Die Enthüllungen durch Edward Snowden im Zusammenhang mit den Ausspähaktionen der NSA lassen vermuten, dass streng vertrauliche Mitteilungen von einigen Staaten nur noch in analoger Form weitergereicht werden. Hinter vorgehaltener Hand, so wird gemunkelt, soll der russische Geheimdienst bereits Schreibmaschinen geordert haben, damit im Internet keine Spuren brisanter Dokumente gefunden werden. Um etwaigen Hackern die Möglichkeit einer Entschlüsselung zu nehmen, ist der bei IBT im Vorstand arbeitende Richard Westermann in dem Roman Westermann & Fräulein Gabriele mit der Entwicklung einer ausspähsicheren Krypto-Box beauftragt. Sein Leben ist beherrscht von der digitalen Welt, die Teilnehmer bei Videokonferenzen nur noch zuschaltet. Doch als er durch ein Versehen an der Beerdigung des Schriftstellers Rupertus Höfer teilnimmt, sieht er auf dessen Sarg eine Schreibmaschine der Marke Olympia. Da er sie unbedingt in seinen Besitz bringen will, wendet er sich an Matthias Höfer, den Sohn des Verstorbenen.

Westermann überrascht seine Sekretärin Frau Marelli, seine Kollegen Philipp Achternbusch und Heinrich Hirtenhuber sowie seinen Chef Wetter mit einer Schreibmaschine in seinem Büro, die seine Aktion für einen Scherz halten. Gerade den jungen Kollegen Marc Dockhorn, der Westermann die Position streitig machen will, möchte er damit provozieren und kostet den Spaß aus, wie er alle an der Nase herumführt. Weiterlesen »

Als Frida ihrem Bruder Ole auf dem Totenbett verspricht, für seine Frau Luise zu sorgen, ahnt sie noch nicht, worauf sie sich einlässt. Nur unwillig gibt Frida dem Drängen ihrer Schwägerin nach, auf ihr Landgut zu ziehen, obwohl ihr die Lehrerkollegen davon abraten und sie ihre Möbel gar nicht alle unterbringen kann. Auch für einen Webstuhl ist kein Platz, so dass auch er zwischengelagert werden muss. Beim Transport kann ihr glücklicherweise Fritz, der Bruder von Luise, helfen. Ein gemütlich ausklingender Abend weckt bei ihm Hoffnungen, so dass er wenig erfreut ist, als er Frida in Begleitung von Tom, einem Untermieter auf dem Landgut, sieht.

Die Unzufriedenheit Fridas wächst mit dem plötzlichen Auftauchen von Bettina, der Schwester von Luise und Fritz, die vor den Renovierungsarbeiten in ihrer Wohnung flieht und auch noch einen Yorkshire-Terrier mitbringt. Ihr Interesse gilt nur dem Hund und der vom englischen Königshaus zelebrierten Mode. Von den Umzugsvorbereitungen, Korrekturarbeiten und Schulkonferenzen fühlt sich Frida zunehmend überfordert und durch Luise fremdbestimmt. So lange Bettina nicht abreist, kann sie die Zimmer nicht renovieren und sie fühlt sich mit falschen Versprechungen angelockt und regelrecht überrumpelt. Luise verfügt wie selbstverständlich über Fridas knapp bemessene Zeit, die ihrer Schwägerin aber einfach keinen Wunsch abschlagen kann. Obwohl Friedas Gefühle schon hinreichend durch Fritz und Tom aufgewühlt werden, muss sie sich auch noch Sorgen um ihre Gesundheit machen. Weiterlesen »

Nachdem Luzia Gassner in Ravensburg von der Inquisition verfolgt wurde und als Hexe verbrannt werden sollte, konnte sie sich nach Montpellier absetzen. Die Fortsetzung des Romans Seelenfeuer setzt an dem Punkt an, als sich die bereits als Hebamme tätige Luzia im Jahr 1492 bei Prof. Laval zur Medica ausbilden lässt. Allerdings sind auch in Montpellier nur Männer zum Studium zugelassen, so dass sich Luzia als Mann verkleidet tapfer schlägt. Obwohl sie ihr Examen bei den an dieser Universität üblichen, durch den Papst allerdings verbotenen Leichenöffnungen besteht, und Prof. Ibn Faris ihr Interesse an der Frauenheilkunde lobt, muss sie sich vor Miguel Alvarez in Acht nehmen. Nur Claude, einem guten Freund, ist es zu verdanken, dass sie im Schutz einer Reisegruppe in ihre Heimat fliehen kann. Doch auch während der gefährlichen Alpenüberquerung läuft sie Gefahr, von Mitreisenden als gebrandmarkte Hexe erkannt zu werden.

