Ein Kind des Ruhrgebiets

Ein Essay aus dem Buch “Ein Kind des Ruhrgebiets”.

Wenn ich auf Reisen gefragt werde, woher ich komme, dann ist mit “Ruhrgebiet” in der Regel die Frage erschöpfend beantwortet. Im Ausland wird mir durch ein Kopfnicken signalisiert, dass man mich nun geographisch einordnen kann. Befinde ich mich in deutschen Landen, erreicht mich eher ein bedauernswertes “Aha”. Jeder weiß jetzt, woher ich komme: Aus dem “Kohlenpott”! Wo die Luft von den Abgasen der zahlreichen Schornsteine verpestet ist und wo es keine Grünflächen gibt. Man hat es auch schon längst geahnt, denn mein Ruhrgebietsdialekt hat mich verraten. So bedauernswert die Blicke auch sein mögen, sie können mich nicht treffen und ebenso wenig verletzen. Diese Erfahrung teile ich mit den meisten Menschen, die hier aufgewachsen sind.

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