Kaiserschmarrndrama von Rita Falk

KaiserschmarrndramaDer Dorfpolizist Franz Eberhofer wird telefonisch darüber in Kenntnis gesetzt, dass im Wald von Niederkaltenkirchen die Leiche einer jungen Frau gefunden wurde. Sofort macht er sich auf den Weg zum Fundort. Bei der Toten, die nur mit einem String bekleidet ist, finden sich keine Papiere, doch stellt sich trotzdem schnell heraus, dass sie die neue Mieterin Simone des Metzgermeisters Simmerl und seiner Frau Gisela ist. Der einzige Verwandte von Simone ist ihr Bruder Christian Kitzeder, der als Pfarrer in einer Nachbargemeinde tätig ist. Nach dem Tod seiner Schwester gehört ihm sein Wohnhaus ganz allein, womit er zumindest schon einmal ein Tatmotiv haben könnte. Außerdem hat er, wie auch seine Ehefrau, für die Tatzeit kein Alibi.

Der ehemalige Polizist Rudi Birkenberger unterstützt Franz Eberhofer als Privatdetektiv und sieht sich die Daten auf dem Laptop der Ermordeten an. Er findet heraus, dass zu den Stammkunden der als Webcamgirl arbeitenden Simone sowohl Verwandte, als auch Freunde von Franz zählten.

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Unterleuten von Juli Zeh

UnterleutenDas brandenburgische Dorf Unterleuten hat weder Geschäfte, noch einen Bahnhof und ist nicht einmal an das Kanalisationsnetz angeschlossen. Wie in früheren Zeiten werden Dienstleistungen mit einem Tauschgeschäft abgegolten. Der ehemalige Soziologieprofessor Gerhard Fließ und Ehefrau Jule sind zugezogen und freuen sich über ihren Nachwuchs. Er arbeitet als Umweltaktivist beim Vogelschutzbund und will mit allen Mitteln verhindern, dass Linda, die mit ihrem Lebensgefährten Frederik ebenfalls neu im Dorf ist, ihre Nebengebäude zu Stallungen für ihr Pferd umbaut, da das Land zum Vogelschutzreservat gehört. Daneben leidet das Ehepaar Fließ unter dem Gestank, den ihr Nachbar Bodo Schaller durch das Verbrennen alter Autoreifen erzeugt.

Während einer vom Bürgermeister Arne Seidel einberufenen Versammlung werden die Dorfbewohner in einem Vortrag über erneuerbare Energien von der geplanten Errichtung eines Windparks informiert. Gerhard Fließ ist gegen das Projekt und kommt sogar seiner Widersacherin Linda entgegen, wenn sie im Gegenzug auf den Verkauf eines dafür benötigten Flurstücks verzichtet.

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Nora und die Novemberrosen von Tania Krätschmar

Nora und die NovemberrosenNora Dittbrenner lebt allein mit ihrer siebenjährigen Tochter Fanny in Berlin und wird durch ihre Nachbarn Margarete, Ellie und Udo tatkräftig unterstützt. Während Nora ihrer Arbeit in der Gartenabteilung eines Baumarktes nachgeht, machen die drei mit Fanny einen Ausflugs in das Dorf Mark Brandenburg. Hinter wild wucherndem Gestrüpp und dichtem Strauchwerk entdecken sie zufällig ein Grundstück, das sie unbedingt Nora zeigen wollen. Doch die Alleinerziehende hat zunächst andere Sorgen: Ihr wurde fristlos gekündigt und ein Schreiben ihres Vermieters lässt sie das Schlimmste befürchten.

Wie sich für die Entdecker des Grundstücks bei Nachforschungen im Liegenschaftsamt Löwenberg herausstellt, befand sich nach dem Krieg auf dem Gelände ein Kinderferienheim. Nach der Wende hat sich offensichtlich niemand darum gekümmert. Bei ihren Streifzügen über das Grundstück reift in Nora die Erkenntnis, dass auf dem Boden früher eine Gärtnerei gestanden haben muss. Da sie vor ihrer Schwangerschaft immer von einer eigenen Gärtnerei geträumt hat, ist sie entschlossen, mit Unterstützung ihrer Freunde Udo, Ellie und Margarete das Areal zu kultivieren. Nachdem ihnen von amtlicher Seite Ärger ins Haus steht, kämpfen „Nora und die Novemberrosen“, wie sich die gegründete Widerstandsgruppe nennt, für den Wiederaufbau der Gärtnerei.

