Einmal um die Welt von Lonely Planet

Einmal um die WeltIn neun überaus informativen Kapiteln stellt das Sachbuch sämtliche Möglichkeiten vor, mit denen sich Menschen den Traum, „Einmal um die Welt“ zu reisen, erfüllt haben. Egal, ob sie die Erdumrundung mit einem Schiff, dem Fahrrad, einem Flugzeug oder Boot, zu Fuß, mit dem Auto, einem Ballon, Zug oder dem Motorrad geschafft haben. Geschichtliche Rückblicke, politische Hintergründe, Lebensläufe, Daten und Fakten wie beispielsweise zu Radrennen sowie eine Menge Hintergrundwissen finden sich in den nach Themen unterteilten Kapiteln mit dazugehörigen spannenden und tragischen Geschichten, von denen immer eine besonders ausführlich beschrieben wird. Ergänzt werden die Ausführungen durch eigene Reiseberichte oder Interviews.

So haben die an dem Buch beteiligten Autoren von einer abenteuerlichen und gefahrvollen Reise zu den Gewürzinseln mit dem Schiff und den Anfängen der Kreuzfahrten geschrieben. Sie beschreiben die Strapazen, mit denen ein Radfahrer bei seiner Weltumrundung zu kämpfen hatte.

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Die Stille der Frauen von Pat Barker

Die Stille der FrauenDie Bewohner von Lyrnessos bangen um ihr Leben, als sie von den Griechen angegriffen werden. Königin Briseis, einst mit vierzehn Jahren verheiratet und inzwischen neunzehn Jahre alt, muss mitansehen, wie der mächtige Achill alle Männer tötet, darunter auch ihre Brüder. Die siegreichen Männer plündern den Palast, und während sich die einen mit Wein betrinken, vergewaltigen die anderen reihenweise die Sklavinnen. Später werden die Angehörigen der königlichen und adeligen Familien von den Griechen auf ein Schiff getrieben und bei Ankunft im vor Troja gelegenen Heerlager wird über ihr weiteres Schicksal entschieden.

Als Belohnung für seine Tapferkeit und die vielen getöteten Männer wird Briseis als Ehrengeschenk für Achill auserkoren. Von einer Königin zur Sklavin degradiert, muss sie von nun an ihren neuen Herrn und seine Hauptleute bedienen. Wann immer es ihr möglich ist, verbringt sie die Abende in der Hütte der Frauen mit Iphis, die Achill seinem besten Freund und Stellvertreter Patroklos geschenkt hat.

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Unterwegs in Albanien von Franziska Tschinderle

Unterwegs in AlbanienDie Journalistin Franziska Tschinderle ist zu Recherchezwecken „Unterwegs in Albanien“, einem der ärmsten Länder Europas, in dem viele Rentner in bitterer Armut leben. Für ihren Reisebericht hat sie mit Unterstützung einer Übersetzerin 120 Interviews geführt und Geheimdienstakten zu Studienzwecken beantragt. Sie schreibt vom Wandel des einstigen Terrorregimes, wo bis zum Jahr 1985 der grausame Diktator Enver Hoxha regierte, bis hin zu einem Mehrparteiensystem. Allerdings gesteht ihr ein Berufskollege, dass sich nichts bewegen würde, weil sich die heutigen Politiker kaum von früheren unterscheiden. Sie schreibt vom Lebensstandard der Bevölkerung, der Korruption, den Traditionen, der Kultur, Sitten und Gebräuche, Religion und Küche sowie der wirtschaftlichen Situation.

Franziska Tschinderle informiert über die gefährliche Minenarbeit in Bulqizë sowie die Arbeitsbedingungen in der Textilfabrik Mao Zedong in Berat. Sie berichtet über die grausame Herrschaft Ali Paschas, den Anbau und Schmuggel von Marihuana und davon, dass Umweltschützer Sturm laufen gegen die geplante Inbetriebnahme vieler Wasserkraftwerke, die teilweise in Schutzzonen und Nationalparks liegen.