Endlich am Bodensee angekommen, weiß Luzia nicht, wie sie Johannes von der Wehr gegenübertreten soll, dem sie einst die Ehe versprochen hat. Nach wie vor fühlen sie sich zueinander hingezogen. Die Ordensfrau Schwester Ansgard und Johannes sind froh, in Luzia eine tatkräftige Hilfe im Medicus Hospital zu haben, da der Bader Achmüller die neuen medizinischen Erkenntnisse nicht teilt. Weiterlesen »

Nachdem Torsten Brettschneider, der Protagonist aus den beiden Romanen Elchscheiße und Kaimankacke von Lars Simon, wieder zurück in Schweden ist, kauft er ein kleines Ferienhaus ganz in der Nähe seiner Angebeteten Linda, die ihn mit ihren langen, goldblonden Haaren und einem Elfenlächeln verzaubert hat. Allerdings ist Linda zum Zweck der Selbstfindung nach Lappland gefahren, wo ihr Exfreund Olle Olofsson ein Kulturprojekt betreibt, was Torsten einiges Kopfzerbrechen bereitet. Doch beauftragt er zunächst einmal die Firma des Handwerkers Johansson mit der Renovierung des neu erworbenen Hauses. Noch während der Bauarbeiten kommt sein Kumpel Rainer in samischer Traditionsbekleidung vorzeitig von einem kulturellen Intensivkurs aus Lappland zurück. Als ihn dann noch sein Vater Gerd mit seiner esoterischen Freundin Renate und Pfarrer Pettersson unangemeldet besuchen, ist das Chaos perfekt.

Pfarrer Pettersson macht sich große Sorgen um seine Tochter Linda, die seit einigen Tagen nicht mehr zu erreichen ist. Er möchte nicht die Polizei einschalten und bittet Torsten, nach Jokkmokk zu fahren, um bei Olle Olofsson nach dem Rechten zu sehen. So begibt sich Torsten in Begleitung des realitätsfremden Sozialpädagogikstudenten Rainer in einem alten VW-Bus auf die Reise nach Lappland, um die Frau seiner Träume zu suchen, während sein Vater Gerd und Renate den Fortgang der Renovierungsarbeiten beaufsichtigen. In der eisigen Kälte Lapplands treffen Torsten und Rainer auf die Mitglieder einer Asen-Sekte, die anscheinend eine Vollmeise haben, denn sie sind davon überzeugt, die Reinkarnation nordischer Götter zu sein. Da die beiden hoffen, Linda hier zu finden, geben sie vor, auch Asen zu sein. Weiterlesen »

Welche Gedanken gehen einem Menschen wohl während eines Überfalls im Angesicht des Todes durch den Kopf? Und welche Auswirkungen mögen die auf sein späteres Leben haben? Genau diese Fragen muss sich Joshilyn Jackson gestellt haben, bevor sie den Roman Nicht nur eine Liebesgeschichte geschrieben hat, wobei die Betonung des Titels auf dem Wort „eine“ liegt. In der Geschichte will ihre Protagonistin Shandie mit ihrem dreijährigen Sohn Natty zu ihrem Dad, der von ihrer Mutter geschieden ist, nach Atlanta ziehen und wird dabei von ihrem besten Freund Walcott begleitet. Unterwegs legen sie einen Stopp an einer Tankstelle ein. Während Shandie im Shop nur noch Augen für einen gut aussehenden Mann hat, werden plötzlich alle von einem Gangster mit einer Waffe bedroht und schließlich als Geiseln festgehalten. Als sich im weiteren Verlauf der von ihr angehimmelte Mann bedenkenlos für die Rettung ihres Sohnes einsetzt, kann sie das nur als Liebe deuten.