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Die Aktentasche von Beatrix Petrikowski

Die AktentascheGeld allein, so lehrt der Volksmund, soll ja nicht glücklich machen, und nach der Lektüre dieses Buches ist man mehr als nur geneigt, dem zuzustimmen.
Eine abgewetzte Aktentasche geht eines Tages verloren und alsdann auf Wanderschaft. Ein jeder, dem das alte Lederutensil in die Hände fällt, ist außer sich vor Freude, weil es mit einer Riesenmenge Geld gefüllt ist. Doch die Begeisterung hält jeweils nur kurz an, denn auf der Tasche scheint ein Fluch zu liegen. Alle neuen Besitzer sind ihres Lebens nicht mehr sicher. Ein Reigen aus Mord und Totschlag nimmt seinen Lauf …

„Die Aktentasche“ von Beatrix Petrikowski ist ein Kriminalhäppchen für zwischendurch. Das Werk ist spannend, ohne ein Thriller zu sein, es ist amüsant, ohne eine Satire oder eine Komödie zu sein, und es ist abgründig, ohne ein Drama zu sein. Die Autorin beschränkt sich stilistisch und inhaltlich aufs Wesentliche, das Geschehen wird nicht großartig aufgeblasen, beinahe lakonisch wird die Handlung erzählt, es kommt, wie es kommen muss. Geradezu zwangs- und beiläufig segnen die Protagonisten das Zeitliche. Es zeichnet gute Schriftsteller aus, dass sie eine Geschichte ohne Effekthascherei zu schildern in der Lage sind und dabei trotzdem den Leser zu fesseln vermögen.

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Zusammen ist (k)ein Zuckerschlecken von Jutta Profijt

Zusammen ist (k)ein ZuckerschleckenIn dem Roman Allein kann ja jeder wurde die einundsiebzigjährige Rosa Liedke sowie der gleichaltrige Konrad Schmitt und Lehrer Hans Seefeld vom ehemaligen Geschäftsführer der MultiLiving GmbH hereingelegt, der das Projekt Kaiserstern in Kaiserswerth errichten lassen wollte. Nachdem er alle drei um ihr Vermögen gebracht hat, haben die obdachlos Gewordenen kurzerhand die Villa Zucker besetzt, auf dessen Grund die Eigentumswohnungen errichtet werden sollten. Rosas Tochter Ellen stand ebenfalls auf der Straße und schloss sich mit ihrer Tochter Kim den Hausbesetzern an. Zufällig ist sie im Keller auf den Schwarzen, sich versteckt haltenden Mardi gestoßen und beschloss, sich um ihn zu kümmern.

Bereits seit zehn Tage versorgt sie ihn und Kim muss aufpassen, dass sie sich nicht verrät, denn lediglich Seefeld hat bisher von Madis Existenz Kenntnis. Ausgerechnet ihn, ihren Physiklehrer, den sie wegen seiner militärischen Vergangenheit für einen „Oberpsycho“ hält, muss sie zunehmend ins Vertrauen ziehen, da Mardi, der in Wirklichkeit Dembélé Jacques Madou heißt und aus Mali stammt, von der Polizei gesucht wird.

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Mami, warum sind hier nur Männer? von Volker Surmann

Mami, warum sind hier nur Männer?Während eines Familienurlaubs auf Sardinien kommt es zwischen Ilka und ihrem Mann Dennis zu einem Streit, nachdem er sie wieder einmal mit einer anderen Frau betrogen hat. Hals über Kopf verlässt sie ihn daraufhin mit den beiden Kindern Thea und Felix. Doch wegen eines Motorschadens an ihrem Auto kommt sie nicht weit. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als ausgerechnet in einem Gay-Resort für eine Nacht unterzukommen. Obwohl Helmer, der Betreiber des Schwulen-Hotels, Ilka und die Kinder nur ungern aufnimmt, macht er ihr am Morgen das Angebot, auch für die nächsten drei Tage bis zum Heimflug zu bleiben. Auf die pubertierende Thea und ihren sechsjährigen Bruder Felix, der bevorzugt eine rosa Badehose trägt, warten aufregende Tage, und sie machen die Bekanntschaft mit Olga, einem Transvestiten sowie einem Schwulenchor.