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Friss oder stirb von Barbara Rieger

Friss oder stirb„Essstörungen“, so ist auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit zu lesen, „gehören zu den häufigsten chronischen psychischen Störungen im Erwachsenenalter.“ In dem Roman „Friss oder stirb“ hat Barbara Rieger das Leben einer Frau mit Essstörungen über einen Zeitraum von dreiundzwanzig Jahren nachgezeichnet. Ihre Protagonistin Anna sitzt mit siebenunddreißig Jahren bei einer Therapeutin, mit der sie die Ursachen ihrer Störungen ergründen will. Zwecks Erinnerung blättert sie in ihren umfangreichen Tagebuchaufzeichnungen:

Mit vierzehn Jahren besucht Anna das Gymnasium. Sie wohnt mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater Heinz zusammen. Ihren leiblichen Vater kennt sie nicht. Vom wenigen Essen ist ihr häufig schwindelig, was andere jedoch auf ihr Wachstum oder den Kreislauf zurückführen. Mit ihrer besten Freundin Petra, Edi und Kurt probiert sie ihren ersten Joint. Ihre Mutter verbietet Anna, mit Kurt, den sie liebt, zu schlafen, was sie jedoch missachtet.

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Alt genug, um glücklich zu sein von Florian Langenscheidt und André Schulz

Alt genug, um glücklich zu seinJeder Mensch möchte gerne lange leben, und das möglichst bei bester Gesundheit und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Mit einem Erfolgsrezept können Florian Langenscheidt und André Schulz in ihrem Sachbuch „Alt genug, um glücklich zu sein“ zwar nicht dienen, doch steigt ihrer Meinung nach die Wahrscheinlichkeit auf ein langes und glückliches Leben mit einer guten Vorbereitung. Unstrittig ist, so der Stand der Forschung, dass glückliche Menschen länger leben. Eine Untersuchung hat ergeben, dass die Lebensweise entscheidend ist und zu viel rauchen oder essen, gepaart mit zu wenig Bewegung, ist auf jeden Fall kontraproduktiv.

In vierundzwanzig Kapiteln vertiefen die Autoren das Thema und beginnen mit einer kleinen Exkursion in die Epigenetik, deren Strukturen durch unsere Lebensweise Einfluss auf die Nachkommen nehmen. Nach einer philosophischen Betrachtungsweise stellen sie mit Bedauern fest, dass eines der größten Gesellschaftsprobleme unserer Zeit die „chronische Berührungsarmut“ ist, auf deren Folgen sie hinweisen. Interessante Gedanken zu Freiheit, Körperbewusstsein und der sich im Alter verändernden Liebe sind weitere Punkte.

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Der vierte Spatz von Jan Zweyer

Der vierte SpatzAus einem gentechnischen Labor können nach einem Unfall Versuchstiere entkommen. Wie der Institutsleiter Prof. Bader einem hinzugezogenen Brandoberinspektor erklärt, forschte man lediglich an einem Impfstoff gegen die Vogelgrippe und es bestehe nicht der geringste Anlass zur Sorge. Doch schon bald fallen einem Tierpfleger im Gelsenkirchener Zoo tote Tauben auf, und ein Bauer blickt entsetzt auf seine toten Hühner im Stall. Mit Besorgnis registriert der Leiter des Bochumer Veterinäramtes zehntausende verendete Vögel allein in den letzten zwei Wochen und in einem Gespräch mit dem Staatssekretär vom Umweltministerium äußert er die Befürchtung, dass das in die Umwelt gelangte Virus mutieren könnte, weshalb er eine Quarantäne für ganz NRW fordert. Doch um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen, wird er zum Schweigen verpflichtet.

Der Ressortleiter des Nachrichtenmagazins „Herold“ wittert angesichts des Vogelsterbens eine große Story und beauftragt seine Redakteure Karola Rothschild und Alex Stewart, Recherchen im Ruhrgebiet zu betreiben. Als sie sich mit Prof. Bader in Verbindung setzen wollen, stellen sie fest, dass dieser spurlos verschwunden ist.

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Kinder ihrer Zeit von Claire Winter

Kinder ihrer ZeitIm Januar 1945 flieht Rosa Lichtenberg mit ihren elfjährigen Töchtern, den Zwillingsschwestern Emma und Alice, aus Ostpreußen vor den herannahenden russischen Truppen. Doch in der eisigen Kälte bekommt Alice Fieber, und sie finden auf dem Hof von Berta Paschke Unterschlupf. Als Rosa mit Emma zu einem verlassenen Nachbarhof geht, um dort eventuell noch einige Lebensmittel zu finden, sehen sie auf dem Rückweg aus einiger Entfernung, wie das Dorf und Bertas Hof von russischen Soldaten niedergebrannt wird. Erst am nächsten Tag, nachdem die Soldaten abgezogen sind, wagen sie sich zurück auf den Hof, der bis auf die Grundmauern niedergebrannt ist. In ihrer Verzweiflung hofft Rosa, dass Alice sich vielleicht in einem Keller oder Schuppen im Dorf verstecken konnte, doch Alice bleibt spurlos verschwunden.

