein Sprachrohr. Von seinen Lesern erwartete Max Frisch nach eigener Aussage, wie Ingeborg Gleichauf schreibt, viel und hielt daher erläuternde Kommentare für überflüssig. In der Biografie führt die Autorin die Beweggründe, die Max Frisch zu seinem ersten Roman veranlasst haben, auf und gibt dem Leser selbstverständlich auch Einblick in sein Familienleben. Der Schriftsteller musste zunächst als Architekt seinen Lebensunterhalt bestreiten und ihn plagten über Jahre Gewissensbisse wegen der Trennung von seiner Familie. Stets war er auf der Suche nach einem Neuanfang. So haben auch seine neuen Beziehungen und die damit einhergehenden Probleme zwischen Mann und Frau in seinen Werken Niederschlag gefunden. Weiterlesen »

Wolfgang Limmer wollte es ganz genau wissen und ging dem Phänomen des Lügens auf den Grund. Demnach soll die Nase eines Lügners nachweislich wie bei der Figur des Pinocchio, die auch auf dem Buchcover von Männerlügen zu sehen ist, anschwellen. Der Autor hat eine Reihe von unglaublichen und kuriosen Geschichten zusammengetragen, bei denen es häufig um zwischenmenschliche Beziehungen und Treue geht. Manch ein Mann lügt nur, weil die Wahrheit vielmehr einer Lüge gleichen würde und manche Frau glaubt gerade deshalb besonders geliebt zu werden, weil ihr Mann sie anlügt. Wolfgang Limmer berichtet von einem Heiratsschwindler, der nur vorgab , dass er einer wäre und damit schon geschwindelt hat, sowie von einem tragischen Schicksal, bei dem die Unwahrheit erst durch eine Zeugenaussage an den Tag kam.

Die Texte warten zum Teil mit Wortspielereien wie wer eine Lüge zugibt, lügt nicht auf. Einige Episoden erfahren eine Fortsetzung erst in einem späteren Kapitel und andere spiegeln eine Therapiestunde im Stil von Szenen einer Ehe wieder. Dem Leser werden Einblicke zur Wahrheitsfindung der frühmittelalterlichen Germanen und des Judentums gegeben, wobei der Autor mit sarkastischen Bemerkungen glänzt. Weiterlesen »

Frau Lange ist Wandas Lehrerin und möchte mit den Kindern einen Ausflug machen. Natürlich werden sich die Schüler über das Ziel nicht sofort einig, doch schließlich fällt die Entscheidung auf den Wildpark. Etwas Geduld müssen die Kinder aber noch mitbringen, denn der Ausflug startet erst in einer Woche.

Es ist Wandas erster Schulausflug und sie trifft Vorbereitungen, was sie alles mitnehmen möchte. Endlich ist es so weit und es geht mit dem Bus los. Wandas Mutter begleitet die Schulklasse, denn sie arbeitet als Fotografin und soll den Wildpark für die Zeitung fotografieren. Als weitere Begleitperson fährt Herr Behrens, der Vater eines Schülers, mit. Er hat gleich dafür plädiert, dass die Kinder in Zweierreihen gehen sollen. Nun haben sie das Malheur und müssen Yakup und Bernie suchen, die verschwunden sind. Vor einem Monster sind sie geflüchtet, das sich als harmloses Wisent entpuppt. Vom Tierpfleger bekommen die Kinder viele nützlich Erklärungen und er zeigt ihnen sogar zwei Luchs-Babys, die noch sehr verspielt sind. Weiterlesen »

Täter sind immer auch Opfer. Aber erst, wenn es zu spät ist, wird nach den Hintergründen und Ursachen gefragt. Martin Schäuble zeichnet in dem Buch Black Box Dschihad biographisch die Umstände auf, die zwei junge Männer zu islamistischen Terroristen machte.

Daniel kommt 1985 in einer deutschen Kleinstadt zur Welt und ist elf Jahre alt, als sein Vater von zu Hause auszieht. Er schließt sich der Hip-Hop-Szene an und legt bei teuren Einkäufen Wert auf Markenkleidung. Anstelle eines Romans liest der ehrgeizige Schüler lieber das Grundgesetz, denn sein Ziel ist ein Jurastudium. Ihn erschüttert der Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 und sechs Jahre später fragt er nach den Ursachen. Der Einmarsch amerikanischer Truppen in den Irak löst bei Daniel eine kritische Haltung gegenüber der gesamten westlichen Welt aus und mit achtzehn Jahren bricht er die Schule ab. Nachdem ihn sein Weg als Aussteiger nach Brasilien führt, endet sein Regenwald-Abenteuer in einem Albtraum. Nidal, der ihn dazu überredete und bisher Einfluss auf ihn hatte, enttäuscht Daniel. Fortan wendet er sich Hussein zu, konvertiert zum Islam, lernt arabisch und über Ägypten landet er schließlich in einem Trainingslager in Pakistan, wo er für einen Anschlag ausgebildet wird. Weiterlesen »

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