Es kann nur Liebe sein, denn zum ersten Mal in ihrem Leben empfindet Shandy etwas für einen Mann. Obwohl sie Mutter eines kleinen Jungen ist, den sie abgöttisch liebt, ist dieser nicht das Produkt einer Liebesbeziehung. Ihr ist nicht einmal der Vater bekannt. Shandy fühlt sich ihrem Retter William Ashe gegenüber verpflichtet und pflegt den bei dem Überfall Verletzten, obwohl das seiner Bekannten Paula gar nicht gefällt. William, der vor einem Jahr seine Frau und sein Kind bei einem Unfall verloren hat, verspricht seinerseits Shandy bei der Suche nach dem Kindsvater zu helfen. Weiterlesen »

Hinter dem Deich, abseits des Dorfes gelegen, haben die Vorfahren von Inge Boysen das Haus Tide auf einer Insel in der Nordsee errichtet. Als die fast Achtzigjährige nach den Weihnachtsfeiertagen scheinbar tot in ihrem Bett liegt, informiert Schwiegertochter Kerrin die Verwandten. Doch bevor diese eintreffen, wird klar, dass es sich um ein tragisches Missverständnis gehandelt hat.

Während Enno, der Angst vor einem Tumor hat, auf seinen Arzt wartet, ereilt ihn die erschütternde Nachricht seiner Frau Kerrin. Ihre Adoptivtochter Inka, die neuerdings den Gothic-Look bevorzugt, der aber fälschlicherweise für Trauerkleidung gehalten wird, reist aus Petersburg von einem Auslandsschuljahr an. Inges Tochter Gesa erfährt vom Tod der Mutter, als sie sich mit ihrem Liebhaber Matteo vergnügt, von dem sie ein Kind erwartet. Mit ihrem Mann Jochen und den Kindern Marten und Kaija reisen sie aus Hamburg an, womit sich Haus Tide immer mehr füllt. Natürlich sind alle von der Nachricht, dass Inge noch lebt, überrascht, aber dennoch froh. Trotz ihres Zustandes will Inge nicht ins Krankenhaus. Kerrin muss Schlafplätze für alle organisieren und vor allem auch alle satt bekommen, was sich besonders bei der Veganerin Berit, einer weiteren Tochter von Inge, als ein Problem herausstellt. Und Boy, der Bruder von Enno, Gesa und Berit, erreicht die Todesnachricht im Pazifischen Ozean erst zwei Tage später. Weiterlesen »

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Aberglaube zumindest in den ländlichen Gebieten noch weit verbreitet, so auch in dem auf Sardinien gelegenen Dorf Baghintos, von dem der Roman Das wilde Herz des Wacholders von Vanessa Roggeri handelt. Während eines tobenden Gewitters liegt Assunta Zara in den Wehen, und die Hebamme betet inständig darum, dass es nach sechs Töchtern nicht wieder ein Mädchen wird, was nur ein Unglück bedeuten kann. Doch es kommt noch schlimmer: Die Siebtgeborene trägt die Zeichen des Teufels, ein Schwänzchen am Rücken und ausgebildete Zähne. Sie muss eine Coga, eine Hexe sein!

Severino, der unglückliche Ehemann, wird von seinem Vater Efisio eindringlich gemahnt, das Neugeborene sofort zu töten, um weiteres Unheil abzuwenden. Das bringt er jedoch nicht übers Herz und überlässt die Kleine in der Nacht draußen ihrem Schicksal, wo sie allerdings von der zehnjährigen Tochter Lucia gefunden wird. Die Familie ist bestürzt und trotz aller gegenteiligen Hoffnungen überlebt Ianetta, wie Lucia ihre Schwester nennt. Das arme Mädchen wird in eine Kammer abgeschoben, niemand darf mit ihr reden und sie ernährt sich von dem, was sie findet, weshalb sie nur aus Haut und Knochen besteht. Für alles Unglück wird die Coga verantwortlich gemacht, und nur Lucia meidet ihre Schwester nicht. Eines Tages wird sie von Ianetta aus den Fängen einer Bande von Jungen gerettet. Weiterlesen »

Ferdinand Menzel ist in Anni, die Schwester seines Freundes August Zerbe, verliebt. Doch nach dem Willen ihrer Eltern soll sie mit dem vermögenden Ernst Dunker verheiratet werden. Als Ferdinand beobachtet, wie Ernst sie zum Tanz bittet, fasst er den Entschluss, dem Drängen von August nachzugeben. So melden sich beide kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges als Freiwillige an die Front. Bevor die Jungen für das Vaterland nach Frankreich in den Krieg ziehen, bekommt Ferdinand von einem alten Kriegsveteran eine Ledertasche, die ihn beschützen soll. Seine letzte Nacht in der Heimat verbringt er zusammen mit Anni.