Fünf Jahre später haben sich Rosa und Emma in West-Berlin ein neues Leben aufgebaut, das noch immer von den Ereignissen während der Flucht überschattet wird, denn Rosa ist davon überzeugt, dass ihre Tochter Alice nicht überlebt hat.

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Vier Tage im Juni von Jan-Christoph Nüse

Vier Tage im JuniJohn F. Kennedy fand im November 1963 in Dallas durch mehrere Schüsse den Tod. So viel zu den Fakten. In seinem Politthriller „Vier Tage im Juni“ geht Jan-Christoph Nüse von einem anderen Szenario aus: Auf den amerikanischen Präsidenten, der tatsächlich Deutschland vom 23. bis 26. Juni 1963 besucht hat, wird ein Attentat verübt. Der BKA-Beamte Thomas Malgo soll seinen Chef Paul Dickopf, Chef der Sicherungsgruppe in Bonn, während dessen Abwesenheit vertreten, weshalb er alles für den anstehenden Besuch von John F. Kennedy vorbereiten muss. Tatsächlich will schon am ersten Tag ein Attentäter den Präsidenten töten, was jedoch ein Scharfschütze verhindern kann.

Malgo wundert sich darüber, dass der Attentäter vom Secret Service auf die Militärstation der Botschaft gebracht wird. Über einen Journalisten hat er Zugang zum Filmarchiv und kann kaum glauben, auf einem Film seinen alten Freund Augustyn Nowak zu sehen. Seit Kindheitstagen kennen sich die beiden, und Malgo war einst in dessen Schwester Alina verliebt.

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Sweetland von Michael Crummey

SweetlandDer Roman „Sweetland“ erzählt die Geschichte Neufundlands, vor deren Südküste der eisige und nährstoffreiche Labradorstrom auf den wärmeren Golfstrom trifft und wo sich einzigartige, unvorstellbare Kabeljaugründe bildeten. Die Menschen entdeckten, dass sich der Fisch leicht gesalzen und luftgetrocknet über viele Jahre halten kann, selbst in der Hitze der Tropen, was bereits die spanischen Konquistadoren auf ihren langen Reisen zu nutzen wussten. Seit Jahrhunderten lebten die Menschen von dem Fischreichtum, doch von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des neuen Jahrtausends setzte eine Überfischung ein, die von der kanadischen Regierung zunächst nicht ernst genommen wurde. Erst, als es zu spät war, verhängte man ein Fangverbot, in der Folge verloren mehr als dreißigtausend Menschen ihre Arbeit und die Dörfer starben aus. Für die Bewohner war die Welt eine andere geworden.

Der inzwischen pensionierte Moses Louis Sweetland geht auf die siebzig Jahre zu und war Fischer, bevor er Leuchtturmwärter auf der nach seiner Familie benannten Insel Sweetland war. Seine Vorfahren waren seit mindestens zweihundert Jahren Fischer und ernährten sich von Pökelfleisch und Wurzelgemüse.

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Nagel im Himmel von Patrick Hofmann

Nagel im HimmelOliver Seuß, deren Mutter das unerwünschte Kind schon kurz nach der Geburt im Jahr 1989 verlassen hat, wurde daraufhin von seinem Vater Achim in eine Wochenkrippe gegeben. Von allen ungeliebt, galt Oliver stets als Außenseiter. Bereits in der Grundschule fiel seine rasche Auffassungsgabe für Mathematik auf. Zunehmend fühlte er sich von der Verbindung der Klänge von Bach und ein paar Gläsern Bier beflügelt. Als ihm die Direktorin wegen übermäßiger Fehlstunden mit einem Wechsel des Gymnasiums droht, verspricht er, für eine mathematische Olympiade in Montreal alles zu geben. Tatsächlich freut sich die Schule über die mit seinem Erfolg verbundene Auszeichnung, und die Direktorin empfiehlt dem Eigenbrötler ein Studium in Dresden. Dort lässt er sich gehen, vernachlässigt seine Körperhygiene und bleibt ohne Freunde, was nicht ausschließt, dass er nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums als „größte mathematische Hoffnung des Landes“ gilt.

Die Forschungslabore öffnen dem Leibniz-Preisträger die Tore. Oliver ist von dem Gedanken besessen, die von Bernhard Riemann im Jahr 1859 aufgestellte Vermutung zu beweisen, „dass sich hinter dem unregelmäßigen Vorkommen der Primzahlen eine höhere Ordnung verberge“.

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