Volker Surmann erzählt seinen Roman „Mami, warum sind hier nur Männer?“ aus verschiedenen Perspektiven, indem er seine jeweiligen Handlungspersonen in der Ich-Form berichten lässt, was naive Fragen, besonders des kleinen Felix, einschließt. Wie nicht anders zu erwarten, bedient sich der Autor bei diesem Thema so ziemlich aller Klischees, doch vernachlässigt er dabei weder interessante Informationen über Sardinien, noch über das Leben der Männer, die Ilka in dem Resort kennenlernt. So hat nicht nur der Transvestit Olga eine Vergangenheit, die überrascht, sondern auch Helmer tut es gut, Ilka sein Herz auszuschütten.

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Grappa greift durch von Gabriella Wollenhaupt

Grappa greift durchEs ist zwei Uhr in der Nacht, als die Journalistin Maria Grappa von der Bäckereibesitzerin Anneliese Schmitz auf einen Spielplatz in eine ehemalige Zechensiedlung gerufen wird. Dort sitzt eine Muslima im Sand und schaukelt den Körper eines kleinen, toten Mädchens. Wie die Ermittlungen ergeben, wurde die zweijährige Öslem erstickt. Doch die neunzehnjährige Mutter Duru Sahin steht unter Schock und ist nur eingeschränkt vernehmungsfähig. Es wird ein Haftbefehl wegen Mordes gegen sie erlassen, und sie wird in einer geschlossenen, psychiatrischen Klinik untergebracht. Von dem befreundeten Friedemann Kleist, der wegen einer Tagung zum Thema islamischer Terrorismus in der Stadt ist, erfährt Grappa, dass die neunzehnjährige Duru vor zwei Jahren ihr Abitur abgebrochen hat und nach Syrien gereist ist, um einen IS-Kämpfer zu heiraten. Der Vater des Kindes, der gesuchte Terrorist Ali Musa, soll sich in Deutschland aufhalten und sich unter den Flüchtlingen aus Syrien befinden. Die Behörden befürchten einen Anschlag.

Bei einem Gespräch mit Perihan Tercanli, einer Freundin von Duru, erfährt Grappa, wie sich die junge Muslima in den letzten Jahren verändert hat. Ihr Vater ist ein Imam und Vorsitzender der muslimischen Gemeinde. Im Integrationsrat der Stadt kümmert er sich um ein friedvolles Miteinander der verschiedenen Kulturen.

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Der sanfte Weg der Poesie von Mohsen Charifi

Der sanfte Weg der PoesieJeder Mensch, der eine enttäuschte Liebe oder gescheiterte Beziehung hinter sich hat, weiß um den damit verbundenen Schmerz. Mohsen Charifi zeigt mit seinem Buch „Der sanfte Weg der Poesie“ einen Weg auf, der über das Gefühl der Poesie eine Heilung erzielen soll, wobei er zum einen aus seiner langjährigen Erfahrung als Paarberater, aber auch aus eigener, vor fast zwanzig Jahren gemachter schmerzvoller Erfahrung schöpfen kann. Im ersten Teil „Poesie als Therapeutikum“ macht er deutlich, dass eine Liebesbeziehung zwar einmalig, aber auch veränderlich ist, was zu Beginn jedoch kaum jemand wahrhaben will. Unsere Wahrnehmungen, so führt er weiter aus, sind kein Abbild der Realität, sondern subjektiv durch unsere Gefühle gefärbt. Die Rolle, die unser Unterbewusstsein dabei spielt, darf nicht unterschätzt werden.

Um zu erklären, wie er die Poesie als Bindeglied zwischen Schmerz und Heilung versteht, gebraucht der Autor Metaphern wie bunte Blumen für Freude oder stachlige Hecken für Zorn. Die Poesie kennt nicht wie unsere Sprache eine Gesetzmäßigkeit, denn wenn es heißt „ich friere Einsamkeit“, dann kann das nur poetisch verstanden werden, da isoliert betrachtet Einsamkeit lediglich ein Gefühl und frieren ein Körpersignal ist.

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