Die Schreie der verwundeten, feindlichen Soldaten und die Bilder der ersten Toten lassen Ferdinand in den Nächten aufschrecken. Er erinnert sich an die Worte seines sozialdemokratischen Vaters: Der Krieg ist ein Menschenfresser. Läuse und Wanzen setzen den Kameraden zu, aber noch schlimmer sind die Ratten und der gefürchtete Gasbrand. Nur die Erinnerung an die letzte Nacht mit Anni lässt ihn die Gräuel überleben. Weil seine Briefe zensiert werden, führt er ein Tagebuch und macht heimlich Fotos mit einer Kamera. Ferdinand kommt zu der Überzeugung, dass eine reale Berichterstattung über den Krieg nicht erwünscht ist und seine Vorgesetzten über Methoden verfügen, aus allen „Duckmäuser“ zu machen. Weiterlesen »

Nach Angaben der Zeitschrift „Eltern“ hatten laut einer Umfrage aus dem Jahr 2006 fast vierzig Prozent der Mädchen zwischen vierzehn und siebzehn Jahren mit einem Jungen geschlafen. In dem Jugendroman Prinzessinnen von Marie Darrieussecq ist das Mädchen Solange bereits im Alter von zehn Jahren an dem Thema interessiert und schlägt in einem Lexikon nach, um alles über die Geschlechtsorgane und Fortpflanzung zu erfahren. Ihre Mutter klagt häufig über starke Kopfschmerzen, die sie nur mit Schmerz- und Schlaftabletten übersteht, während ihr Vater seiner Arbeit nachgeht. So verbringt Solange viel Zeit bei dem Dorfbewohner Monsieur Bihotz, der ihr bereits die Windeln gewechselt hat und mit dem sie gerne kuschelt.

Als bei Solange die erste Menstruation einsetzt, fragt sie sich, ob das wirklich alle Frauen haben. Sie stellt sich vor, wie Spermien über die Bettlaken in die Mädchen und dann mit dem Blut nach oben wandern, wobei sie schwanger werden. Eine vage Vorstellung hat sie aber auch schon davon, dass in das „Loch des Mädchens“ genau das Teil des Mannes passen könnte.

Vier Jahre später unterhält sie sich mit ihren Freundinnen über die Jungfräulichkeit. Es kursieren abenteuerliche Geschichten von der Entjungferung mit reichlichem Blutverlust und die Mädchen stellen sich vor, wie das weiße Kleid einer menstruierenden Braut befleckt werden könnte. Weiterlesen »

Die ausgeflippte und immer noch der Hippiekultur nachhängende Rosa hat wie ihr Nachbar Robert ihr Haus verkauft, um mit ihm gemeinsam in eine neue Eigentumswohnung auf den Kaiserstern zu ziehen, was sie ihrer geschiedenen Tochter Ellen allerdings verschwiegen hat. Die wird von ihrem Exmann mehr oder weniger vor die Tür gesetzt und fährt zu Rosa, weil sie zusammen mit Tochter Kim bei ihr unterkommen will. Doch Rosa findet gerade Robert tot in seiner Wohnung auf, was für sie aber nicht der einzige Schock bleibt: Auf dem Kaiserstern erkundigt sie sich über die Baufortschritte und stellt fest, dass noch gar nicht mit dem Bau begonnen wurde, obwohl sie bereits neunzig Prozent der Kaufsumme bezahlt hat. Wie es aussieht, hat sich der Geschäftsführer der Baufirma, Achim Weiterscheid, mit dem Geld abgesetzt. Rosa sieht ein, dass sie nicht zu ihrer Tochter Ellen kann, die selbst bald obdachlos ist. Die wiederum fällt aus allen Wolken, als sie von der Tochter des toten Nachbarn vom Verkauf des Hauses ihrer Mutter erfährt.

Der Kriminalbeamte Mittmann untersucht den offensichtlich gewaltsamen Tod von Robert, einem pensionierten Polizeibeamten. Rosa bittet ihren Bekannten Leo, einen ehemaligen Kriminalkommissar, mit ihr in die versiegelte Wohnung zu gehen, weil sie dort für sie wichtige Papiere vermutet. Da sie im Besitz eines rechtmäßigen Notarvertrags ist, gehört ihr nach ihrem Verständnis ein Anteil an der Immobilie, die auf dem Kaiserstern steht, und das ist die alte Villa Zucker. Weiterlesen »

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